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Im In- und Outgoing-Tourismus droht vielen das Aus © ÖRV

Walter Säckl, ÖRV.

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Walter Säckl, ÖRV.

Redaktion 04.05.2020

Im In- und Outgoing-Tourismus droht vielen das Aus

Der Österreichische ReiseVerband bekräftigt seine dringende Forderung nach einem speziellen Rettungsschirm für die Reisebranche: Auch Incoming-Unternehmen sind massiv von einer Pleitewelle bedroht.

WIEN. Der Österreichische ReiseVerband (ÖRV) begrüßt die gestern, am Dienstag, 5. Mai 2020, von der Regierung für kommenden Mai angekündigte Lockerung der Regelungen für Gastronomie und Hotellerie, warnt aber dennoch ausdrücklich vor einer Pleitewelle in der heimischen Tourismusbranche. Betroffen sind insbesondere die Branchensegmente für Incoming- und Outgoing-Tourismus.

„Zahlreichen Betrieben im Incoming- und Outgoing-Tourismus sowie im Geschäftsreisebereich geht sukzessive das Geld aus, viele können ihre Liquidität nicht mehr lange gewährleisten. Damit sind Tausende Arbeitsplätze akut bedroht“, betont ÖRV-Generalsekretär Walter Säckl. „Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Hotels in Österreich demnächst wieder aufsperren dürfen.“

Hochfahren des internationalen Tourismus nur zeitverzögert möglich
Denn Totalausfällen bei den Einkünften durch abgesagte Reisen stehen hohe Kosten für die Rückerstattung von Anzahlungen, aber auch laufende Fixkosten etwa für Personal gegenüber, so der ÖRV. „Dazu kommt noch, dass ein Hochfahren des internationalen Tourismus aufgrund der komplexen Systeme nur zeitverzögert erfolgen kann. Dazu gehören etwa die Bereitstellung von Flügen, die Infrastruktur auf den Flughäfen, die Logistik der Grenzkontrollen bis hin zur Produktion von Pauschalreiseprodukten und dem Vertrieb in den Reisebüros.“ Von den ersten Buchungen der Kunden bis zur vollen Geschäftstätigkeit der touristischen Betriebe ist es also ein längerer Weg.

Auch Incoming-Tourismusunternehmen stehen in Österreich vor dem Aus
Auch der heimische Incoming-Tourismus steht aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen nationalen und internationalen Restriktionen vor massiven Problemen, die ohne rasche Unterstützung durch die Bundesregierung nicht lösbar sind, betont der ÖRV: „Die Reiseverbote in fast allen Ländern, die Einstellung der Flugverbindungen zwischen Österreich und dem Rest der Welt, aber auch die Sperre von Hotels, Restaurants und Museen haben auch den Incoming-Tourismus komplett zum Erliegen gebracht, und diese Ausfälle werden sich auch nicht durch ein allmähliches ,Aufsperren' des Tourismus ausgleichen lassen.“ Zur Verdeutlichung der Situation führt der ÖRV die aus dem Jahr 2018 vorliegenden Umsatzzahlen an: Rund 4,7 Mrd. € haben die österreichischen Reisebüros und Veranstalter umgesetzt, davon fiel eine Mrd. € alleine auf den Incoming Tourismus. Der Umsatz im Incoming Bereich wurde nicht nur durch ausländische Gäste lukriert, sondern auch durch Österreicherinnen und Österreicher, die ihren Heimaturlaub über österreichische Reisebüros, Incoming-Büros oder Reiseveranstalter gebucht haben.

Reisebranche benötigt dringend und rasch Rettungsschirm
Angesichts der dramatischen Lage Hunderter Tourismusunternehmen bekräftigt der ÖRV daher die Forderung der gesamten Branche nach einem raschen Rettungsschirm.

Drei Sofort-Forderungen an die österreichische Bundesregierung
Der ÖRV schließt sich daher auch den Forderungen des Tourismusforum Incoming vollinhaltlich an:

1. Entschädigung der bereits erbrachten Arbeit und Leistung für Reisen, die aufgrund der Coronakrise nicht stattgefunden haben, sondern statt dessen mit doppeltem Zeitaufwand abgesagt werden mussten.

2. Finanzieller Schutzschirm zur Abdeckung der laufenden Kosten, die nicht mehr zurück verdient werden können, analog zum Härtefallfonds.

3. Möglichkeit der Verlängerung der Kurzarbeit auch für die bevorstehende Wintersaison, da aufgrund der verkürzten Sommersaison keine Rücklagen zur Finanzierung der Personalkosten gebildet werden können.

„Nur wenn die Bundesregierung jetzt die besondere Problematik der Reisebüro- und Veranstalterbranche anerkennt und rasch handelt, können noch hunderte Insolvenzen abgewendet und tausende Arbeitsplätze gerettet werden. Wenn nicht, dann wird es die Reisebüros- und Reiseveranstalterlandschaft mit den vielen kleinen Büros, Veranstaltern und touristischen Leistungsträgern, so wie wir sie kennen und die Kunden sie schätzen, in dieser Form nicht mehr geben“, betont ÖRV-Präsident  Josef Peterleithner. (red)

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