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IMAS-Report: Österreicher sorglos bei Passwörtern © panthermedia.net / Bastian Weltjen
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Redaktion 16.02.2018

IMAS-Report: Österreicher sorglos bei Passwörtern

So gehen die Österreicher mit ihren Passwörtern für Sparbücher, Social Media Accounts, Kundenportal, etc. um.

WIEN. Der Umgang der Österreicher mit den eigenen Passwörtern von Sparbüchern, Social Media-Accounts, Kundenportalen usw. ist mehrheitlich relativ sorglos. Nur jeder Fünfte hat ein eigenes Passwort für jeden Bereich, jeder Zweite nutzt in fast jedem bzw. manchen Bereichen den gleichen digitalen Einstiegscode. Somit setzen genau genommen 51% der Bevölkerung in der Verwendung ihrer Passwörter häufig auf idente Begriffe, Namen oder Zahlenkombinationen bei Passwortabfragen. Knapp zwei Drittel der Österreicher mit einem digitalen Postfach oder Social Media-Zugang wechseln das Passwort nur alle zwei bis drei Jahre bzw. seltener oder nie. Die häufigste Kombination an Ausprägungen für Passwörter sind: Ziffern, Klein- und Großbuchstaben.

Etwas mehr Vorsicht bei Online-Banking
Interessanterweise wird von rund der Hälfte der Nutzer von Online-Banking das vorgegebene Passwort umgehend geändert. Ein Drittel der Smartphonebesitzer hat den Ortungsdienst immer deaktiviert. Der Verwendung der Kundendaten durch Privatunternehmen steht die Bevölkerung etwas gespalten – aber nicht negativ –gegenüber: Es sind jeweils 44%, die von einem eher mehr bzw. eher weniger vertrauensvollen Umgang ausgehen.

Die Erneuerungen im europäischen Datenschutz bringen bis Mai dieses Jahres viele Organisationen, Institutionen und Unternehmen zu einem neuen Umgang mit dem Speichern und Verarbeiten persönlicher Daten. Neben dem Schutz eines Datensatzes gilt es aber auch immer stärker, die Datensicherheit zu berücksichtigen. Dies ist aber naturgemäß nicht nur die Aufgabe juristischer Personen, sondern betrifft im Zeitalter des Online-Bankings, der Social Media-Plattformen und der Karrierenetzwerke auch die Privatpersonen.

Höhere Bildung heißt höheres Datenschutzbewusstsein
Der IMAS-Forschungsstab ging der Frage nach, wie sensibel die Österreicher mit der eigenen Datensicherheit umgehen. Die modernen und vor allem digitalen Zeiten bringen hierbei viele geschlossene Plattformen, Kundenportale usw. mit sich und damit aber auch die Notwendigkeit, diese durch möglichst sichere Passwörter zu schützen. Der gesamte demoskopische Befund zeigt eine gewisse Sorglosigkeit der Österreicher im Umgang mit den Passwörtern: Beispielsweise sind 51% der Bevölkerung nicht besonders einfallsreich, wenn es um Passwörter geht, und verwenden beinahe für jeden/manche der Bereiche ein und dasselbe Passwort. Nur jeder Fünfte unterscheidet die Passwörter nach Plattform oder Account. Hierbei fällt auf, dass jüngere Personen und Menschen mit höherer Bildung differenzierter umgehen und häufiger verschiedene Passwörter verwenden.

Neben dieser relativ häufigen Verwendung ähnlicher und identischer Passwörter kommt aber auch noch ein seltener Wechsel des Zugangscodes dazu. Beispielsweise wechseln Besitzer von E-Mail-Postfächern und Nutzer von Sozialen Medien nur sehr selten ihre Zugangsdaten. Eine Minderheit von rund jedem Zehnten wechselt zumindest alle zwei bis drei Monate, knapp zwei Drittel alle zwei bis drei Jahre bzw. seltener oder nie. Der Blick auf das zuvor beschriebene Altersgefälle zeigt aber in dieser Abfrage, dass es eher die jüngeren Nutzer sind, die relativ konstant über längere Zeiträume die gleichen Passwörter verwenden.

Die Sicherheit von Passwörtern ist vor allem durch Kombinationen von mehreren Elementen abhängig; daher empfehlen Experten die Verwendung von Großbuchstaben, Kleinbuchstaben, Sonderzeichen und Ziffern in einem Passwort. Die häufigste Ausprägung der Passwörter der Österreicher zeigt drei Komponenten. Jeder Vierte greift zu den drei Elementen: Ziffern, Klein- und Großbuchstaben. Aber knapp ein Drittel kombiniert meist nur zwei der vier Komponenten, und rund ein Fünftel verwendet nur eine Komponente aus diesen Gruppen. Nach Alter lassen sich folgende Trends erkennen: Je jünger der Befragte, desto häufiger werden auch Gruppen kombiniert.

Interessanterweise wird von rund der Hälfte der Nutzer von Online-Banking das vorgegebene Passwort umgehend geändert, von weiteren 27% etwas später. Dies lässt im Vergleich zu anderen Bereichen den Schluss zu, dass die eigenen Finanzen im Bewusstsein der Österreicher einen deutlich wichtigeren und somit schützenswerteren Platz einnehmen. Ein Viertel hat aber dieses vorgegebene Passwort noch nie geändert.

Ein Drittel der Smartphonebesitzer hat den Ortungsdienst immer deaktiviert, weitere 35% dieser Gruppe schalten diesen Dienst nur im Bedarfsfall zu. Die Österreicher scheinen in diesem Aspekt der digitalen Spur und Nachverfolgbarkeit entweder deutlich sensibler zu sein oder kaum einen Nutzen des Ortungsdiensts zu empfinden.

Insgesamt zeigt sich in der Verteilung der Antworten, dass es hierbei weder einen großen Vertrauensvorschuss noch einen besonderen Malus gibt. (red)

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