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"Journalismus Nachwuchspreis" der FHWien der WKW zum zweiten Mal vergeben © FH WKW
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Redaktion 30.09.2020

"Journalismus Nachwuchspreis" der FHWien der WKW zum zweiten Mal vergeben

Vom "neuen" Wienerlied, über weibliche Protestkultur bis zu Ungleichbehandlung in der Medizin.

WIEN. Mit dem Journalismus Nachwuchspreis unterstützt die FHWien der WKW Studierende und Absolventen bei ihrem Berufseinstieg und bietet ihnen eine Plattform, um sich der Branche sowie einem größeren Publikum zu präsentieren. Zehn junge Journalisten wurden am Montag ausgezeichnet. Prämiert wurden dabei die besten journalistischen Praxisarbeiten, die im Laufe des vergangenen Studienjahres im Rahmen von Lehrveran­staltungen oder als Abschlussarbeiten erstellt wurden, in den Kategorien Radio & Audio, TV & Video, Text, Multimedia sowie die beste Abschlussarbeit. Der Journalismus Nachwuchspreis wurde dieses Jahr bereits zum zweiten Mal vom Studienbereich Journalism & Media Management der Fachhochschule ausgerichtet.

Jury mit Journalisten renommierter Medien
Die eingereichten Arbeiten wurden von einer zwölfköpfigen Jury bewertet. Zu ihr gehörten neben den vier FachbereichsleiterInnen der FHWien der WKW Regula Blocher, Carola Leitner, Martin Reichenauer und Karina Schwann acht JournalistInnen: Leila Al-Serori (Süddeutsche Zeitung), Christine Grabner (freie TV-Gestalterin), Katharina Mittelstaedt (Der Standard), Eduard Moschitz (ORF), Bea Sommersguter und Elisabeth Stratka (beide Ö1), Robert Varga (APA) sowie Yvonne Widler (Kurier).

Prämierter Radio-Beitrag über das „neue“ Wienerlied in vier Strophen
Ausgezeichnet in der Kategorie Radio & Audio wurde Christine Mayrhofer für ihren Beitrag „Das ‚neue‘ Wienerlied“. Gemäß dem Motto „Dialekt ist wieder in, Grant und Melancholie war nie out“ berichtet sie von der Rückkehr und dem neuerlichen Erfolg dieses Genres – auch über Österreichs Landesgrenzen hinweg. Unterteilt in vier Strophen gelingt ihr eine Bestandsaufnahme der multiethnischen Wiener Bevölkerung und des Bodens, auf dem viele neue Entwicklungen des Wienerlieds fußen.

„Die Idee, das Wesen des neuen Wienerlieds bzw. des modernen Heurigenlieds in vier Strophen zu beschreiben, ist ausgesprochen kreativ“, so das Urteil der Jury. „Die InterviewpartnerInnen wurden punktgenau ausgesucht. Mit zahlreichen Hörbeispielen, die im Kontext zur gelungenen Narration gesetzt sind, wurde der Beitrag hervorragend umgesetzt.“

TV-Bericht über weibliche Protestkultur in Frankreich und Österreich
Annabell Lutz und Julia Wendy nähern sich in ihrem ausgezeichneten Beitrag „Protester à la française, Aufstand auf Österreichisch“ der unterschiedlichen Protestkultur zweier Länder. Dabei folgen sie Aktivistinnen in Paris, die den Opfern von Frauenmorden gedenken, und berichten über feministische Kollektive, die in Wien für ihre Ideale auf die Straße gehen.

„Der Beitrag nimmt das schwierige Thema ‚Über Vergewaltigung reden‘ in den Blick. Die Aktivistinnen konnten über ihre Anliegen reden, ohne dass ihre Geschichten zu viel Raum einnahmen“, so die Begründung der Jury. „Es war ganz normal, dass sie darüber sprachen. Der Beitrag setzte formal das um, was diese Frauen fordern.“

Reportage über Ungleichbehandlungen in der Medizin als bester Text ausgezeichnet
In „Ihr Herz schlägt schneller“ thematisiert Jara Majerus die körperlichen Unterschiede von Frauen und Männern und die daraus resultierende Ungleichbehandlung in der Medizin. In Gesprächen mit Medizinern und Forschern beschreibt sie die Herausforderungen und erläutert, warum gerade für Frauen diese Unterschiede zum Teil lebensbedrohliche Folgen haben können – zum Beispiel dann, wenn sie einen Herzinfarkt erleiden.

„Der Text greift ein wichtiges, aktuelles Thema auf und legt es umfassend dar. Gut recherchiert, gelungen im Aufbau und sprachlich und erzählerisch kurzweilig und klar aufgeschrieben“, bringt es die Jury auf den Punkt. „Spannend zu lesen und richtig gut gelungen.“

Auszeichnung für Multimedia-Gruppenarbeit über bedingungsloses Grundeinkommen
Der beste Beitrag in der Kategorie Multimedia wurde für eine Gruppenarbeit vergeben. Datenjournalistisch aufbereitet und sorgfältig erzählt, folgen Emilia Garbsch, Emil Biller, Melissa Erhardt und Hannah Horsten in ihrer Arbeit „Unbedingt bedingungslos?“ einer Straßenverkäuferin in Bolivien, die durch die Corona-Krise unter das Existenzminimum gerutscht ist. Dabei erläutern sie auch verschiedene Modelle eines Grundeinkommens und bieten einen umfassenden Blick auf das Thema.

Das einhellige Urteil der Jury: „Ein Aufgebot von multimedialen Darstellungsformen, sehr sorgfältig und durchdacht umgesetzt und wunderbar erzählt. Großes Lob für das Storytelling. Titel, Umsetzung, thematische Aktualität und journalistische Qualität: ein herausragendes Projekt und spielt alle Stücke des Multimedia-Journalismus.“

Gleich zwei Gewinner in der Kategorie "Beste Abschlussarbeit"
Der Preis für die beste Abschlussarbeit wurde dieses Jahr gleich an zwei Studierende vergeben. Ausgezeichnet wurde einmal Maximilian Miller für seine Bachelor-Arbeit „Truth As We Draw It“ über Comic-Journalismus. In Form einer Multimedia-Reportage erläutern vier Journalisten das Genre. Kombiniert mit eigenen Zeichnungen bietet die Arbeit eine kurzweilige Einführung in das Thema. „Der innovative und interaktive Zugang der Arbeit rückt ein Nischenthema des Journalismus in den Fokus“, so die Jury. „Mit Blick auf die internationale Community in englischer Sprache verfasst, bietet die Arbeit eine spannende und grafisch einmalige Annäherung an Journalismus in gezeichneter Form – zeitlos in der Umsetzung.“

Ebenfalls ausgezeichnet wurde Miriam Steiner für ihre Master-Arbeit „Beach & Bach“, eine TV-Kurzdokumentation über zwei Frauen, die ihren jeweils eigenen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Der Beitrag führt nach Niederösterreich und Bali und zeigt auf positive Art unterschiedliche Wege im Umgang mit der Klimakrise auf. „Inhaltlich wie auch gestalterisch setzt der Beitrag die Ideen des Lösungsorientierten Journalismus um“, erläutert die Jury ihr Urteil. „Ein immer aktuelles Thema, tolle Bilder, Erzählung und Moderation sehr durchdacht und fokussiert umgesetzt.“

Stärkung von hochwertigem und sorgfältigem Journalismus im Blick
„Die Bedeutung von hochwertigem und sorgfältigem Journalismus wird gerade in Krisenzeiten ersichtlich. Als führende Ausbildungsstätte für JournalistInnen in Österreich sind wir uns dessen bewusst. Mit dem Journalismus Nachwuchspreis möchten wir genau diese Werte im Journalismus stärken“, so Daniela Süssenbacher, Leiterin des Studienbereichs Journalism & Media Management der FHWien der WKW, zu den Beweggründen für die Auszeichnung. „Die Coronakrise stellte auch unsere Studierenden vor ungeahnte Herausforderungen. Da uns als Ausbildungsstätte die Förderung von BerufseinsteigerInnen besonders am Herzen liegt, möchten wir in Zeiten wie diesen umso mehr darauf aufmerksam machen, mit welch großem Engagement die Studierenden bei ihren Arbeiten zu Werke gehen.“

Derzeit noch ausschließlich an Studierende und Absolventen der FHWien der WKW gerichtet, ist die Öffnung des Journalismus Nachwuchspreises für Jungjournalisten anderer Einrichtungen für die Zukunft geplant.

Durch die Preisverleihung führte erneut Michel Mehle, Moderator bei Radio NJOY 91.3, dem Ausbildungssender der FHWien der WKW. (red)

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