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Kopie vs. Original oder beides echt? © Kronehit (2)

Nur drei Tage nach dem Start ihres Kronehit-Gewinnspiels mit 10.000 € startete Ö3 ein eigenes mit 20.000 € Gewinn­chance. Kronehit-Geschäftsführer Mario Frühauf und Philipp ­König sind wenig erfreut.

© Kronehit (2)

Nur drei Tage nach dem Start ihres Kronehit-Gewinnspiels mit 10.000 € startete Ö3 ein eigenes mit 20.000 € Gewinn­chance. Kronehit-Geschäftsführer Mario Frühauf und Philipp ­König sind wenig erfreut.

Redaktion 09.09.2022

Kopie vs. Original oder beides echt?

Kronehit wirft Ö3 vor, deren Gewinnspiel zu kopieren und es mit Gebühren zu finanzieren. Ö3 kontert.

••• Von Dinko Fejzuli

WIEN. Seit 15 Jahren veran­staltet Kronehit zwei Mal jährlich den 10.000 €-Anruf. Dabei können Hörerinnen und Hörer mit den Worten „Ich höre Kronehit, die meiste Musik” im Aktionszeitraum 10.000 € gewinnen.

Ob mit Verdoppelung des Betrags oder einer Reise nach Südafrika obendrauf – die Major Promotion gab es bereits in verschiedensten Varianten und ist mittlerweile eines der Aushängeschilder des größten Privatradiosenders geworden.

10.000 vs. 20.000 Euro

Nun fühlt man sich aber bei Kronehit durch die öffentlich-rechtliche Konkurrenz von Ö3 kopiert, denn dort startete nur kurz danach ebenfalls eine Mitmachaktion, bei der man sogar 20.000 € gewinnen kann.

Bei Kronehit reagiert man zwar recht gelassen, meint aber dann mit dem Verweis auf den durch Gebühren finanzierten Sender: „Offenbar führt der Weg der angedachten und oft auch medial groß in den Vordergrund gerückten Kooperation mit den Privatsendern nun hin zur Konfrontation. Anders ist es wohl nicht zu erklären, dass Hitradio Ö3 eine bei Kronehit seit vielen Jahren durchgeführte on Air-Promotion übernimmt und große, mit Gebührengeldern finanzierte, Geldbeträge ausspielt. Auch der Starttermin sticht ins Auge: Nur drei Tage, nachdem die Aktion bei uns gestartet wurde, hat auch Ö3 begonnen”, so Geschäftsführer Mario Frühauf.
Bei Kronehit stößt man sich vor allem daran, dass das Gewinnspiel durch Gebührengeld finanziert sein soll: Dazu Philipp König: „Selbst wenn man über den öffentlich-rechtlichen Auftrag und dessen erfolgreiche Umsetzung im rechtlichen Sinn trefflich diskutieren kann, ist die Lage bei durch Gebührengelder ermöglichten Gewinnspielen dieser Größenordnung aus meiner Sicht eindeutig – eine klare Themenverfehlung”, so der Co-Geschäftsführer.

„Geld kommt von Partner”

Bei Ö3 zeigt man sich verwundert über den Vorwurf und verweist auf die Finanzierung des Gewinnspiels, die nicht durch die Gebühren erfolge, sondern durch Kooperationspartner. Ö3-Chef Georg Spatt dazu: „Unser Kooperationspartner ist in diesem Fall Otto Versand. In unserer Jahresplanung haben wir übrigens relativ konstant ca. 15 Schwerpunktaktionen, die neben den aktuellen Ö3-Informations- und Serviceformaten, der Musikprogrammierung und den bekannten Ö3-Shows (wie ‚Ö3-Wecker', ‚Frühstück bei mir', ‚Frag das ganze Land', ‚Ö3 Austria Top 40', etc.) und Ö3-Personalities (wie Robert Kratky, Gabi Hiller, Philipp Hansa, Ö3-Mikromann, Ö3-Callboy, Gerda Rogers, Sigi Fink etc.), das Fundament des erfolgreichen Ö3-Formats bilden.”

Spatt abschließend: „Gewinnspiele, Mitmach-Aktionen oder Promotions mit Kooperationspartnern gehören seit jeher zum fixen Ö3-Repertoire. Meistens stehen die Unterhaltung, soziale Anliegen oder ein spezielles Thema oder ein Anlass im Fokus unserer Programmaktionen. Regelmäßig zielen wir mit unseren Spielen im Wettbewerb natürlich auch auf Faktoren wie die Steigerung von Aufmerksamkeit oder das Wecken von Neugier.”

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