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Summer Splash-Erfinder Tunkel managt künftig Burgenland-Tourismus – und erntet Kritik von der ÖVP © APA/Christian Gmasz

Didi Tunkel und Hans Peter Doskozil

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Didi Tunkel und Hans Peter Doskozil

Redaktion 13.08.2020

Summer Splash-Erfinder Tunkel managt künftig Burgenland-Tourismus – und erntet Kritik von der ÖVP

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) hat am Dienstag den Südburgenländer Didi Tunkel als neuen Chef von Burgenland Tourismus präsentiert.

EISENSTADT. Tunkel (48), Erfinder der Event-Maturareise "Summer Splash", ging unter insgesamt 13 Bewerbern als Erstgereihter hervor. Er soll ab 1. September vorerst für fünf Jahre die Nachfolge von Hannes Anton antreten, dessen Vertrag vorzeitig aufgelöst wurde.

Man definiere sich im Tourismus sehr gerne über Nächtigungszahlen. Der neue Weg soll sein, "dass es das nicht ausschließlich sein darf", sagte Doskozil: "Tourismus ist aus meiner Sicht sehr viel mehr". Und dieses Lebensgefühl müsse auf die Touristiker überspringen. Gleichzeitig müsse sich das Angebot weiterentwickeln. Derzeit gebe es "ein gesundes Wachsen" im Einklang mit der Natur. Um dieses Bild des Burgenlandes auch über die Grenzen Österreichs hinweg zu zeichnen, brauche es "einen exzellenten, erfahrenen und einen guten Tourismusdirektor, der das als Aufgabe auch lebt", stellte der Landeshauptmann fest.

Die ÖVP hingegen ortet "Freunderlwirtschaft" bei der Besetzung des Postens. Diese sei unter Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) "gängige Praxis", stellte Klubobmann Markus Ulram am Dienstag in einer Aussendung fest. "In der Ausschreibung war keine Qualifikation gefragt, sondern lediglich Erfahrung im Eventmanagement. Genau zugeschnitten auf Dietmar Tunkel, den gescheiterten Geschäftsführer von Splashline", so Ulram. Landeshauptmann Doskozil und Tunkel würden einander "seit vielen Jahren" kennen, kämen sie doch aus derselben Gemeinde.

Notwendig geworden sei die Neubesetzung nur, weil Landeshauptmann Doskozil Tourismus-Geschäftsführer Hannes Anton "aus parteipolitischen Gründen abmontiert" habe. Da dessen Vertrag aber noch laufe, habe ein "Versorgungsjob" bei der Dachmarke Burgenland geschaffen werden müssen - und das auf Kosten der Steuerzahler. "Eine Einigung, die der Steuerzahler finanziert, muss offengelegt werden", forderte der Klubobmann.

Die SPÖ Burgenland wiederum hat diese Kritik der ÖVP zurückgewiesen. Tunkel sei "ein europaweit bekannter und erfolgreicher Tourismusmanager. Das Burgenland kann stolz darauf sein, ihn nun als Geschäftsführer des Burgenland Tourismus gewonnen zu haben", so SPÖ-Tourismussprecher Gerhard Hutter in einer Aussendung. "Dass hier gleich Neider auf der Matte stehen und Kritik äußern, ist zwar wenig überraschend, aber mehr als unangebracht", stellte Hutter fest. Tunkel habe in den vergangenen Jahrzehnten bewiesen, dass er ein ausgewiesener Tourismusexperte sei. (APA)

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