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VÖZ beruhigt rund um kommendes Aus von Morawa Zeitungsvertrieb © VÖZ Franz Helmreich

VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger beruhigt in Sachen Morawa.

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VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger beruhigt in Sachen Morawa.

Redaktion 13.06.2018

VÖZ beruhigt rund um kommendes Aus von Morawa Zeitungsvertrieb

VÖZ-Geschäftsführer: "Werden mit Sicherheit bis zum Jahresende alternative Lösung gefunden haben".

WIEN. Der Verein Österreichischer Zeitungsverleger (VÖZ) beruhigt rund um das kommende Aus des Morawa Zeitungsvertriebs. "Wir werden mit Sicherheit bis zum Jahresende eine alternative Lösung gefunden haben", sagte VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger am Dienstag im Ö1-"Mittagsjournal". Antworten seien aber rasch zu finden.
 
Dann könnten "Zeitungen und Magazine am Point of Sale, also Trafik, Kiosk, Supermärkte, Tankstellen auch weiterhin verfügbar" sein, "weil wir der Überzeugung sind, dass das eine Art der Infrastrukturleistung ist, im Sinne auch der Demokratie", so Grünberger. Ein großes Geschäft sei der Einzelhandel nicht, er mache nur fünf Prozent des Verkaufs aus. Zeitungen würden überwiegend über Abos an den Kunden gebracht, bekräftigte Grünberger eine Aussage von Morawa-Geschäftsführer Emmerich Selch im APA-Gespräch gestern.
 
Eine Option für die Übernahme der Vertriebstätigkeit ist der Salzburger Pressegroßvertrieb PGV Austria, wie Morawa-Chef Selch gestern erklärte. Dort laufen gerade die Telefone heiß, sagte Vertriebsleiter Florian Kraus heute im Radiobericht. "Wir sind für alle Gespräche offen, die ersten Gespräche laufen auch schon, die ersten Kontaktaufnahmen sind erfolgt." Man könne das Geschäft von Morawa übernehmen. "Natürlich müssen wir organisatorisch da auch die einen oder anderen Stellschrauben drehen. Aber wir werden es sicherlich stemmen, wir sind ja auch schon seit über 70 Jahren am Markt."
 
Eine Alternative wäre, dass Verlage künftig - wie es die Mediaprint macht - selbst ausliefern, sagte VÖZ-Geschäftsführer Grünberger. Bei weniger Anbietern könnten die Preise für den Vertrieb prinzipiell steigen. "Wenn es eklatant teurer wird, wird man sich etwas überlegen müssen. Aber ich geht jetzt zum heutigen Zeitpunkt nicht zwingend von einer Preiserhöhung aus."
 
2016 wurde laut Firmencompass beim Morawa Pressevertrieb erstmals ein negatives Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von minus 2,64 Mio. € verzeichnet. 2015 hatte es noch ein mit 0,11 Mio. € minimal positives EGT gegeben - das ist aber kein Vergleich zu den Jahren zur Mitte der 2000er-Jahre - 2003 belief sich das EGT auf 4,78 Mio. €, 2004 auf 5,38 Mio. €, 2005 auf 3,22 Mio. €. Die Zahl der Beschäftigten ging im Vorjahr auf 69 zurück. Seit dem Höchststand 2006 mit 423 Mitarbeitern wurde jährlich abgebaut. Schuld an der Entwicklung ist laut Morawa Zeitungsvertrieb die zunehmende Digitalisierung. (APA)

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