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„Wir sind eine moderne Patchworkfamilie” © Zum Goldenen Hirschen/www.dietersteinbach.com

Hirschen Group Managing Director Herbert Rohrmair-Lewis

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Hirschen Group Managing Director Herbert Rohrmair-Lewis

Dinko Fejzuli und Sascha Harold 15.06.2018

„Wir sind eine moderne Patchworkfamilie”

Die Hirschen stellen sich in Österreich neu auf. Neuer Managing Director ist Herbert Rohrmair-Lewis, Alexander Zelmanovics und Gerhard Martinek gehen von Bord.

••• Von Dinko Fejzuli und Sascha Harold

WIEN. Die Hirschen Group stellt sich neu auf und will künftig stärker integriert am österreichischen Markt auftreten. Neuer Managing Director für Österreich ist Herbert Rohrmair-Lewis, bisher Geschäftsführer für die ebenfalls zur Hirschen Group zugehörigen 365 Sherpas. Ziel der Restrukturierung ist die stärkere Anbindung der beiden Marken Zum Goldenen Hirschen Consulting und 365 Sherpas an die deutsche Hirschen Group.

Personelle Veränderung

Die beiden bisherigen Geschäftsführer der Zum goldenen Hirschen Campaigning GmbH Wien, Alexander Zelmanovics und Gerhard Martinek, verlassen das Unternehmen.

Gründer und CEO Martin Blach erklärt die Hintergründe: „Nachdem wir mit 365 Sherpas vor zweieinhalb Jahren die zweite Marke nach Wien gebracht haben, haben wir Blut geleckt und wollten den Weg noch schneller gehen.” Rohrmair-Lewis soll sich deshalb ein Stück weit aus dem operativen Geschäft zurückziehen und auf den Ausbau weiterer Marken in Wien fokussieren.
Die deutsche Hirschen Group ist in Deutschland mit 800 Mitarbeitern mittlerweile die drittgrößte eigentümergeführte Agentur. Die einzelnen Consulting- und Agenturmarken der Gruppe haben jeweils eigene Schwerpunkte und können so spezifische Marktsegmente bearbeiten.
Markus Zauner soll als Kreativ-Geschäftsführer übernehmen, bei 365 Sherpas wird Joachim Kurz die Teamleitung von Rohrmair-Lewis übernehmen. Die Besonderheit der Gruppe erläutert der neue Standortleiter so: „Die einzelnen Agenturen haben ihre eigenen Kunden, ihre eigene Regionalität und Marke. Das versuchen wir zusammenzubringen.”

Geballte Kompetenz

„Wenn ein Kunde bei der Tür herein kommt, hat er auf die ganze Kompetenz der Gruppe Zugriff”, führt Rohrmair-Lewis weiter aus. Hinter dem spezifischen Markenauftritt nach außen wird also intern vernetzt gearbeitet und auf die Kernkompetenzen der jeweiligen Standorte gesetzt.

Die Blaupause für die Umsetzung in Österreich liefert die Praxis in Deutschland, wo die Gruppe bereits auf die starke Vernetzung und Zusammenarbeit der Einzelagenturen untereinander setzt. „Wir sehen uns nicht als Netzwerkagentur, die Etats aus Deutschland in unterschiedliche Länder exportiert, wir wollen in Österreich das sein, was wir auch in Deutschland sind: eine starke Agenturgruppe, die imstande ist, alle Services aus einer Hand anzubieten”, erläutert Blach die Strategie für den österreichischen Markt. Auf Österreich bezogen, sieht er seine Rolle vor alle darin, den neuen Standortleiter Rohrmair-Lewis bei seiner Aufgabe zu unterstützen.
Die größten Potenziale für den österreichischen Standort sieht er im politischen Bereich sowie im bei Thema Digital – wobei er das Thema umfassend versteht: „Wenn wir von Digitalität reden, meinen wir nicht in erster Linie das Programmieren von Bannern oder das Designen von Websites, sondern wir reden über alle digitalen Angebote entlang der Customer Journey.”

Expansionspolitik

Für Österreich wünscht sich Blach, im besten Fall schon bis kommendes Jahr eine weitere Marke aus dem Haus der Hirschen Group zu etablieren; infrage kämen für ihn dabei die Marken ressourcenmangel, Health Angels oder Vorn. Festgelegt habe man sich hier aber noch nicht. Überhaupt will man Abstand nehmen von allzu starren Zielvorgaben: „Wir sind in der Vergangenheit immer gut damit gefahren, keinem dogmatischen Plan zu folgen”, so Blach, der ergänzt, dass es darum gehe, „die Kraft dieser 800 Leute, die wir in der Gruppe haben, nutzen zu können”.

In der Praxis heißt das, gegenüber Kunden als eine Marke aufzutreten, während im Hintergrund mehrere Agenturen in die jeweilige Aufgabenstellung involviert sind. „Es gibt Pitches, da sind vier oder fünf einzelne Agenturen dabei; damit es für den Kunden nicht unübersichtlich wird, tritt man dann beispielsweise als Hirschengruppe auf”, erklärt Rohrmair-Lewis das Prozedere.

Best-Practice

Dass die Wahl für den Standortchef auf ihn fiel, ist kein Zufall. Rohrmair-Lewis soll künftig den Weg, den er bei 365 Sherpas vorgezeigt hat, weitergehen und die Kooperation des österreichischen mit den deutschen Standorten weiter ausbauen. „Die Herausforderungen von Unternehmen sind im Zuge der Globalisierung und Digitalisierung immer individueller geworden. Ihnen erfolgreich zu begegnen, verlangt immer häufiger nach maßgeschneiderten Lösungen”, so Rohrmair-Lewis. Dem entspreche auch die Arbeitsweise der Hirschen Group, die auf agile Strukturen und Prozesse setze. Die entscheidende Triebkraft, so der neue Standortleiter, sei die unternehmerische Herangehensweise, von der die Agentur getrieben sei. Der Erfolg gibt ihnen bislang recht. Ob der Weg für Österreich in dieselbe Richtung führen wird, muss sich erst zeigen. Ziel sei jedenfalls, den Standort Österreich zu stabilisieren und ein eigenes Profil zu entwickeln, um mit neuen Marken eine ähnliche Enwicklung zu schaffen wie mit 365 Sherpas.

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