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Young Lions-Gewinner: „Haben einen großen Anspruch an uns gestellt“ Steinke

Jonas Weber und Patrick Pichler konnten einen Löwen ergattern.

Steinke

Jonas Weber und Patrick Pichler konnten einen Löwen ergattern.

Petra Steinke 21.06.2016

Young Lions-Gewinner: „Haben einen großen Anspruch an uns gestellt“

Patrick Pichler und Jonas Weber holen sich einen Bronzenen Löwen in der Kategorie "Print".

CANNES. Spektakuläres Ereignis bei den Young Lions-Wettbewerben in Cannes: Nach einer bislang enttäuschenden Woche ohne österreichische Medaillen holen sich die beiden Junioren und Freelancer Patrick Pichler (25) und Jonas Weber (28) einen Bronzenen Löwen in der Kategorie "Print".

Die 42 Nachwuchsteams aus aller Welt hatten die Aufgabe, eine Kampagne für das UN-Projekt 17 Sustainable Development Goals (SDGs) umzusetzen. Die für Österreich antretenden Junioren setzen eines der Ziele namens Ensure access to water and sanitation for all (Sicherstellung der Wasserversorgung und sanitären Einrichtungen für alle) ausdrucksstark um.

Das Printsujet zur Sensibilisierung und Bewusstseinsschaffung bei der westlichen Bevölkerung für mehr sauberes Trinkwasser durch Toilettenanlagen überzeugte schließlich die internationale Print-Jury. Gold geht an Uruguay (AMÉN), über Silber freut sich China (BBDO Hongkong).
ORF-Enterprise ist offizieller Repräsentant des Cannes Lions International Festival of Creativity in Österreich, die noch bis zum 25. Juni an der Côte d’Azur abgehalten werden.

medianet traf die glücklichen Gewinner Pichler und Weber zu ihrem ersten Interview.

"Das UN-Projekt war mit siebzehn Zielen sehr umfangreich. Ward ihr mit eurer Aufgabe zufrieden?"
Weber: Ja, sehr. Das Thema Trinkwasser und sanitäre Einrichtungen ist ein aktuelles Thema und man kommt nicht daran vorbei, der Handlungsbedarf ist hier sehr groß. Tatsache ist, dass es an sanitären Einrichtungen weltweit mangelt.

"Ist das Thema Nachhaltigkeit auch privat für euch wichtig?"
Pichler: Unbedingt. Es gibt auf der Welt mehr Mobiltelefone als Toiletten. Es ist ein ernst zu nehmendes Problem - besonders in Ländern wie Indien, die an sich schon große Probleme mit der Wasserversorgung haben.

"Wie viel Zeit hattet Ihr für diese Aufgabe?"
Weber: Nur 24 Stunden. Das Briefing kam am Samstagabend, Sonntag war dann Abgabe. Wir waren aber recht schnell fertig.
Pichler: Im Anschluss haben wir uns Samstagabend noch das EM-Spiel Österreich-Portugal angesehen.

"Habt Ihr mit der Auszeichnung gerechnet?"
Weber: Wir haben vielleicht nicht damit gerechnet, aber wir hatten nach der Abgabe ein sehr gutes Gefühl und konnten der Sache sehr gelassen entgegensehen.
Pichler: Man kann die Arbeiten der anderen schlecht einschätzen, aber wir mussten mit uns selbst zufrieden sein und haben einen entsprechend großen Anspruch an uns gestellt.

"Hattet ihr Kontakt zu den Mitbewerbern?"
Weber: Nicht sehr viel, wir konnten auch nicht in die Arbeiten der Mitbewerber einsehen.

"Was braucht es zum Sieg?"
Weber: In erster Linie muss man kommunizieren können und einen freien Kopf haben. Die Idee muss sich von den anderen Einreichungen abheben.

"Wie war die Betreuung durch den ORF-Enterprise?"
Weber: Großartig, wir sind für die Betreuung und finanzielle Unterstützung sehr dankbar, das möchten wir noch einmal an dieser Stelle besonders hervorheben. Wir haben beobachtet, dass andere Nationen die Reise selber finanzieren müssen und nur zwei Tage in Cannes sind. Wir sind am 18. Juni gekommen und reisen erst am 25. wieder ab. Uns bleibt die Zeit, alle Arbeiten hier in Ruhe anzuschauen. Wir besuchen auch noch viele Veranstaltungen.
Pichler: Es ist toll, wie uns der ORF unterstützt; dieser finanzielle Rückhalt nimmt uns den Druck von den Schultern und schafft auch einen Rahmen, um kreativ zu sein.

"In welchen Bereichen könntet ihr außerdem arbeiten und wachsen?"
Weber: Grafik-Design, Film.
Pichler: Auch Illustration und Kunst.

"Was muss man in Cannes getan haben?"
Pichler: Am besten mit der Yacht aus der Stadt rausfahren und ins kühle Wasser springen.
Weber: Ich wäre noch gern in einem Gummiboot gepaddelt.

Das Interview führte Cannes-Korrespondentin Petra Steinke.

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