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„Sind Alternative zu den großen Beraterfirmen” © Loop

Michael John

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Michael John

Redaktion 13.12.2019

„Sind Alternative zu den großen Beraterfirmen”

Michael John, Gründer der kreativen Digital-Agentur Loop, blickt auf ein „beispielloses Wachstum” zurück.

••• Von Dinko Fejzuli und Sascha Harold

Am Beginn war die berufliche Beschäftigung mit dem Internet nur als Überbrückung zur Studienzeit gedacht. Das war 1999, als von Social Media noch keine Spur war und es vor allem um die Erstellung von Websites ging. Heute ist aus der kleinen Salzburger Firma Loop eine große, international erfolgreiche Digitalagentur geworden, die Kunden wie Puma, Breitling oder Tupperware global betreut. Gründer Michael John beschreibt die ersten Jahre: „Wir hatten am Beginn keinen Businessplan und nicht vor, das länger als zwei, drei Jahre zu machen.” Gemeinsam mit dem heutigen Head of Technology, Florian Dietl, gründete er damals Loop, das Wachstum stellte sich gleichsam mit dem Wachstum des Internets ein. „2012 sind wir mit zwölf Leuten in ein neues Office gezogen. Zwischen 2010 und 2012 sind dann Smartphones und Social Media größer geworden. Nachdem wir uns immer als eine Technologieagentur verstanden haben, die stark auf Werbung und Kommunikation setzt, war klar, dass wir diese neuen Bereiche zukünftig ebenfalls inhouse abdecken wollen.”

Während viele Werbeagenturen das digitale Marketing als Geschäft für Spezialisten wahrnahmen, hat man bei Loop von Anfang an starken Fokus darauf gelegt.

Digital-first Leadagentur

Kombiniert wurde das technische Verständnis mit einem Gespür für Markenentwicklung. „Unser typischer Kunde ist eine große, internationale Marke, die eine digital-first Leadagentur sucht”, so John.

Während man bei Loop zwar nach wie vor Websites und Social Media-Content erstellt, steht im Zentrum etwas anderes: „Es geht darum, Marken fit für das Jahr 2022 zu machen. Für eine Welt, wo jeder mit einem Klick Bestellungen abgibt, die innerhalb von wenigen Stunden vor der Haustür sind, wo Kaufentscheidungen nicht mehr in einem Schaufenster oder Geschäft, sondern über Social Media getroffen werden”, erläutert John weiter. Dieser Ansatz spiegelt sich auch darin wider, dass die meisten Kunden nicht bloß für ein spezifisches Projekt kommen, sondern zum Großteil in enger Zusammenarbeit und strategischen Roadmaps über einen längeren Zeitraum mit Loop zusammenarbeiten.

Consulting und Produktion

An dieser Stelle verschwimmt auch die Grenze zwischen dem klassischen Agenturgeschäft und dem Consulting – ein Umstand, den auch John wahrnimmt: „Für viele sind wir eher die Alternative zu großen Beratungsunternehmen und nicht zu einer klassischen Agentur. Seit heuer haben wir einen expliziten Consultingbereich, in dem es um Dinge wie Produktentwicklung oder Wachstums- und Performanceberatung geht.” In einem dreimonatigen Consulting-Programm bietet die Agentur beispielsweise als Serviceprodukt an, einen Spezialisten für drei Monate direkt ins Unternehmens des Kunden zu schicken. Dort wird dann mithilfe von detaillierten Analysen und Reportings an der Optimierung von Mediaspendings gearbeitet.

Die hohe Messbarkeit ist ein großes Asset von Loop. „Wir liefern durchgängig detailliertes Reporting, mit dem wir zeigen, was funktioniert hat. Wir können so die gesamte Kette vom Consulting bis zur Umsetzung abdecken”, erklärt John. Im Fashion-Bereich beispielsweise erreicht die Agentur mit ihren Kunden im Schnitt einen Return of Investment von 1:10. Diese Erfolge sorgen auch dafür, dass man in der Arbeit selektiver werden und gezielt Aufträge annehmen kann, in denen die Agentur garantiert für Erfolg sorgen kann.

Internationales Geschäft

Der erste Kunde, bei dem Loop für mehrere Länder Websites und Inhalte produziert hat, ist Konsumgüterproduzent Reckitt Benckiser. „Wir haben mit Reckitt Benckiser im Jahr 2004 gemeinsam herausgefunden, wie man das Web nutzt, um Marken groß zu machen und nicht nur, um technisch perfekte Websites zu produzieren. Für uns ­folgte die Erkenntnis, dass wir die ­beste Agentur für all jene sind, die nicht einfach nur Websites wollen, sondern ein Businessziel in einem definierten Zeitraum erreichen wollen”, beschreibt John. Mit den Kunden ist auch die Agentur selbst internationaler geworden, früh hat man Mitarbeiter mit Fremdsprachenkenntnissen in Boot geholt, heute hat die Loop Standorte in fünf Ländern auf mehreren Kontinenten.

Output größer als Input

Die Möglichkeiten, die sich in den letzten Jahren durch technische Innovationen bei mobilen Endgeräten und im Web ergeben, bieten auch der Werbung neue Einsatzfelder.

„Ich glaube an die Relevanz von TV-Spots – ich glaube aber auch, dass wir während dieser Spots mit hoher Wahrscheinlichkeit das Smartphone in die Hand nehmen und etwas anderes durchschauen”, führt John aus. Die Gelegenheit, mit Produkten in Berührung zu kommen, habe sich durch mobile Technologie in Kombination mit Social Medien stark erhöht. Die Kaufentscheidung wird dadurch vermehrt online getroffen, Unternehmen müssen darauf reagieren.

Mehr Output als Input

Dass Loop die richtigen Antworten bietet, zeigt der hohe Output, der sich auch messen lässt. Die Agentur, so der Gründer weiter, setze nicht auf Reichweite als Selbstzweck, sondern auf die Schaffung von relevanter Reichweite. „Uns ist wichtig, dass alles, was passiert, miteinander zusammenhängt. Am Ende muss alles mehr Geld bringen, als man einsetzt, das ist der einzige Grund, Werbung zu machen”, beschreibt John abschließend das Selbstverständnis bei Loop.

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