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Das Rekordjahr 2017 im Überblick © iws towntown

Am Thomas-Klestil-Platz im 3. Wiener Gemeindebezirk bietet demnächst die Firma Spaces in fünf Stockwerken auf mehr als 4.000 m² Raum für 89 Büros mit 521 Arbeitsplätzen und fünf Konferenzräumen.

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Am Thomas-Klestil-Platz im 3. Wiener Gemeindebezirk bietet demnächst die Firma Spaces in fünf Stockwerken auf mehr als 4.000 m² Raum für 89 Büros mit 521 Arbeitsplätzen und fünf Konferenzräumen.

Paul Christian Jezek 02.03.2018

Das Rekordjahr 2017 im Überblick

Mit fast fünf Milliarden Euro Immobilien-Investmentvolumen wurde in Österreich im Vorjahr ein All-time-high erreicht.

••• Von Paul Christian Jezek

WIEN. Bei rund 4,8 Mrd. € insgesamt war das erste Halbjahr 2017 mit ca. 2,55 Mrd. € etwas stärker als das zweite Halbjahr. Ein Trend, der sich im gesamten Vorjahr gezeigt hat, ist jener von großvolumigen Investments: Bei gleich elf Transaktionen war das Investmentvolumen größer als 100 Mio. €.

„Dazu muss man allerdings erwähnen, dass wir bei dieser Statistik die Forward Deals nun bereits mit dem Signing berücksichtigen – bis 2016 war das Closing ausschlaggebend”, erklärt Georg Fichtinger, Head of Investment Properties, die Methodik der CBRE-Untersuchung.
Die bedeutendste Assetklasse im Vorjahr war jene der Büroimmobilien, auf die rund 65% aller Investments entfielen; Retailimmobilien mit ca. zwölf und Wohnimmobilien mit ca. elf Prozent folgen auf den Rängen 2 und 3.
Für mehr als die Hälfte – rund 51% – aller Investments waren deutsche Investoren verantwortlich, ca. 30% der Transaktionen wurden von Österreichern getätigt. Weitere ausländische Investoren wickelten rund 19% der Investments ab.
Die Spitzenrenditen haben 2017 in allen Assetklassen noch einmal leicht nachgegeben: Büroimmobilien 3,9% (2016: 4,0%), High Street Retail 3,30% (2016: 3,4%) Einkaufszentren 4,0% (2016: 4,1%), Fachmarktzentren 5,6% (2016: 5,7%). „Nach so einem Rekordjahr ist es nicht einfach, eine Prognose abzugeben”, sagt Fichtinger. „Wir gehen davon aus, dass 2018 ein gutes Jahr wird; der Rekordwert von 2017 wird allerdings wohl nicht mehr erreicht.”

Die Büros in Wien

Dabei kommt der Büromarkt in der Bundeshauptstadt langsamer in die Gänge als erwartet. Wurden 2016 noch ca. 329.000 m² vermietet, so ist das Vermietungsvolumen 2017 auf ca. 192.000 m² zurückgegangen und lag damit sogar unter dem Niveau von 2015. Diese geringe Vermietungsleistung korreliert mit dem Fertigstellungsvolumen; 2017 wurden rund 154.000 m² neuer Büroflächen wie u.a. Orbi Tower, Euro Plaza 6, Denk Drei, Post am Rochus, QBC 3 & 4, etc. fertiggestellt, von denen allerdings bereits Anfang 2017 ca. 70% vorvermietet oder eigengenutzt waren. Für 2018 wird ein höheres Volumen erwartet, rund 282.000 m² neuer Büroflächen wie z.B. The Icon Vienna und Austria Campus sowie Inno Plaza sollen bis zum Jahresende fertiggestellt werden.

Viel Action in der Innenstadt

Etwa 40% der Neuvermietungen entfielen 2017 auf die Innere Stadt; Erdberg mit 16 und der Hauptbahnhof mit 14% der Vermietungen waren ebenfalls beliebte Bürostandorte in Wien. Am wenigsten tat sich im Norden von Wien mit nur rund einem Prozent aller Vermietungen.

Dienstleister (rund 35%) und der öffentliche Sektor (ca. 23%) waren die aktivsten Neumieter 2017, Unternehmen aus der Computer- & Hightech-Branche sind für ca. 15% der Neuanmietungen verantwortlich gewesen, Handel, Infrastruktur und Gewerbe für ca. 14%.
Die Mieten haben sich 2017 nur marginal verändert: In Spitzenlagen blieben sie konstant bei 26 €/m²/Monat, in guten Lagen stieg sie auf 17 €/m²/Monat (2016: 16,50 €/m²/Monat), in durchschnittlichen Lagen muss man mit 14,55 €/m²/Monat (2016: 14,25 €/m²/Monat) rechnen. Die Leerstandsrate hat sich weiter nach unten bewegt und beträgt per Jahresbeginn 2018 in Wien 4,9% (2016: 5,3%).

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