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Die zentrale Rolle der Sanierung © Klima- und Energiefonds/Hans Ringhofer

Ingmar Höbarth, Geschäftsführer der Klima- und Energiefonds.

© Klima- und Energiefonds/Hans Ringhofer

Ingmar Höbarth, Geschäftsführer der Klima- und Energiefonds.

Ingmar Höbarth 01.04.2016

Die zentrale Rolle der Sanierung

Das Klimaabkommen in Paris war und ist eine Bestätigung für alle, die sich für aktiven Klimaschutz engagieren. Das gilt auch und gerade für den Gebäudesektor.

Gastkommentar ••• Von Ingmar Höbarth

WIEN. Das Klimaabkommen von ­Paris ist eine Aufforderung an uns alle, den Weg der Energiewende noch konsequenter zu beschreiten.

Der Klima- und Energiefonds hat seit seiner Gründung vor neun Jahren eine ganze Reihe von Initiativen gesetzt und durch Pilot­projekte gezeigt, wie ein nachhaltiges und zukunftsfähiges Energie- und Mobilitätssystem aussehen kann.

Auf die Qualität kommt es an

Paris gibt uns nun den Rückenwind, um all die vielfach bewährten Programme und Projekte verstärkt umzusetzen.

Eine zentrale Rolle bei der Umgestaltung des Energiesystems und der Erreichung der Klimaziele – der Reduktion der Treibhausgasemissionen um 80 bis 95% bis 2050 – wird Gebäuden und deren Sanierung zukommen; sie sind ein großer Verursacher von Treibhausgasemissionen und bieten daher ein enormes Einsparungspotenzial.
Dabei kommt es nicht nur auf die Anhebung der Sanierungsrate generell, sondern vor allem auf die Qualität der Sanierung an. Die heutigen Sanierungen von Bestandsgebäuden haben maßgeblichen Einfluss auf die Treibhausgasemissionen der nächsten Jahrzehnte. Denn Gebäude, die jetzt mustergültig saniert werden, sind zukunftsträchtige Wegbereiter, die als intelligentes System zumindest die nächsten 40 Jahre wirksam sind.

Das Gebäude als Kraftwerk

Genau an dieser Stelle setzt der Klima- und Energiefonds mit dem Programm „Mustersanierungen” an. Das Ziel haben wir uns dabei hoch gesteckt: Der Gebäudesektor kann und muss langfristig gänzlich frei von CO2-Emissionen werden.

Dabei setzen wir auf eine revolutionäre Denkart und Herangehensweise: Gebäude sind nicht nur Gebäude, sondern Gesamtsysteme, die eine Vielzahl an Möglichkeiten bieten, nachhaltige Innovationen für unsere Zukunft zu schaffen.
Unsere erklärte Vision ist: Das Gebäude als Kraftwerk soll in ­Österreich Realität werden. Mittlerweile konnten wir 66 Muster­sanierungen, reichend von der kleinen Volksschule über Hotels bis zu großen Bürogebäuden, als Vorzeigeprojekte realisieren.

Optimierte Gebäudetechnik

Jedes einzelne Projekt inspiriert und motiviert dazu, gemeinsam neue Wege zu gehen und die Qualität der Gebäudesanierungen grundlegend zu steigern.

Der Einsatz erneuerbarer Energiequellen und umweltfreundlicher Baustoffe, gepaart mit der Steigerung der Energieeffizienz, etwa durch innovativen Wärmeschutz, verringerten Kühlbedarf und optimierte ­Gebäudetechnik, zeigt die Pionierleistung unserer Mustersanie­rungen.
Zehn unserer 66 Vorzeigeprojekte haben die Klasse der Plusenergiehäuser erreicht: Diese Objekte, die über das Jahr gesehen mehr Energie erzeugen als verbrauchen, fungieren als eigenständiges Kraftwerk – ein Schritt in Richtung Energieunabhängigkeit, der uns die vielseitigen Chancen, die im Gebäudebereich liegen, erneut vor Augen führt. Unsere Vorzeigeprojekte sollen auch in Zukunft innovativen Architekten, Ingenieuren und Bauherren motivierende und zukunftsweisende Anstöße liefern.

https://www.klimafonds.gv.at

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