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Grün betreiben, nicht „nur” bauen © WISAG

Erkenntnis Sowohl der Bedarf an nachhaltig betriebenen als auch an nachhal­tig errichteten Gebäuden (Green Buildings) ist größer als das Angebot.

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Erkenntnis Sowohl der Bedarf an nachhaltig betriebenen als auch an nachhal­tig errichteten Gebäuden (Green Buildings) ist größer als das Angebot.

Paul Christian Jezek 31.03.2017

Grün betreiben, nicht „nur” bauen

Wenn sie wählen sollten, würden Mieter nachhaltig ­betriebene Immobilien nachhaltig gebauten vorziehen.

••• Von Paul Christian Jezek

WIEN. „Der Gebäudebetrieb bietet zahlreiche Stellschrauben, mit denen die nachhaltige Performance von Immobilien erhöht werden kann – die Performance einer grünen Gebäude­hülle ist dagegen festgelegt”, betont Projektleiter Holger Kube von der 2COM, dem Beratungsunternehmen der Wisag Facility Service Holding. So lasse sich erklären, dass bei den Mietern der grüne Betrieb beliebter ist als die zertifizierte Gebäudehülle.

Nicht nur die Mieter selbst haben dies mit ihren Angaben zum Nachhaltigkeitsradar der Wisag Facility Service Holding GmbH deutlich gemacht. Auch die Gesamtheit der befragten Marktakteure, darunter Facility Manager, Eigentümer und Property Manager, ist der Meinung, dass die Mieter der grünen Bewirtschaftung den Vorzug geben würden. Fast ein Drittel der insgesamt 463 Teilnehmer hat sich bei der Umfrage für den nachhaltigen Betrieb entschieden, nur etwa ein Achtel für den grünen Bau. Dem Idealbild der Mieter entspricht eine Kombination beider Nachhaltigkeitsarten – nahezu die Hälfte aller Teilnehmer wählte diese Antwortmöglichkeit. „Das Potenzial einer nachhaltig gebauten Immobilie kann nur durch eine nachhaltige Bewirtschaftung voll entfaltet werden”, erklärt Kube.

Mieter stehen nicht im Fokus

An der Bewertung der verschiedenen Marktakteure wird deutlich, dass sich der Einfluss der Mieter in Grenzen hält. Zudem untersuchte das Nachhaltigkeitsradar, ob Eigentümer ihre Chance nutzen und angemessen auf den Bedarf an nachhaltigen Immobilien reagieren. Die Gesamtheit der Marktakteure sowie die Mieter allein sagten übereinstimmend: „Nein”. Der Bedarf an nachhaltigen Immobilien ist sehr viel höher als das Angebot: Mehr als 80% der Teilnehmer teilen diese Meinung in Bezug auf nachhaltig bewirtschaftete Objekte, rund 90% in Bezug auf Green Buildings.

„Immobilien lassen sich schnell und mit einfachen Mitteln grün bewirtschaften”, sagt Holger Kube. Vor dem Hintergrund, dass der Bedarf an nachhaltigen Gebäuden noch nicht gedeckt ist, könnten sich die Eigentümer über diesen Weg einen großen Wettbewerbsvorteil verschaffen.
„Grüner Betrieb dient jedoch nicht nur der Mieterbindung, auch Preisabschläge bei der Vermietung sind damit vermeidbar”, so Kube weiter. Die Studienteilnehmer waren der Ansicht, dass konventionell bewirtschaftete Immobilien heute schon nicht mehr ohne Preisabschlag vermietbar sind: Aktuell glaubt das fast ein Viertel der Marktakteure.

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