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Immo-Bilanz nach einem Virus-Jahr © Re/Max

Hier stehen vor allem Gegenden um Mariazell, Wein-, Mühl- und Waldviertel sowie Skigebiete in der Nähe von Wien hoch im Kurs.

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Hier stehen vor allem Gegenden um Mariazell, Wein-, Mühl- und Waldviertel sowie Skigebiete in der Nähe von Wien hoch im Kurs.

Redaktion 09.04.2021

Immo-Bilanz nach einem Virus-Jahr

Nach einem Pandemie-Jahr ist der Wohnraum zum Arbeitsplatz und der Garten zum Ausflugsziel geworden.

••• Von Paul Christian Jezek

WIEN. Nach Immobilien in den Innenbezirken wurde auf dem Immobilienportal FindMyHome.at um etwas mehr als ein Viertel (27%) weniger gesucht als 2019.

Stattdessen stieg das Interesse an Wohnobjekten in grünen Rand­bezirken in Park- oder Wienerwaldnähe sowie Wien Umgebung. Hier boomen vor allem Orte wie Tulln, Mistelbach, Krems oder Stockerau.
Auch die Größe des Zuhauses wurde zu einem wichtigen Faktor: Das Interesse an Eigentumswohnungen von 100 bis 250 m² stieg 2020 um 22%, bei Häusern zum Eigentum sogar um ganze 86%.
Obwohl das Bedürfnis nach mehr Wohnraum stark angestiegen ist, zeichnen die tatsächlich getätigten Anfragen ein anderes Bild. „Die stets steigenden Immobilienpreise bewirken, dass der Wunsch nach einem größeren Zuhause oft nur ein ebensolcher bleibt”, erklärt FindMyHome.at-Geschäftsführer Bernd Gabel-Hlawa. „Seit der Pandemie ist die Nachfrage nach Investitionen in Immobilien so hoch wie nie zuvor und treibt, gepaart mit dem Mangel an passenden Projektentwicklungen, die Preise in die Höhe.” Auch eine Erhöhung der Kosten im Material- und Personalbereich plus lange Wartezeiten bei behördlichen Genehmigungen sorgen für höheren Kostenaufwand, der sich in den Angebotspreisen widerspiegelt.

Seit der Coronakrise sind Immobilien in heimischen Zweitwohnsitzgebieten so beliebt wie zuletzt in den 80er-Jahren. „Im Premiumsegment sind es primär Villen rund um die Seengebiete sowie Bergchalets in Skiregionen, wo wir einen Anstieg der Nachfrage von über 50 Prozent verzeichnen”, sagt Gabel-Hlawa.

Luxusimmobilien im Visier

Viele Immobilienangebote von zwei bis fünf Mio. € sind oftmals nur für ein paar Wochen präsent, bevor sie nach erfolgreichem Verkauf den Besitzer wechseln. „Vor der Pandemie waren solche Liebhaberprojekte oft bis zu drei Jahre verfügbar”, erinnert sich Gabel-Hlawa.

Noch ein Trend: Seitdem Hausbesichtigungen im eigentlichen Kontext nicht mehr uneingeschränkt möglich sind, hat sich auch die Art und Weise der Immobilienpräsentation verändert.
„Mit dem ersten Lockdown im März 2020 nahm der Bedarf nach digitalen Begehungen schlagartig zu”, meint der FindMyHome.at-Geschäftsführer. „Die Einschränkungen schließen nicht nur Türen, sondern eröffnen auch viele neue Möglichkeiten, welche die Immobilienbranche für sich nutzen kann. Der Einsatz von Video-Tools ermöglicht eine Begehung mit Hunderten von Interessenten gleichzeitig und gestaltet sie daher viel effizienter und flexibler. Da mithilfe von diesen innovativen Lösungen viele Immobilien erfolgreich vermittelt wurden, verspricht das Konzept von digitalen Besichtigungen, auch in Zukunft ein beliebtes Tool zu bleiben.”

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