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Immo-Preisfrage © Panthermedia.net/Josef Müllek

Werden Wohnimmobilien in der Bundeshauptstadt günstiger? Auf lange Sicht und bei „normalem” Zinsniveau eher nicht.

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Werden Wohnimmobilien in der Bundeshauptstadt günstiger? Auf lange Sicht und bei „normalem” Zinsniveau eher nicht.

Redaktion 20.01.2023

Immo-Preisfrage

Immo Analytics machte seinem Namen alle Ehre und analysierte den Wiener Wohnungsmarkt für 2023.

WIEN. Das Jahr 2022 war einerseits vom Inkrafttreten der KIM-Verordnung (Vergabe von Wohnungskrediten an Private, Anm.), anderseits vom raschen Zinsanstieg im zweiten Halbjahr geprägt.

Für das Jahr 2023 stellen sich für Gregor Pfeiffer, CEO Immo Analytics GmbH, im Wesentlichen zwei spannende Fragen: Werden Entwickler bei kürzlich fertiggestellten Projekten Preise senken und somit möglicherweise Verluste realisieren müssen? Wie stark wirkt sich die hohe Inflation des Jahres 2022 auf die Mietpreise 2023 aus?
„Für eine Preissenkung bei den bereits fertiggestellten Projekten spricht, dass die Wohnungen durch Leerstand nicht besser werden und Mietrenditen kaum ausreichen, um die gestiegenen Zinsen zu bezahlen, woraus sich wenig Alternativen für Entwickler ableiten”, meint Pfeiffer. Gegen eine Preissenkung spreche, dass das Angebot deutlich zurückgeht, während die Stadt weiterhin wächst. Hierdurch komme es zu einer Preisverschiebung nach oben, wobei die Entwicklung durch das geringe Angebot im geförderten Segment noch unterstützt werde. Auch sei die KIM-Verordnung nicht unumstritten und könnte adaptiert werden.
Was die Mieten betrifft, so sei ein Anstieg insofern naheliegend, als dass die Inflation auch die Bestandsmieten hochgehen lasse und somit den Vergleichswert steigere. „Gegen einen starken Mietanstieg sprechen relativ hohe Leerstände und die Tatsache, dass durch die Einführung des Bestellerprinzips bei Maklern die Umzugskosten für Mieter stark gesenkt werden”, so Pfeiffer.

Goldene Mitte

In beiden Segmenten prognostizieren die Experten von Immo Analytics einen Mittelweg: „Hinsichtlich der Kaufpreise erwarten wir in den kommenden Monaten tendenziell einen geringfügigen Rückgang der Neubaupreise im einstelligen Prozentbereich und somit fallende Entwicklermargen, allerdings keinen ‚firesale'. Mittelfristig sollte das reduzierte Angebot jedoch auch bei einem ‚normalen' Zinsniveau wieder zu (leicht) steigenden Preisen führen.”

Bezüglich der Mieten erwartet man bei Immo Analytics eine Steigerung, allerdings unterhalb der sehr hohen Inflationsrate des Jahres 2022. (hk)

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