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Immo-Trends aus Niederösterreich © Re/Max Nature/Josef Bollwein

Stefan Alteneder Re/Max Broker/Manager vom Re/Max-Immo-Team in Amstetten und Experte für das westliche Mostviertel.

© Re/Max Nature/Josef Bollwein

Stefan Alteneder Re/Max Broker/Manager vom Re/Max-Immo-Team in Amstetten und Experte für das westliche Mostviertel.

04.03.2016

Immo-Trends aus Niederösterreich

Serie Bundesländer-Märkte: medianet berichtet über die aktuellen Trends. Diesmal im Blickpunkt: NÖ, wo vor allem außerhalb des Wiener Speckgürtels die Prognose-Zahlen auf eine regelrechte Euphorie hinweisen.

••• Von Paul Christian Jezek

SANKT PÖLTEN. Niederösterreich sieht nach den Einschätzungen der Immobilienprofis recht positiv in die Immobilien-Zukunft: +3,2% mehr Nachfrage und nur +1,2% mehr Angebot lassen die Immobilien-Preise um +2,2% anziehen. Diese positive Grundstimmung kommt aber nicht, wie man meinen möchte, vor allem aus dem Speckgürtel – im Gegenteil, das gesamte Landesgebiet befindet sich im Aufschwung. Während für den Speckgürtel ein verhaltenes Preisplus von +0,3% erwartet wird, hoffen die anderen Bezirke in Summe auf einen Immobilien-Wertzuwachs von +3,5%.

Großer Beliebtheit erfreuen sich „auf dem weiten Land” die Einfamilienhäuser: +3,9% mehr Nachfrage führen zu einer Preissteigerung von +3,6%. Auch bei Baugrundstücken (+3,8%) und vor allem bei ­Eigentumswohnungen in Top-Lagen (+5,4%) ist mit einem Preis­anstieg zu rechnen.
Bei Eigentumswohnungen in Randlagen bzw. in Landgemeinden fällt die prognostizierte Dynamik der Experten hingegen deutlich geringer aus: +1,9% bzw. –1,5%.
Für frei vereinbarte Mietpreise wird in Top-Lagen ein Plus von 3,5% gesehen, in Stadtrandlagen von +1,0% und in Landgemeinden ein Minus von –1,3%.
Besitzer von land- und forstwirtschaftlichen Flächen werden sich voraussichtlich über +2,3% Wertzuwachs freuen, während jene von Betriebsgrundstücken eher gedämpften Aussichten entgegenblicken (–3,8%).

Der Blick in die Hauptstadt

„Entlang der Westbahnstrecke entwickelte sich der Markt 2015 gut – sowohl die Anzahl der Immobilien­transaktionen als auch die Preise sind gestiegen”, kommentiert Bernhard Baumgartner, Geschäftsführer von Re/Max Plus mit Sitz in St. Pölten. „Bei den Immobilien-Verkäufen war im Vergleich zum Vorjahr speziell im ersten Halbjahr eine sehr positive Entwicklung zu beobachten, ab September flachte das Geschäft leicht ab.”

Die Nachfrage kommt dabei vorwiegend von privaten Käufern für die Eigennutzung, im städtischen Bereich sind auch Anlegerwohnungen gefragt. Als Grund für den aktuell gut funktionierenden Immobilienmarkt in St. Pölten sieht Baumgartner die positive Entwicklung der Landeshauptstadt und die schnelle Bahnverbindung nach Wien. In der Stadt herrsche eine gute Nachfrage nach Eigentumswohnungen, das Angebot sei aber geringer geworden, und die Preise für Eigentumswohnungen wären 2015 moderat gestiegen. „Allerdings wird nicht jeder beliebige Preis bezahlt”, erklärt Baumgartner. „Keinesfalls haben wir es in St. Pölten mit einem überhitzten ­Immobilienmarkt zu tun. Im Vergleich zu anderen Landeshauptstädten ist die Preissituation bei uns ja sehr moderat.”
Während die Preise für Ein­familienhäuser im Bezirk St. Pölten Land 2015 konstant blieben, gab es in der Stadt St. Pölten einen moderaten Preisanstieg. Bei Mietwohnungspreisen in St. Pölten Stadt war 2015 ein deutlicher Anstieg der Nachfrage zu bemerken.

Der Blick aufs „Weite Land”

Insbesondere Besitzer von Ein­familienhäusern werden außerhalb des Wiener Speckgürtels mit +5,3% Wertzuwachs die Profiteure einer außergewöhnlichen Marktdynamik sein. Auch Eigentumswohnungen sollen noch zulegen, nämlich um +3,1%. Der Grund liegt im konstanten Angebot und der noch immer steigenden Nachfrage.

Ebenfalls gut im Plus sind Baugrundstücke mit einer Wertsteigerung von +3,3% und vor allem landwirtschaftliche Flächen mit einem Preis-Potenzial von +4,5%. „2015 hat sich durch eine besonders rege Geschäftstätigkeit ausgezeichnet”, erläutert Stefan Alteneder, Broker/Manager vom Re/Max Immo-Team in Amstetten und Experte für das westliche Mostviertel. Seiner Meinung nach ist die Vermarktungszeit – also zwischen Angebot und Verkauf bzw. Vermietung – kürzer geworden: „Das Angebot und auch die Nachfrage nach Immobilien sind 2015 in unserer Region im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, die Preise sind weitgehend gleich geblieben.”
Für 2016 rechnet Alteneder damit, dass das Angebot weiter leicht steigen wird, weil „die Verkäufer aktuell noch immer einen sehr guten Preis für ihre Immobilien erhalten und viele die der­zeit gute Marksituation noch ausnutzen werden”. In Amstetten erreichen die m2-Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen in guten Lagen derzeit rund 1.500 €.
Bei Einfamilienhäusern ist die Nachfrage im Mostviertel weiterhin sehr gut, „das Einfamilienhaus-Angebot ist zwar leicht gestiegen, aber weiterhin knapp und die Preise sind im Vergleich zum Vorjahr weitgehend stabil”, erklärt Alteneder.

Krems und Donautal

„2015 waren bei den Verkäufen kaum Veränderungen zu 2014 festzustellen”, meint Stefan Tiefen­bacher, Chef von Re/Max Balance in Krems. Eigentumswohnungen im Bezirk werden derzeit hauptsächlich von Eigennutzern gekauft und seltener von Anlegern.

In der Stadt Krems selbst ist zwar ebenfalls die Anzahl der Anleger zurückgegangen, aber „aufgrund der vielen Studenten finden sich immer noch Käufer, die in Wohnungen investieren. Faktum ist, dass das Angebot an kleineren Wohnungen in Krems gering ist; dies gilt auch für Mietwohnungen.”
Bei gebrauchten Wohnungen haben sich die Preise 2015 nicht verändert.

In Krems wird viel gebaut

„Die Mietpreise sind rund um die Donau-Uni auf hohem Niveau stagnierend”, sagt Tiefenbacher, „sonst sind sie tendenziell rückläufig.”

Im ländlichen Raum – also ab zehn km von Krems entfernt – sinken die Immobilien-Preise, je weiter man sich ins Waldviertel bewegt, umso mehr. „Im Umkreis von Krems werden vor allem Häuser bis zu 250.000 € gut nachgefragt, die Preise sind hier konstant”, so Tiefenbacher, der derzeit eine starke Nachfrage bei Baugrundstücken in der Stadt Krems konstatiert. Für 2016 rechnet er damit, „dass sich der Trend von 2015 fortsetzen wird.”

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