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Qualitätsfrage © Panthermedia.net / Marko Beric

Logistikimmos haben bei Investoren trotz gestiegener Preise und sinkender Renditen deutlich an Attraktivität gewonnen.

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Logistikimmos haben bei Investoren trotz gestiegener Preise und sinkender Renditen deutlich an Attraktivität gewonnen.

Redaktion 26.08.2022

Qualitätsfrage

Wiener Logistikmarkt kämpft mit rückläufigen Umsätzen, da moderne Flächen fehlen. Linz und Graz holen auf.

WIEN. Der Markt für Logistik- und Industrieimmobilien in Wien – klarer „Gewinner” der Coronapandemie – musste im ersten Halbjahr 2022 neuerlich einen Umsatzrückgang verzeichnen. So lag die Vermietungsleistung bei lediglich 39.313 m² – ein Minus von 16% gegenüber dem bereits schlechten ersten Halbjahr 2021, heißt es im neuen Industrie- und Logistik-Marktbericht von Otto Immobilien. Berücksichtigt wurden nach den Vorgaben des Vienna Research Forums nur moderne Logistikflächen, die gewisse Qualitätskriterien wie Hallenhöhe, Rangierfläche und Entfernung von der Autobahn, etc. erfüllen.

Als Hauptgrund sieht Patrick Homm, Leiter des gewerblichen Maklerteams, den eklatanten Mangel an modernen bzw. generell verfügbaren Logistikflächen im Raum Wien und Umgebung, daher würden künftig die Bundesländer und hier die Regionen in und um Graz sowie Linz in den Vordergrund rücken.
Auch das Thema ESG, Environmental Social Governance, wird immer wichtiger, da viele Bestandsflächen nicht mehr den gestiegenen Anforderungen entsprechen. „Für Investoren und verstärkt auch für potenzielle Mieter sind entsprechende Gebäudezertifizierungen eine Voraussetzung für einen Erwerb bzw. eine Anmietung”, meint Homm.

Mieten werden steigen

Aufgrund der angespannten Situation seien die Nettomieten für Logistik- und Indus­trieimmobilien weiter gestiegen, berichtet Wolfgang von Poellnitz, Senior-Berater Industrie/Logistik bei Otto Immobilien. „Bei den Einstiegspreisen im Neubaubereich sehen wir eine Erhöhung in allen Submärkten um durchschnittlich 5,7 Prozent, bei den Maximalpreisen um 5,6 Prozent.” Die höchsten Mieten für Neubau­objekte würden demnach in den Submärkten Wien Süd und Wien Nord gezahlt.

Das Fertigstellungsvolumen werde laut Martin Denner, Leiter Research bei Otto Immobilien, 2022 mit rund 178.000 m² fast genau im Durchschnitt der letzten Jahre liegen. „Im Jahr 2023 erwarten wir einen enormen Zuwachs an Flächen von bis zu 374.000 Quadratmeter, wobei rund 75 Prozent aller neuen Flächen, die bis 2024 auf den Markt kommen, in den Submärkten Wien Umland Ost sowie Wien Umland Süd entstehen.” (hk)

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