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Zins bringt Zaster © Hudej

Raritäten Schöne Zinshäuser in guten Wiener Lagen findet man immer schwerer – und wenn, dann kaum mit Renditen von mehr als 2%. In den Bundesländern lassen sich noch höhere Erträge erzielen.

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Raritäten Schöne Zinshäuser in guten Wiener Lagen findet man immer schwerer – und wenn, dann kaum mit Renditen von mehr als 2%. In den Bundesländern lassen sich noch höhere Erträge erzielen.

Redaktion 10.04.2020

Zins bringt Zaster

Covid-19 rückt auf drastische Weise die Krisenresistenz von Zinshaus-Veranlagungen in den Vordergrund.

••• Von Paul Christian Jezek

WIEN. Der heimische Zinshausmarkt ist 2019 sowohl beim Marktvolumen (um fast 4% auf drei Mrd. €) als auch bei den Transaktionen um 11,6% auf 1.169 Objekte gestiegen. Allerdings gibt es stark unterschiedliche Entwicklungen: In Wien ging die Anzahl an Transaktionen zurück, aber das Volumen hinauf. In Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark ist beides deutlich gestiegen. In Tirol, Vorarlberg und dem Burgenland waren sowohl Transaktionsanzahl als auch Volumen rückläufig. Und in Salzburg sowie Kärnten sank das Volumen, obwohl mehr Transaktionen verzeichnet wurden.

In der Bundeshauptstadt wechselten 516 Liegenschaften im Wert von insgesamt 2,23 Mrd. € den Besitzer (2018: 562 Transaktionen/2,22 Mrd. €). Das bedeutet ein Minus von 8,2% bei der Transaktionsanzahl und ein praktisch gleich gebliebenes Volumen (–0,5 %). „In Wien haben wir die ungewöhnliche Situation, dass die Preise steigen, obwohl die Transaktionsanzahl zurückgeht”, erklärt Gerhard Hudej, Geschäftsführer der Hudej Zinshäuser Gruppe. „Das liegt daran, dass manche – vor allem private – Eigentümer nur dann zum Verkauf bereit sind, wenn sie einen sehr hohen Preis erzielen. Das lässt die Investoren zögern, doch die Nachfrage ist ungebrochen stark.”

Hier wächst der Markt

Niederösterreich verzeichnete 2019 starken Zuwachs sowohl bei der Transaktionsanzahl als auch beim Volumen: 178 Verkäufe erzeugten ein Marktvolumen von 195,5 Mio €. Das entspricht einer Steigerung um 80% bei der Anzahl und mit 98% fast einer Verdoppelung beim Volumen.

Oberösterreich gehört ebenfalls zur Riege der Bundesländer mit starkem Wachstum am Zinshausmarkt: 137 Transaktionen erzeugten im Land ob der Enns 150,3 Mio. € Marktvolumen, was einer Steigerung um 59,3% bei der Anzahl an Transaktionen und von 73% beim Marktvolumen entspricht.
Auch in der Steiermark entwickelte sich der Markt positiv: 142 Zinshäuser mit einem Gesamtwert von 197,5 Mio. € wechselten den Besitzer. Das sind um 40,6% mehr Transaktionen und ein um 36% höheres Volumen als im Jahr zuvor. Vor allem Graz lockt Investoren aufgrund der höheren Renditen im Vergleich zu Wien und des marktkonformen Mietzins-Richtwerts.

Die „Verlierer-Länder”

In den beiden westlichsten sowie im östlichsten Bundesland sanken sowohl die Transaktionsanzahl als auch das Volumen. Tirol: 32 Verkäufe (–37%), 36,4 Mio. € Volumen (–42 %); Vorarlberg: 28 Verkäufe (–26 %), 27,3 Mio. € Volumen (–48 %); Burgenland: zehn Verkäufe (–37,5%), 5,4 Mio. € Volumen (–41,3 %).

Salzburg erweist sich immer wieder als unberechenbarer Markt mit eigenen Regeln und zeigt ein ambivalentes Bild: Die Anzahl der Transaktionen ging deutlich hinauf, doch das Volumen sank trotzdem: 77 Liegenschaften mit einem Gesamtwert von 120,2 Mio. € wechselten den Besitzer, das bedeutet eine Steigerung bei der Anzahl um 45% und einen Rückgang um 22% beim Volumen.
Last but not least verzeichnet auch Kärnten einen Rückgang beim Marktvolumen trotz höherer Anzahl an Zinshaus-Transaktionen: 49 Liegenschaften im Gesamtwert von 43 Mio. € wurden veräußert bzw. erworben. Das bedeutet ein Plus von 16,7% bei der Anzahl und einen Rückgang um rund 32% beim Volumen.

Die Expertenmeinung

„Es ist viel Geld da, die Zinsen bleiben extrem niedrig, und es gibt kaum Alternativen”, fasst Gerhard Hudej zusammen.

„Um Vermögen abzusichern, ist das österreichische Zinshaus daher nach wie vor unschlagbar: Es bietet eine Kombination aus hoher Sicherheit und akzeptabler Rendite, die man sonst nirgends findet.” Daher werden auch die Preise weiter steigen.

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