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3, 2, 1 … PayPal ist nicht mehr meins! © eBay

Rund 800 Mio. Angebote und über 10 Mio. registrierte Benutzer finden sich auf eBay.

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Rund 800 Mio. Angebote und über 10 Mio. registrierte Benutzer finden sich auf eBay.

Redaktion 10.09.2015

3, 2, 1 … PayPal ist nicht mehr meins!

Wie ein kaputter Laserpointer eBay zum Erfolgs­unternehmen machte und warum der Konzern zum 20. Geburtstag einen neuen Weg einschlägt.

••• Von Julia Maier

SAN JOSÉ. Pünktlich zum 20. Jubiläum hat eBay eine Geburtstagsüberraschung parat und trennt sich nach 13 Jahren Zusammenarbeit von PayPal. Von nun an muss sich das Online-Auktionshaus im brutalen Wettbewerb des Online-Handelsgeschäfts ohne den Cash-Zufluss und das Wachstum aus dem profitablen PayPal-Geschäft behaupten. Es soll sich wieder mehr auf das Kerngeschäft, also die Vielfalt des Angebots aus neuen und gebrauchten Artikeln konzentriert werden. Der neue eBay-Chef Devin Wenig bestätigt indes das Interesse an der Zusammenarbeit mit kleinen und mittleren stationären Händlern, die auch das Internet erschließen wollen. Viele Experten zeigen sich skeptisch, eBay-Deutschland-Chef Stephan Zoll hingegen sieht die Trennung als Chance: „Es ermöglicht uns eine klare Fokussierung auf die weitere Entwicklung unseres Marktplatz-Geschäfts. Für  den Kunden ändert sich nichts.“
Wie alles begann
Der Anfang von eBay beruht auf einem kaputten Laserpointer. Der war es nämlich, den Pierre Omidyar vor 20 Jahren auf seiner Website AuctionWeb verkaufen wollte. Als sich tatsächlich ein Käufer dafür fand, konnte er es kaum glauben: Seine Geschäftsidee ging auf. 1996 stellte er seinen ersten Mitarbeiter ein, nach einem weiteren Jahr wurde die Firma dann auf den Namen eBay umgetauft und das Bewertungssystem für Käufer und Verkäufer eingeführt. Damals liefen auf der Plattform rund 200.000 Artikel pro Monat. Und dann ging alles ganz schnell. 1998 war das Schlüsseljahr in der Unternehmensgeschichte, man beschloss, an die Börse zu gehen. Bei einem Ausgabepreis von rund 16 € schoss die Aktie noch am selben Tag auf über 42 €. Omidyar war plötzlich Milliardär und die Firma rund 1,69 Mrd. € wert. Ebenfalls ein wichtiger finanzieller Meilenstein war die Übernahme des Bezahldiensts PayPal im Sommer 2002. Dieser erwies sich als Ertragsperle des Konzerns, und obwohl zuletzt vor allem PayPal für Wachstum bei eBay sorgte, beschloss man nun, getrennte Wege zu gehen.

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