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Adeg Dorfleben-Report: Am Land ist es schön! © Adeg

Dorf-EinsatzPolitologe Peter Filzmaier, Adeg-Vorstandssprecher Brian Beck, Gemeindebund-Vizepräsidentin Sonja Ottenbacher, Karin Scaria-Braunstein vom Institut für Soziologie der Uni Graz und Adeg-Kaufmann Markus ­Haferl (v.l.).

© Adeg

Dorf-EinsatzPolitologe Peter Filzmaier, Adeg-Vorstandssprecher Brian Beck, Gemeindebund-Vizepräsidentin Sonja Ottenbacher, Karin Scaria-Braunstein vom Institut für Soziologie der Uni Graz und Adeg-Kaufmann Markus ­Haferl (v.l.).

Redaktion 12.11.2021

Adeg Dorfleben-Report: Am Land ist es schön!

Speziell für die Jüngeren macht das Landleben wieder Sinn – sofern es mit der Nahversorgung passt.

••• Von Christian Novacek

WIENER NEUDORF. Die vierte Auflage des Adeg Dorfleben-Reports zeigt: Der ländliche Raum hat enorm an Beliebtheit gewonnen. Die in Kooperation mit dem Österreichischen Gemeindebund erstellte Studie gibt weiters Aufschlüsse über die Auswirkungen der Corona-pandemie auf das gesellschaftliche Leben. Und auch darüber, wie die nächste Generation der Dorfbewohner die Bedeutung von Adeg als Nahversorger für die Dorfgemeinschaft einschätzt.

„Mit dem Dorfleben-Report 2021 beleuchten wir das Dorfleben auf umfassende Weise. Wir möchten erheben, was den Menschen im ländlichen Raum wichtig ist, und Zukunftsperspektiven aufzeigen, um einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten”, kommentiert Adeg-Vorstandssprecher Brian Beck.

Pandemieauswirkungen

Aktuell und hoffentlich nicht mehr in der Zukunft hat die Pandemie soziale Auswirkungen, positiv wie negativ. „Einerseits werden traditionelle Werte wie Zusammenhalt und Gemeinschaft wieder beliebter, andererseits verstärkt die Krise soziale Ungleichheit und Bildungsungleichheit und führt zu sozialer Isolation”, erläutert Soziologe Christoph Reinprecht von der Universität Wien.

Die Wahl des Wohnorts betreffend: Ganze 86% sind der Meinung, dass es sich während der Pandemie in einer ländlichen Region am besten gelebt hat. Wie in vielen Trendstudien ausgeführt, hat sich die Corona-pandemie auf das Konsumverhalten ausgewirkt.
Unter anderem hat sie zu einem stärkeren Bewusstsein für regionale Produkte geführt – für 59% der Befragten ist das Thema Regionalität nun wichtiger als vor der Krise.

Regionalität darf mehr kosten

Regionalität und Nachhaltigkeit stehen mithin beim Einkauf hoch im Kurs. Für 80% der Befragten sind das entscheidende Themen. In den Regionen mit einem Adeg-Markt zeigen sich die Befragten sogar besonders sensibilisiert. Zudem sind 85% der Österreicher überzeugt, dass die örtlichen Nahversorger einen wichtigen Beitrag während der Coronapandemie geleistet haben. Für 77% haben die regionalen Nahversorger während der Krise an Bedeutung gewonnen, und 68% nehmen einen höheren Preis für gute regionale Qualität in Kauf.

Das wirkt sich auch auf die Wahrnehmung der Adeg-Märkte aus: Für 69% ist der lokale Adeg-Markt wichtig für die Lebensqualität in der Region, und 68% assoziieren den Adeg-Markt mit Regionalität und Nachhaltigkeit.
„Innerhalb der Adeg setzen wir uns bereits seit vielen Jahren stark für das Thema Nachhaltigkeit ein. Ressourcenschonende Verpackungen, umweltfreundliche Mehrwegnetze bei Obst und Gemüse oder die Initiative ‚Raus aus Plastik!' sind nur ein Teil davon”, berichtet Beck.
Mit innovativen Projekten der Adeg-Kaufleute, angefangen bei Frischeboxen gegen Lebensmittelverschwendung bis hin zu Photovoltaikanlagen inklusive E-Ladestationen, würden die Kaufleute Bewusstsein für Nachhaltigkeit in der unmittelbaren Region schaffen. Brian Beck: „Davon profitieren letztendlich nicht nur die Kaufleute, sondern auch die Gemeinde und die Natur. Zudem setzen wir uns zum Ziel, bis 2040 klimaneutral zu werden. Tag für Tag kommen wir diesem Ziel einen Schritt näher.”

Die Jugend mag das Dorf

Eine positive Ortsverbundenheit zeichnet der Report speziell und erfreulicherweise bei den Jungen: Für ein Leben am Land sind mit 63% das typisch österreichische Lebensgefühl, mit 62% die gefühlte Sicherheit, mit 58% die Nachbarschaftshilfe, mit 58% die Erholungsmöglichkeit und mit ebenfalls 58% die Kosten fürs Wohnen relevant. Besonderes bedeutend ist für 80% der nächsten Generation der Dorfbewohner ebenfalls ein nachhaltiges Leben: 83% empfinden die Reduktion der Lebensmittelverschwendung als wichtig, 82% möchten damit die heimische Landwirtschaft unterstützen, 80% ist das Tierwohl ein Anliegen, und ebenfalls 80% empfinden einen Nahversorger mit regionalen Produkten als wichtig in ihrer Region.

„Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein sind bei den jungen Menschen besonders hoch ausgeprägt – kein Wunder, machen sie sich doch Gedanken über ihre Zukunft. Der Klimawandel ist daher ein zentrales Thema. Die junge Generation setzt verstärkt auf die Regionalität beim Konsum und beschäftigt sich mit den Auswirkungen auf Natur und Umwelt. Allerdings ist es hier wichtig, zwischen der Einstellung und dem tatsächlichen Verhalten zu unterscheiden”, erklärt die Soziologin Karin Scaria-Braunstein von der Universität Graz.

Ortsverbundenheit prolongiert

Bezüglich der Attraktivität des Dorfs für die Jungen befindet Politikwissenschaftler Peter Filzmaier anlässlich der Ergebnisse des Adeg Dorfleben-Reports: „Es geht ums Prinzip der möglichst frühzeitigen Einbindung von Teens und Twens. Denn jene, die das Dorfleben in diesem Alter verliert, darf man nicht erst in ihrem Pensionsalter zurückgewinnen.” In diesem Sinne sei der Adeg Dorfleben-Report nicht zuletzt eine Studie für den Dialog – „sowohl zwischen Stadt und Land als auch zwischen den Generationen”, interpretiert Filzmaier.

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