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Bauernhof des Jahres 2022: Mit echt scharfen Lebensmitteln auf Höhenflug © LK-Stmk

Strahlende Sieger: Franz, Sebastian und Ursula Tappauf (m.) mit ihren Gratulanten Präsident Franz Titschenbacher (l.), Vizepräsidentin Maria Pein (2.v.l.) und Kammerdirektor Werner Brugner (r.).

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Strahlende Sieger: Franz, Sebastian und Ursula Tappauf (m.) mit ihren Gratulanten Präsident Franz Titschenbacher (l.), Vizepräsidentin Maria Pein (2.v.l.) und Kammerdirektor Werner Brugner (r.).

Redaktion 22.02.2022

Bauernhof des Jahres 2022: Mit echt scharfen Lebensmitteln auf Höhenflug

Der begehrte Titel „Bauernhof des Jahres“ geht heuer an Ursula und Franz Tappauf aus Eichkögl – sie sind die steirischen Pioniere für echt scharfen Kren und steirischen Knoblauch.

EICHKÖGL / ST. PETER/OTTERSBACH / WEIXELBAUM. Steirische Kren- und Knoblauch-Pioniere holen sich Titel „Bauernhof des Jahres“. „Noch haben wir es nicht ganz realisiert. Zwar haben wir mit einem Sieg geliebäugelt, doch jetzt ist unser Traum Wirklichkeit geworden“, sind Ursula und Franz Tappauf voller Freude über diese große Auszeichnung der Landwirtschaftskammer. Unter steiermarkweit 23 Kandidaten quer durch die agrarischen Sparten haben sich die steirischen Kren- und Knoblauch-Pioniere quasi in letzter Sekunde überraschend an die Spitze katapultiert. Denn lange Zeit führten bei dieser Wahl die begeisterten Acker- und Schweinebauern Elisa und Johannes Neubauer aus St. Peter am Ottersbach. Den dritten Platz erzielte der Weixelbaumer Teichwirt Josef Schlein, für den es für seine exzellenten Fischspezialitäten laufend Auszeichnungen gibt.
Präsident Franz Titschenbacher, Vizepräsidentin Maria Pein und Kammerdirektor Werner Brugner gratulieren den Siegern und allen 23 Kandidaten, die sich dieser spannenden Wahl mit mehrfach wechselnder Führung stellten: „Sie sind überzeugende Botschafterinnen und Botschafter für die heimische Landwirtschaft und für regionale Lebensmittel.“

Platz 1: Mit geballter Leidenschaft und familiärer Kraft Steirischer Kren und steirischer Knoblauch sind untrennbar mit dem Familienbetrieb Tappauf aus dem südoststeirischen Eichkögl verbunden: „Die Leidenschaft für steirischen Kren habe ich von meinem Vater, der schon in den 1970er-Jahren mit dem Krenanbau begonnen hat“, betont Franz Tappauf. Mittlerweile hat sich die ganze Familie dieser scharf-würzigen, gesunden Krenwurzel verschrieben, die im Vorjahr als Heilpflanze anerkannt wurde und im Volksmund als das „Penicillin des Gartens“ genannt wird. Auch auf Sohn Sebastian (21), der an der höheren Lehranstalt für Landwirtschaft in Wieselburg maturierte, ist bereits der Funke übergesprungen: „Ich arbeite sehr gerne mit meinem Papa zusammen. Kren ist eine sehr interessante Spezialkultur, die höchste Aufmerksamkeit sowie bis zu 1.000 Arbeitsstunden pro Hektar erfordert, aber vom Krensetzen im Frühjahr über das Krenheben im Sommer bis hin zur aufwendigen Ernte sehr viel Abwechslung bei der Arbeit bietet.“

In scharfer Gesellschaft: vom Kren, über Ingwer bis zum Knoblauch. Und: Der Strom kommt vom Dach. Geht es um die Weiterentwicklung des Bauernhofes, bringt die gesamte Familie – auch die Töchter Verena (23) und Elisa (16) – ihre Kreativität, Leidenschaft und Kraft ein. Seit vier Jahren setzt Franz Tappauf sogar auf klima- und bodenbedingt in der Steiermark schwer kultivierbaren Knoblauch, der nicht nur im eigenen Hofladen erhältlich ist, sondern auch saisonal österreichweit in den Uni-Märkten. Unter dem Familienmotto „Wir werden es schaffen“ und mit viel Experimentierfreude mit verschiedenen Sorten wurde die Knoblauchfläche sogar mehr als verdoppelt. Dazu kommt seit Kurzem auch aromatischer Ingwer, der ansonsten fast nur aus fernen Ländern importiert wird. Auch Ökostrom ist ein großes Thema: Die 800 m2 große, auf den Dächern des Wirtschaftsgebäudes angebrachte Photovoltaik-Anlage liefert den Löwenanteil an Strom für die Trocknung und Kühlung von Knoblauch und Kren.
Im Vorjahr hat Familie Tappauf den in der Region bereits sehr beliebten Hofladen mit einer großen Vielfalt an bäuerlichen Spezialitäten eröffnet, der rund um die Uhr offen hat und auch mit handgemachten Spezialitäten von Ursula Tappauf wie Apfelkren-Chutneys oder Apfelkren mit Preiselbeeren bestückt ist – ein Nahversorgungs-Eldorado für Erholungssuchende, liegt er doch direkt am Ausgangspunkt des Eichkögler Besinnungswegs. Und Sohn Sebastian Tappauf hat vor einem Jahr zusätzlich mit der Kernölproduktion begonnen.

Platz 2 ging an Elisa und Johannes Neubauer aus Wittmannsdorf
Mit Begeisterung und hoher Professionalität führen Elisa (28) und Johannes (31) Neubauer ihren Ackerbau- und Zuchtsauenbetrieb in Wittmannsdorf bei St. Peter/Ottersbach. „Wir bauen Mais, Getreide und Zuckerrüben an. Qualität ist uns ein Herzensanliegen“, betonen die engagierten Jungbauern. Mais und Getreide aus eigenem Anbau verfüttern zu können, ist für sie höchste Priorität: „Es gibt uns ein gutes Gefühl, gute Qualität anzubieten und dabei auch auf das Wohl unserer Tiere zu schauen.“ Im Ackerbau setzen sie besonders auf den Schutz der Böden und auf Humusvermehrung durch Begrünungen, die ein Wellnessprogramm für die Regenwürmer und das Bodenleben sind. Und für die Bienen legen Elisa und Johannes Neubauer am Ackerrand und auf kleinen Flächen spezielle Bienenweiden an, die in der Blütezeit von Juni bis Oktober Augen und Herzen der Bevölkerung erfreuen. In die Fußstapfen von Elisa und Johannes Neubauer scheinen ihre Kinder Katharina (6), Greta (3) und Johannes (7 Monate) zu treten, sind sie bei Arbeiten schon immer mit dabei.

Platz 3 holte sich Fischkaiser Hermelinde und Josef Schlein aus Weixelbaum
Bei den Fischen ist der Weixelbaumer Teichwirt Josef Schlein (56) ein echter Kaiser. Seit 15 Jahren nimmt er regelmäßig an Prämierungen teil und bekommt ebenso regelmäßig Auszeichnungen. Die höchste Auszeichnung war bisher der Titel „Fischkaiser“, den er für seine gebeizte Seeforelle vor sechs Jahren erhielt. Seit der Betriebsübernahme im Jahr 1995 hat sich Schlein voll auf Direktvermarktung spezialisiert. Seine Fischspezialitäten bietet er küchenfertig ab Hof, auf Bauern- und Genussläden, in privaten Spar-Märkten, Buschenschenken und in der regionalen Haubengastronomie an. Eine gefragte Spezialität sind Räucherfische. Und er spürt auch den Trend zur Regionalität. „Seit Corona steigt die Nachfrage der privaten Kunden. Das Bewusstsein für regionale Qualität hat merklich zugenommen“, freut sich der Drittplatzierte mit Tochter Melanie (19) über diese positive Entwicklung und ergänzt: „Vor allem die Frische kann kein importiertes Produkt bieten. Aber auch sauerstoffreiches Quellwasser und hochwertiges Futter tragen zur hohen Qualität bei.“

Fakten und Zahlen zur Wahl „Bauernhof des Jahres“
Zwischen 14. Jänner und 14. Februar fand die Wahl zum Bauernhof des Jahres 2022 statt. Insgesamt wurden 92.948 Stimmen abgegeben, davon 50.739 Unterschriften-Stimmen und 42.209 Online-Stimmen. Ursula und Franz Tappauf erreichten 39.462 Stimmen, Elisa und Johannes Neubauer bekamen 16.646 Stimmen und Josef Schlein erhielt 8.056 Stimmen. (red)

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