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Betriebsrat der Metro-Tochter Real sieht 10.000 Jobs in Gefahr © APA/dpa/Oliver Berg
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Redaktion 15.01.2020

Betriebsrat der Metro-Tochter Real sieht 10.000 Jobs in Gefahr

Metro will alle 277 Real-Märkte in Deutschland verkaufen, einigen Standorten droht die Schließung

DÜSSELDORF. Durch den geplanten Verkauf der deutschen Warenhauskette Real ist nach Einschätzung des Betriebsrats fast jeder Dritte der noch vorhandenen 34.000 Arbeitsplätze bei der Metro-Tochter gefährdet. "Der Gesamtbetriebsrat rechnet mit etwa 10.000 Arbeitslosen", sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende des Unternehmens, Werner Klockhaus der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstag).

Der Hintergrund: Metro will alle 277 Real-Märkte in Deutschland möglichst noch in diesem Monat an ein Konsortium um den Investor X-Bricks verkaufen. Der will aber nach den bisher bekannt gewordenen Plänen nur einen kleinen Teil der Real-Märkte selbst weiter betreiben. Der Großteil der Standorte soll an andere Händler weiterverkauft werden. Einigen Standorten droht offenbar auch die Schließung.

Von der Metro war zunächst keine Stellungnahme zu den Äußerungen von Klockhaus zu erhalten. Bei der Ankündigung der Verhandlungen mit X-Bricks im vergangenen Dezember hatte der Handelsriese betont, Ziel sei es, beim Weiterverkauf der Standorte die Käufer "vertraglich zur Übernahme der Real-Mitarbeiter zu verpflichten".

Klockhaus beruhigt das aber nicht. Er rechnet mit "rund 50 Schließungen oder mehr" im Zuge der Neuordnung. Allein dadurch seien rund 6.000 Arbeitsplätze bedroht. Außerdem werde es wohl auch in den an Wettbewerber verkauften Filialen zu sehr vielen betriebsbedingten Kündigungen kommen, befürchtet er. Denn kaum einer der Wettbewerber habe eine ähnlich breite Sortimentsstruktur wie Real. Die Beschäftigen in der Elektro-, Sport- und Haushaltswarenabteilung würden deshalb nicht mehr benötigt. Zusammen mit dem zu erwartenden Personalabbau in der Zentralverwaltung seien damit noch einmal 4.000 Stellen gefährdet. "Für die Metro war Real schon immer ein Stiefkind, welches man vernachlässigt hat", klagte Klockhaus. Die Zeche dafür müssten jetzt die Mitarbeiter zahlen. (red)

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