RETAIL
Das Christkind und der Sonntagsschlaf © APA/dpa/Carsten Rehder

Wird vorübergehend die heilige Kuh geschlachtet? Branchenvertreter fordern vehement ein Offenhalten der Geschäfte am vierten Adventsonntag.

© APA/dpa/Carsten Rehder

Wird vorübergehend die heilige Kuh geschlachtet? Branchenvertreter fordern vehement ein Offenhalten der Geschäfte am vierten Adventsonntag.

Redaktion 26.11.2021

Das Christkind und der Sonntagsschlaf

Der Handel will am vierten Adventsonntag die Pforten öffnen, um das Lockdown-Umsatzloch zu kitten.

WIEN. Der aktuelle Lockdown trifft hart, und um das bestmöglich abzumildern, wird der Ruf nach einer Sonntagsöffnung am vierten Adventsonntag, also am 19.12., unüberhörbar. Immerhin würden laut Einschätzung des Handelsverbands die heimischen Non-Food-Händler im Lockdown rund 2,7 Mrd. € an Umsatz verlieren, zumal das Pandemiehandicap ins immens wichtige Weihnachtsgeschäft fällt.

Sonntäglich verkaufsfördernd

Helfen würde ein verkaufsoffener Sonntag gewiss, darin sind sich die Branchenvertreter der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Wien sowie der Handelsverband einig. Auch das Austrian Council of Shopping Places (ACSP) unterstützt aktuell die Lugner City beim Vorschlag, an besagtem Sonntag bundesweit zu öffnen. Zumal: Der Lockdown zu Beginn der Black Week sei ein weiterer Schlag für den stationären Handel – noch mehr Kaufkraft würde ins Internet abfließen.

Auch für den Handelsverband stellt der vierte bundesweite harte Lockdown ein weiteres „Amazon-Förderungsprogramm” dar. Wenngleich der heimische Handel auch im Online-Shopping zwar stärker wird, würde trotzdem nach wie vor mehr als jeder zweite Euro ins Ausland abwandern.
„Daher würden wir eine temporäre Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten für das Vorweihnachtswochenende im Sinne der Arbeitsplatzsicherheit begrüßen. Wichtig ist, dass diese Möglichkeit einer Sonntagsöffnung am 19. Dezember grundsätzlich allen heimischen Händlerinnen und Händlern offensteht”, sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.
Darüber hinaus betont der Handelsverbandschef, dass der diskutierte offene Sonntag auch für die Gewerkschaft ein Anliegen im Sinne der Arbeitsplatzsicherheit sei, damit möglichst viele Handelsbetriebe den vierten bundesweiten Lockdown wirtschaftlich überstehen.

Kein Öffnungszwang

Alle Seiten betonen, dass die Öffnung auf freiwilliger Basis beruhen muss – sowohl von Mitarbeiter- als auch Betreiberseite. Das ACSP schlägt eine Öffnungszeit zwischen 10:00 und 18:00 Uhr vor. (red)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL