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Das Glück liegt jenseits der Grenzen © Berglandmilch; Kärntnermilch

Helmut Petschar, Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter

© Berglandmilch; Kärntnermilch

Helmut Petschar, Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter

Redaktion 09.02.2016

Das Glück liegt jenseits der Grenzen

Bei Milch(produkten) liegt die Exportquote schon bei mehr als der Hälfte des Gesamtumsatzes.

WIEN. Steigende Exportmengen und eine positive Entwicklung beim Außenhandelssaldo beweisen die unverändert hohe Leistungsfähigkeit der heimischen Milchverarbeiter im Außenhandel. „Die Qualitätsstrategie der heimischen Milchverarbeiter zeigt auf den Exportmärkten Erfolg“, sagt der Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter, Helmut Petschar. „Damit kann ein wichtiger Beitrag zur heimischen Wertschöpfung und zur Absicherung der Milcherzeugerpreise für die heimischen Milchbauern nach dem Quoten­ende geleistet werden.“

Das Ende einer Ära

Die Abschaffung der Milchquoten nach 37 Jahren stellte eine wichtige Zäsur für die Branche dar. Ursprünglich waren die Milchquoten bekanntlich eingeführt worden, um die „Überschüsse“ in der österreichischen und der europäischen Milchwirtschaft zu begrenzen, die damals mit öffentlichen Stützungsmitteln auf den Weltmarkt gebracht wurden.

Nachdem sich die weltweite Marktlage über Jahre hinweg anders dargestellt hatte und sich die Preise in der EU und am Weltmarkt aufgrund diverser Liberalisierungsschritte angenähert hatten, wurde dieses Mengensteuerungssystem als nicht mehr zeitgemäß erachtet und auf EU-Ebene abgeschafft.

Niedrigere Preise

Die weltweit schwierige Situation auf den Milchmärkten nach dem russischen Embargo drückte die Preise auf breiter Front nach unten und ergab für Österreich preisbedingt leicht sinkende Umsätze bei Exporten und Importen. Dies führte zu einem Exportvolumen von 862 Mio. € (–3,3%) sowie zu einem Importvolumen von 512 Mio. € (–7,1%), was logischerweise sogar einen erfreulichen Zuwachs beim Außenhandelssaldo auf 349 Mio. € (+7,7%) ergab.

Trotz der allseits schwierigen Marktlage auf den Milchmärkten konnten die heimischen Molkereien im Beobachtungszeitraum den Käseexport in den ersten neun Monaten 2015 von 90.000 auf 101.000 Tonnen weiter steigern, die Importe blieben mengenmäßig konstant.

Bessere Preise beim Export

„Die Preise gingen sowohl im Export als auch beim Import zurück, allerdings konnten im Export deutlich bessere Preise als im Import verzeichnet werden, was die Qualität der heimischen Produkte unter Beweis stellt“, sagt Petschar.

Im Außenhandel sind neben Käse vor allem Joghurt- und flüssige Milchprodukte die wichtigsten Exportprodukte. Wichtigste Exportländer sind mit 48% Deutschland, gefolgt von Italien mit 20%, weiters die Niederlande, Slowenien, Aus­tralien, Griechenland, Schweden, Ungarn und Spanien.  Deutschland und Italien waren auch die stärksten Importländer. Exportiert wurde in insgesamt 99 Staaten, importiert aus 45 Ländern. „Die Exportquote bei Milchprodukten ist im Vorjahr auf mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes gestiegen“, meint Petschar.  „Umso wichtiger ist daher die Wettbewerbsfähigkeit und Qualität der heimischen Milchprodukte sowie weiters die Unterstützung durch öffentliche Dienststellen bei veterinärrechtlichen und handelspolitischen Fragestellungen.“

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