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Decathlon hat sich den Ball erst mal aufgelegt © Decathlon Austria/APA-Fotoservice/Schedl (2)

EngagiertDie Decathlon Sports-Crew Gabor Posfai, Lisa-Maria Neuhofer, Christina Matzka und Mario Kramer (v.l.) setzt auf Sportler-Treffs, Teilnahme an Freizeitsportveranstaltungen, gratis Yogastunden in der Filiale und technische Spielereien wie digitale Um­kleidekabinen.

© Decathlon Austria/APA-Fotoservice/Schedl (2)

EngagiertDie Decathlon Sports-Crew Gabor Posfai, Lisa-Maria Neuhofer, Christina Matzka und Mario Kramer (v.l.) setzt auf Sportler-Treffs, Teilnahme an Freizeitsportveranstaltungen, gratis Yogastunden in der Filiale und technische Spielereien wie digitale Um­kleidekabinen.

christian novacek 24.08.2018

Decathlon hat sich den Ball erst mal aufgelegt

Der französische Sporthändler eröffnete im SCS-Park in Vösendorf den ersten Store – und gibt sich in puncto Expansion abwartend.

••• Von Christian Novacek

Gerade Österreich ist eines der wenigen vom französischen Sporthändler Decathlon nicht erschlossenen europäischen Länder – bis dato, denn diese Woche am Mittwoch eröffnete im SCS-Park in Vösendorf der erste Decathlon in der Alpenrepublik.

Der österreichische Markt sei „herausfordernd” und der Mitbewerb sehr groß, räumte Österreich-Chef Gabor Posfai (36) im Rahmen einer Besichtigungstour für Journalisten ein. Große Ansagen in Richtung satter Marktführerschaft, wie sie in der Branche mittlerweile im XXL-Format ertönen, gab es bei Decathlon indes keine. Dennoch wird Decathlon im Sporthandel, der hierzulande rd. 1,6 Mrd. € schwer ist, ein nettes Gewicht mitstemmen.

Drei Mio. Euro investiert

Der 5.000 m2 große Standort in Vösendorf kann sich jedenfalls sehen lassen. Drei Mio. € wurden investiert; rund 70 Personen sind in den Bereichen Verkauf, Beratung und Administration beschäftigt. Der französische Sporthändler will nun erst einmal das Terrain sondieren, sprich: abwarten, wie die erste Filiale bei den Österreichern ankommt.

Über weitere Eröffnungen wird erst in zwei bis drei Monaten entschieden, sagt Posfai. Dabei sei es aber kein Geheimnis, dass die Städte Linz, Graz, Innsbruck und Salzburg auf dem Radar des Unternehmens stünden. Die österreichische Marktführerschaft zu erreichen, hält Posfai für „sehr schwierig”. Marktführer ist Intersport mit einem geschätzten Marktanteil von 33% und 285 Standorten, Sport 2000/Gigasport kommen auf 31%, Hervis hält 20, Sports Direct acht Prozent. Die norwegischen Kette XXL macht im Herbst ihre vierte Filiale auf.

Stark mit Eigenmarken

Das Ziel für die kommenden zwei Jahre sei, in Österreich bekannt zu werden. „Die Kunden müssen unsere Eigenmarken ausprobieren; sie kennen die Firma noch nicht. Das ist am Anfang schwieriger, aber ich habe keine Angst”, sagt der Decathlon Österreich-Chef. In anderen Ländern habe das auch funktioniert. Die 75.000 Mitarbeiter zählende Sporthandelskette ist in 46 Ländern mit mehr als 1.400 Filialen vertreten und setzte zuletzt über 11 Mrd. € um.

Decathlon verkauft zu 80 bis 90% Eigenmarken. Diese entwickelt die Firma selbst – und vielfach produziert sie auch in Eigenregie. Produkte von Markenherstellern werden auf Kundenwunsch oder wenn es zum Ausüben der Sportart erforderlich ist in das Sortiment aufgenommen. „Unser Ziel ist eine Eigenmarke pro Sportart”, sagt Posfai. Diese Strategie ermögliche es, die Preise niedrig zu halten.
Rabattaktionen, einen Sommerschlussverkauf oder Eröffnungsangebote dürfen Kunden bei Decathlon nicht erwarten. „Unsere Preise sind das ganze Jahr niedrig”, so Posfai. So führt die Kette etwa Schwimmbrillen für 4,99 €, Laufschuhe um 16,90 oder E-Bikes um 698,90 €. Umgelegt auf die Pro-Kopf-Ausgaben der Österreicher im sportlichen Belang von 300 € jährlich, gehen sich einige Einkäufe bei Decathlon ganz gut aus.

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