RETAIL
Deichmann Österreich hält Kurs im schwierigen Modejahr 2018
Redaktion 14.03.2019

Deichmann Österreich hält Kurs im schwierigen Modejahr 2018

Der Schuhhändler hat im vergangenen Jahr 2018 trotz schwieriger Rahmenbedingungen seinen Kurs gehalten und seine Position als Marktführer behauptet.

WIEN. Der Schuheinzelhändler Deichmann hat im vergangenen Jahr 2018 in Österreich rund 10,2 Millionen Paar Schuhe verkauft. Der Absatz lag damit in etwa auf dem Vorjahresniveau, genau wie der Umsatz in Höhe von 260 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr betrieb Deichmann in Österreich 177 Geschäfte und einen Online Shop und beschäftigte 1.423 Mitarbeiter, darunter 183 Lehrlinge (Stand 31.12.2018). Der Schuheinzelhändler gehört zur Deichmann SE mit Stammsitz in Essen, Deutschland. Die Muttergesellschaft wurde 1913 gegründet und befindet sich zu 100 Prozent im Besitz der Gründerfamilie. Seit mittlerweile 26 Jahren ist Deichmann mit Filialen auf dem österreichischen Markt vertreten und betreibt dort seit über sieben Jahren auch einen Online Shop.

Für den gesamten Modehandel, wie auch für Deichmann, war das vergangene Jahr herausfordernd. „2018 war für die Schuhbranche vor allem wetterbedingt ein schwieriges Jahr. So schön der Sommer auch war – für uns als Schuhhändler hatte er Phasen, die tatsächlich zu heiß waren“, so Georg Müller, Geschäftsführer Deichmann Österreich. Neben den Wetterkapriolen sah sich das Unternehmen auch einem verschärften Wettbewerb durch reine Onlineanbieter und Modeunternehmen mit Schuhsortimenten gegenüber. „Uns hat unter diesen Rahmenbedingungen geholfen, dass unser Unternehmen früh auf das Thema E-Commerce gesetzt hat und die Omnichannelaktivitäten seitdem stetig ausbaut“, betont Georg Müller. „Die Basis unseres Geschäftes ist jedoch unser Markenkern, preiswerte und modische Schuhe in guter Qualität anzubieten. Und das schätzen auch die Österreicherinnen und Österreicher, sei es stationär oder online.“

Die Vernetzung von Filialen und Online Shop, verbunden mit entsprechenden Services hin zu einem nahtlosen Einkaufserlebnis für den Kunden ist für Deichmann entscheidend. „Wir sind überzeugt, dass wir damit bei unseren Kunden punkten können“, so Müller. Ein Beispiel dafür ist der Heimlieferservice „Ship to home“. Wenn ein Kunde beispielsweise einen bestimmten Artikel in seiner Filiale nicht gefunden hat, kann er ihn gleich dort bestellen. Anschließend wird ihm dieser Artikel direkt nach Hause oder an jede andere Wunschadresse in Österreich geschickt.

Für die weitere Entwicklung der Digitalkompetenz geht es jetzt noch einen Schritt weiter, denn das Unternehmen gehört zu den in Österreich ersten Ausbildungsbetrieben in Sachen E-Commerce-Kaufmann. Seit September 2018 bietet Deichmann diesen völlig neu geschaffenen Ausbildungsbereich an. Der Lehrling erhält dabei einen intensiven Einblick in die Bandbreite des elektronischen Handels. Die Ausbildung dauert drei Jahre, sie umfasst unter anderem: Online-Sortimente gestalten und die Beschaffung unterstützen, Werteströme erfassen, auswerten und beurteilen, Rückabwicklungsprozesse bearbeiten.

Wachstum gegen den Branchentrend im schwierigen Modemarkt: Deichmann-Gruppe mit größter Akquisition der Firmengeschicht
Deichmann in Österreich ist ein Tochterunternehmen der Deichmann SE. Diese ist Marktführer im deutschen und europäischen Schuheinzelhandel. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 erzielte sie in 25 europäischen Ländern und in den USA einen Bruttoumsatz von 5,8 Milliarden Euro (netto 5 Milliarden Euro). Das währungsbereinigte Umsatzplus liegt damit bei 2 Prozent. Verkauft wurden 2018 weltweit 178 Millionen Paar Schuhe in den Filialen und über die Online Shops der Gruppe – knapp ein Prozent mehr als im Vorjahr. 60 Prozent ihres Umsatzes erwirtschaftet die Deichmann-Gruppe im Ausland. Zum 31.12.2018 betrieb die Gruppe 4.053 Filialen (2017: 3.989) sowie 40 Online Shops (2017: 36) und beschäftigte 40.698 Mitarbeiter (2017: 39.564).

Investitionen auf Rekordhöhe: Start in China und auf arabischer Halbinsel
Vor dem Hintergrund dieser wirtschaftlichen Ausgangslage stehen auch 2019 umfangreiche Wachstumspläne auf der Agenda. Die geplanten Investitionen für die gesamte Unternehmensgruppe liegen bei 285 Millionen Euro und damit auf Rekordhöhe. Die Investitionen fließen sowohl in die Modernisierung des Filialnetzes und in die Eröffnung neuer Geschäfte im stationären Bereich als auch in die Internationalisierung und die Digitalisierung.

Ein neues Kapitel schlägt die Unternehmensgruppe mit ihrem Engagement im Nahen Osten auf. In Dubai wird im Sommer die erste Deichmann-Filiale öffnen – erstmals in der Unternehmensgeschichte mit einem Franchise-Partner, der AZ-ADEA-Group. In der ersten Jahreshälfte 2019 wird das Unternehmen zudem in China an den Start gehen und dort online über die Plattform T-Mall Global eine Auswahl des Sortiments anbieten. Für das laufende Jahr ist außerdem der Markteintritt mit dem Deichmann-Konzept in Estland und Lettland geplant.

Zuwachs in den USA
Bereits vollzogen ist eine Akquisition in den USA. Dort hat die Deichmann-Gruppe „KicksUSA“ übernommen. KicksUSA wurde 2002 in Philadelphia gegründet und betreibt zurzeit 64 Filialen an der Ostküste, hauptsächlich in den Städten Philadelphia, New York und im Bundesstaat New Jersey, sowie einen Online Shop. In Zukunft sollen die Filialen des Labels unter der Marke Snipes geführt werden. Snipes gehört seit 2011 zur Deichmann-Gruppe und expandiert seitdem kontinuierlich. (red)

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