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Demmers Teehaus:Teekultur, die zieht © Demmer
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natalie Oberhollenzer 01.06.2018

Demmers Teehaus:Teekultur, die zieht

Geschäftsführer Friedrich Niederl im Gespräch über den sanften Relaunch des renommierten Wiener Traditionsunternehmens.

••• Von Natalie Oberhollenzer

Man wolle die Nummer eins in den Köpfen der Österreicher sein, wenn sie an Tee denken –diesen Grundsatz gibt Friedrich Niederl, Geschäftsführer von Demmers Teehaus, als eines der großen Unternehmensziele aus. Ob die renommierte Handelsorganisation das nicht schon längst erreicht hat? Bei einer Menge an Verbrauchern wahrscheinlich schon. Zumindest bei jenen, die offene Qualitätstees jenen aus den Beuteln vorziehen.

Fest steht jedenfalls, dass das Geschäftskonzept in dieser Form hierzulande einzigartig ist. Die Demmer GmbH, zu der auch noch die Trzesniewski-Brötchen gehören, betreibt vier Teehäuser in Eigenregie, darunter das Stammhaus bei der Mölker Bastei in der Wiener City und jenes am Naschmarkt. Dazu arbeitet das Unternehmen mit 27 Franchisepartnern, fungiert außerdem als Großhändler für Teehäuser in aller Welt und beliefert die Gastronomie mit ihren Spezialitäten.
Die Teegeschäfte von Demmer stehen für eine große Auswahl an Tees, für Qualität und für fundierte Beratung. Das wird auf der Stelle spürbar, wenn man einen der Standorte betritt.

Neues Corporate Design

Zum Beispiel das jüngst umgebaute Flaggschiff in der Wiener Innenstadt: Schon am Eingang duftet es angenehm nach dem frischesten Aufguss, dann fällt der Blick auf ein meterhohes, mit unzähligen Teedosen bestücktes Wandregal. „Nur Behälter in den ersten vier Etagen sind befüllt”, klärt Niederl gleich auf, zumal es kein Leichtes sein dürfte, nach einer Dose in derart luftigen Höhen zu fischen. Hunderte Teesorten stehen zur Auswahl, dazu wird Equipment zur Zubereitung und Geschirr offeriert. Sanfte Rotschattierungen und Weiß dominieren das Farbkonzept des Innenraums, der eine gediegen-traditionelle und gleichzeitig frische Atmosphäre ausstrahlt. „Wir haben uns in den vergangenen Jahren sehr viele Gedanken über unser Corporate Design gemacht”, erklärt Niederl – die Filiale sei nun das Resultat.

Franchisepartner gesucht

Mit der Zeit sollen auch die anderen Geschäfte auf das neue Design umgestellt werden. Im Sommer etwa soll der Standort in der Shopping City mit neuem Outfit überraschen. Gleichzeitig sei man stets auf der Suche nach neuen Franchisepartnern, besonders im Westen Österreichs. Zwischen 30 und 35 m2 groß, Gassenlokale oder Einheiten in Einkaufszentren wären dem Firmenchef zufolge ideale Flächen.

Wachstum dank Trends

Was die Geschäftsentwicklung betrifft, ist Niederl zufrieden. Das Handelsunternehmen profitiert auch vom allgemeinen Gesundheitstrend. In den Zahlen schlägt sich das mit Umsatzzuwächsen von rund fünf Prozent pro Jahr wieder. Die Erlöse in den mit April endenden Geschäftsjahren sind von 3,5 Mio. € im Jahr 2014 auf 4,4 Mio. € in 2017 gestiegen. Einen Schub hat beispielsweise die stark gestiegene Nachfrage nach Matcha gegeben; der pulverisierte Grüntee aus Japan wird immer häufiger nicht mehr nur pur, sondern als Mischgetränk mit Milchschaum oder auch Gewürzbeigaben genossen.

Wobei Trends in der Teewelt längst nicht so schnelllebig sind wie bei vielen anderen Produktgruppen, wie Niederl klarstellt. Oft blieben diese dann jahrelang bestehen. Überhaupt spielen Dinge wie gute und schlechte Jahrgänge, also die Erntequalitäten, im Teebusiness eine weit größere Rolle. Es handelt sich eben um ein reines Naturprodukt, wenn man stark gesüßte oder mit chemischen Geschmäckern aufgepeppte Eistees nicht miteinrechnet. Doch wer diese Produkte konsumiert oder Tee beispielsweise in einem To-Go-Pappbecher mit sich herumträgt, der hat die Grundidee des Tees ohnehin nicht verstanden. Denn Tee zu trinken, Tee zuzubereiten, ihn ziehen zu lassen, all das habe eben auch damit zu tun, dass man sich Zeit nimmt. Die Marke Demmer schafft es genau, diesen entspannten Spirit zu transportieren – auf eine durchwegs sympathische Art und Weise.

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