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Die Braustadt Weitra feiert 700 Jahr-Jubiläum © Christoph Kerschbaum

Reinhart Kartusch, Obmann werk|stadt|weitra; Weitraer Bürgermeister Patrick Layr; Karl Schwarz, Geschäftsführer und Eigentümer Bierwerkstatt Weitra, und Stadtrat Wolfgang Walter bei der Unterzeichnung der Partnerschafts-Urkunde

© Christoph Kerschbaum

Reinhart Kartusch, Obmann werk|stadt|weitra; Weitraer Bürgermeister Patrick Layr; Karl Schwarz, Geschäftsführer und Eigentümer Bierwerkstatt Weitra, und Stadtrat Wolfgang Walter bei der Unterzeichnung der Partnerschafts-Urkunde

Redaktion 28.10.2020

Die Braustadt Weitra feiert 700 Jahr-Jubiläum

Weitra im Waldviertel ist älteste Braustadt Österreichs; zahlreiche Aktivitäten im Jubiläumsjahr 2021 geplant.

WEITRA. Im Jahr 2021 feiert die Stadt Weitra ein besonderes Jubiläum: Vor exakt 700 Jahren anno 1321 wurde der Stadt das Privileg zum Bierbrauen von König Friedrich dem Schönen verliehen. Damit darf sich Weitra als „älteste Braustadt Österreichs“ bezeichnen. Das Jubiläumsjahr wird umfangreich und dank einer Exklusiv-Partnerschaft zwischen der Stadt Weitra, dem Tourismusverein werk|stadt|weitra, der hier ansässigen Bierwerkstatt sowie dem Biermuseum im Schloss Weitra mit zahlreichen Aktivitäten begangen und gefeiert. Im Fokus dabei stehen verschiedene Impulse und Initiativen, die Touristen wie Einheimische begeistern sollen und werden. Das Ziel lautet klar: Egal welche Vorkenntnisse Besucher mitbringen – in Weitra wird jeder zum Bierliebhaber. Die Stadt Weitra selbst präsentiert sich touristisch „runderneuert“, zugeprostet wird mit einer von der Bierwerkstatt Weitra kreierten neuen Biersorte – ausgeschenkt wird es ganzjährig sowohl von den Weitraer Wirtsleuten als auch im Zuge diverser Veranstaltungen. Ein eigenes Corporate-Design samt Logo für das Jubiläumsjahr wurden genauso entwickelt wie ein zeitgemäßer Social-Media Auftritt auf Facebook und Instagram. „Wir verstehen unter Tradition nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers“, so die Initiatoren unisono.

Jubiläum im Zeichen von Hopfen, Wasser und Malz
„Als älteste Braustadt Österreichs lag es auf der Hand, vor allem das Jubiläumsjahr einem der Lieblingsgetränke der Österreicher – dem Bier – zu widmen“, ist der Weitraer-Bürgermeister Patrick Layr stolz. „Gemeinsam mit zahlreichen Experten haben wir vor geraumer Zeit begonnen, uns auf das Jubiläum einzustimmen und einen Aktivitätenplan für 2021 und darüber hinaus zu schmieden.“ Gilt es doch, „700 Jahre Brautradition den Gästen zu vermitteln“.

Städtischer Bier-Wanderweg: Dauerhafte Installation der „Biermeile“
In der Weitraer Altstadt entsteht ein Bier-Erlebnisweg - die sogenannte Biermeile. Diese dauerhafte Installation präsentiert an neun Stationen Wissenswertes aus der Braustadt rund ums Bier. Auch die Stationen selbst widmen sich optisch dem Leitthema Bier. So wurden vom Landschaftsplaner Grossauer aus Gmünd neun Miniatur-Hopfengärten in der Stadt angelegt. Die Biermeile ist ganzjährig kostenfrei zugänglich, auch Führungen mit kundigen Personen wie dem „Nachtwächter“ werden sowohl für Individualreisende als auch Gruppen angeboten.

Einer, der sich bei Bier zweifelsohne bestens auskennt, ist Karl Schwarz, der seit 2003 auch die Bierwerkstatt Weitra führt: „Bier ist weit mehr als ein Getränk – Bier ist Geschichte, Tradition und ein Stück unserer herrlichen Waldviertler Natur in flüssiger Form.“ Schwarz liegt viel daran, den Einheimischen wie Gästen Bier näherzubringen – denn so Schwarz: „Je mehr man über Bier weiß, desto bewusster kann man es genießen.“

Die gesamte Braustadt Weitra hat sich für ihre Besucher richtiggehend „herausgeputzt“: Touristische Leitsysteme, Infopoints, zahlreiche neue Parkplätze sowie die Beflaggung der 33 Häuser mit Braurecht werden umgesetzt.

Noch mehr Bier: Museum im Schloss Weitra „reloaded“
„Was Sie schon immer über Bier wissen wollten“ – so könnte der Titel der Ausstellung im neugestalteten Brauereimuseum im Schloss Weitra lauten. Die Kulisse dafür bieten Reste der 700-Jahr alten Mauer der Kuenringerburg Weitra. In der anlässlich des Jubiläums neugestalteten Erlebniswelt Bier lernen Besucher die unterschiedlichen Rohmaterialien und Brauprozesse einst und jetzt kennen. Den vielfältigen Biersorten, der so wichtigen Glaskultur sowie dem Einsatz vom Bier in der Küche widmet sich die Ausstellung genauso wie der Typologie: Am Ende des Rundgangs erfährt jeder Besucher, welcher „Biertyp“ sie oder er ist und wo man das „passgenaue Bier“ genießen kann. Das Brauereimuseum wird im Jubiläumsjahr einen wichtigen touristischen Impuls leisten und ist von 1. Mai bis 31. Oktober täglich, außer Dienstag, von 10 - 17 Uhr geöffnet; auch fachkundige Führungen werden angeboten.

365 Tage wird in der ganzen Stadt gefeiert – Bierkirtag als Höhepunkt
Der jährliche Bierkirtag ist auch in „ganz normalen“ Jahren ein wichtiger Höhepunkt im Stadtleben – wird doch die Hopfenprinzessin gewählt und das Turnier der Hopfenritter bestritten. 2021 findet die neu konzipierte Kirtagwoche von 12. bis 18. Juli 2021 statt. Alle Aktivitäten finden sich auch auf der neuen Homepage der Stadt http://www.braustadt2021.at

Initiiert wurden und werden die Aktivitäten von der Stadt selbst, der werk|statt|weitra – einem Verein zur Förderung von Wirtschaft und Tourismus - sowie der ortsansässigen Bierwerkstatt Weitra. Karl Schwarz zu seinem Engagement: „Wir fühlen uns der Region Waldviertel und im speziellen Weitra und Zwettl innig verbunden. Für uns liegt es daher auf der Hand, gemeinsam mit der Stadt aktiv zu werden und daher sind wir von Herzen gerne Exklusiv-Partner für das Jubiläumsjahr.“


Zur Historie: Brautradition in Weitra einst und heute
Im erwähnten Jahr 1321 verlieh Friedrich der Schöne den damaligen Bürgern der Stadt ein Privileg, welches das Bierbrauen im Umkreis von einer Meile um die Stadt verbot. Mit diesem Monopol wurde Weitra zur ältesten Braustadt Österreich geadelt. Knapp 40 Jahre später wurde dieses Recht von Herzog Rudolf IV erneut bestätigt – die Stadt erlebte in den folgenden Jahrhunderten eine Blütezeit der Braukultur. So gab es um 1645 insgesamt 35 Brauhäuser, 33 bürgerliche Brauhäuser, ein städtisches sowie ein herrschaftliches Hofbräuhaus. Die Bürger brauten Bier damals nicht etwa zum Genuss, sondern vor allem als Durstlöscher in der Erntezeit. Das herrschaftliche Hofbräuhaus ging 1912 in den Besitz der Familie Pöpperl über, seit 2003 steht es im Unternehmensverbund mit der Privatbrauerei Zwettl.

Bier aus Weitra als wichtiger Botschafter des Waldviertels
Die Bierwerkstatt Weitra erfährt seit der Übernahme durch die Brauereifamilie Karl Schwarz stetig wachsende Absatzmengen – so sind die beiden Biersorten „Weitra Helles“ und das Bio-Bier „Hadmar“ aus der gleichnamigen Bierwerkstatt ein „wichtiger und genussvoller Botschafter des Waldviertels – vor allem in Wien“, freut sich Karl Schwarz. „Das zeigt eindrücklich, wie stark regionstypische Produkte von Konsumenten angenommen werden.“

Neue Biersorte der Bierwerkstatt Weitra im Jubiläumsjahr
In Vorfreude auf das 2021 anstehende 700 Jahr-Jubiläum Weitras als älteste Braustadt Österreichs wird ein neues Spezialbier, das hauptsächlich in Gastronomiebetrieben sowie bei Veranstaltungen ausgeschenkt wird, in Weitra eingebraut. Nicht nur der Inhalt, auch das Gebinde ist „etwas ganz Besonderes“. So werden die Biere im Fass sowie in schön gestalteten exklusiven 0,33 l-Glas-Mehrwegflaschen und neuen Kisten ab dem kommenden Frühjahr angeboten. „Damit erreichen wir außerdem eine nahezu 100-prozentige Mehrweg-Quote in Weitra“, freut sich Schwarz.

Bierwerkstatt Weitra: Modernste Technik trifft auf traditionelles Brauhandwerk
Die Bierwerkstatt Weitra wird heuer um 3,5 Mio. € modernisiert, die runderneuerte Manufaktur geht in wenigen Wochen wieder in Normalbetrieb. Mit diesem Investment wurden nunmehr alle Anlagen auf modernsten Stand gebracht und die Kapazität der Bierwerkstatt – punktgenau zum Jubiläumsjahr – nahezu verdoppelt, wobei die wertvolle handwerkliche Tradition der offenen Gärung selbstredend erhalten bleibt. „Aufgrund der Komplexität und des unbedingt notwendigen Wissens der Mitarbeiter gerät diese bewährte Methode zunehmend in Vergessenheit. Wir gehen hier zweifelsohne den komplizierteren, aufwendigeren Weg, werden aber mit außergewöhnlichen Bieren belohnt“, so Karl Schwarz, dem das Handwerk am Herzen liegt und der Tradition bewahren möchte. (red)

 

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