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Die Franchise-Szene bleibt weiter guter Dinge © medianet/Joe Haider
© medianet/Joe Haider

Redaktion 15.01.2021

Die Franchise-Szene bleibt weiter guter Dinge

Zuversicht trotz anhaltender Umsatzeinbußen: Die Anzahl der Franchise-Partner ist seit Juni gestiegen.

••• Von Paul Hafner

Nach einer umfassenden Befragung im Juni 2020 hat der Österreichische Franchise-Verband zum Ende des vergangenen Jahres erneut ein aktuelles Stimmungsbild der heimischen Franchise-Systeme ermittelt.

Standen die Zeichen im Frühsommer trotz starker Einbußen auf Zusammenhalt und Optimismus, hat sich die positive Stimmung in der Szene trotz der anhaltenden Umsatzeinbußen nicht verschlechtert. Einer der Hauptgründe dafür liegt in der gestiegenen Anzahl an Franchise-Partnern seit Juni. „Anhand der neuen Umfrage haben wir gesehen, dass verstärktes Interesse an Franchising besteht. Dadurch breitet sich Zuversicht in der Franchise-Szene aus”, so Barbara Steiner, Generalsekretärin des ÖFV. Konkret haben 46% der befragten Systeme angegeben, dass die Nachfrage und das Interesse am Geschäftsmodell gestiegen ist.

Stolz auf eigene Leistungen

Mit dem eigenen Krisenmanagement sind die österreichischen Systemzentralen wie schon im Juni weiterhin sehr zufrieden: 92% der Befragten sind davon überzeugt, ihre Franchise-Partner ausreichend unterstützt zu haben und es umgekehrt auch ihren Partnern gut gelungen sei, auf die verschiedenen Herausforderungen, die mit der Krise einhergegangen sind, zu reagieren.

Dieses Ergebnis unterstreichen auch die Zertifizierungschecks, die von igenda im deutschen und österreichischen Franchise-Verband durchgeführt werden. Seit März 2020 wurden im Zuge dessen nämlich auch die Auswirkungen der Pandemie auf Systeme und Franchise-Nehmer erfragt. „Bei den meisten teilnehmenden Franchise-Systemen hat sich die Partnerzufriedenheit gegenüber Vor-Corona-Zeiten verbessert; dies gilt auch hinsichtlich des geschäftlichen Erfolgs”, erklärt igenda-Geschäftsführer Martin Ahlert.

Plädoyer für Zusammenhalt

Auch für McDonald’s Österreich, den größten Franchise-Geber des Landes, ist Zusammenhalt das Wort der Stunde: „Gemeinsam mit unseren Franchise-Nehmern stellen wir uns dieser Krise. Wichtig ist uns dabei, dass niemand auf der Strecke bleibt. Hier zeigt sich die Stärke einer jahrelang gelebten Partnerschaft auf Augenhöhe”, so Manfred Rothdeutsch, Franchising & Delivery Lead bei McDonald’s Österreich.

Die Unterstützungsangebote für die Franchise-Nehmer sind vielfältig; sie „reichen von Beratungen einzelner Partner, über regelmäßige Update Calls betreffend aktueller Maßnahmen bis hin zur Umsetzung unseres SAFE-Konzepts. Die Krise hat uns noch stärker zusammenwachsen lassen und die bereits sehr enge Zusammenarbeit intensiviert”, so Rothdeutsch.
In puncto Zusammenhalt geht auch der ÖFV mit gutem Beispiel voran – und kündigte jüngst eine Ausweitung der Kooperation mit dem Deutschen Franchiseverband an. So erscheint etwa die FranchiseConnect, das Magazin des DFV, ab diesem Monat auch hierzulande – mit einigen vom ÖFV gestalteten Seiten zur Entwicklung des österreichischen Franchisemarkts schon in der Jänner-Ausgabe 2021.

Skepsis gegenüber Regierung

Kritisch wird im Rahmen der Studie die Zufriedenheit mit der Bundesregierung bewertet: Im Juni stimmten noch 72% mit den Corona-Maßnahmen überein, aktuell sind es nur noch 46%, die den Umgang der Regierung mit der Situation als kompetent erachten. Das Bild spaltet sich allerdings nach Branchen: Der Handel schätzt den Umgang deutlich positiver ein als andere Sparten. Die Unterstützungsmaßnahmen der Bundesregierung sehen 38% der Systeme als zielführend.

Zuversichtlich stimmt der Ausblick auf 2021: Ein Drittel der befragten Systeme geht davon aus, dass sich die Umsatzzahlen bis nach der ersten Jahreshälfte 2021 erholen werden – und planen, ihr Franchise-System weiter auszubauen; 96% der Befragten sind sogar aktiv auf der Suche nach neuen Franchise-Partnern.

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