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Dynamische Preise in Onlineshops Lisi Specht

Gabriele Zgubic AK

Lisi Specht

Gabriele Zgubic AK

Redaktion 11.04.2016

Dynamische Preise in Onlineshops

AK stellt teilweise enorme Schwankungen bei Produktpreisen in Onlineshops fest

WIEN. „Flexible Preise im Internet sind schon lange Realität“, sagt Gabriele Zgubic, Leiterin der AK Wien Konsumentenpolitik. „Dynamic Pricing, also dynamische Preisgestaltung, heißt es, wenn die Preise mittels softwaregesteuerten Berechnungen jederzeit geändert werden können.“ 

Von 7. bis 13. März hat die AK täglich zur gleichen Uhrzeit 36 Preise verschiedener österreichischer Webshops abgefragt, darunter Heine, Peter Hahn, Zalando, Ottoversand, Universal Versand, booking.com, Saturn, Amazon, Austrian Airline, Lufthansa, XXXLutz und Kika/Leiner. Die Preise wurden von 28 verschiedenen Geräten österreichweit abgefragt, etwa stationäre PC, Smartphones, iPhones. Produkte oder Dienstleistungen, die auch über den deutschen Webshop zu finden waren, wurden zusätzlich über einen Laptop und ein Smartphone eines deutschen Benutzers abgefragt.

Das Ergebnis: Bei einigen getesteten Waren änderten sich innerhalb einer Woche die Preise im Internet mitunter mehrmals. Auffällig war auch, dass das gleiche Produkt im heimischen Onlineshop zuweilen teurer ist als im deutschen. „Durch dynamische Preisgestaltung werden den Konsumenten einfache und schnelle Preisvergleiche schwer gemacht“, resümiert Zgubic.

Die Schwankungen waren teils enorm. Beim deutschen Ottoversand schwankte ein Strickkleid um sechs Euro (50,99 bis 56,99 €), bei der AUA und dem Mutterkonzern Lufthansa wurde ein Hin- und Rückflug für zwei Erwachsene nach Berlin um 80 Euro teurer. Bei Saturn wiederum verbilligte sich das Apple iPhone 5s im Laufe der Testwoche um 80 Euro.

„Im Vergleich zu Deutschland waren etwa die Produkte von Peter Hahn bis zu 23% teurer und für eine Film-DVD bei Saturn muss man in Österreich 20% mehr zahlen. Hingegen waren bei  XXXLutz die Preise in Österreich je nach Produkt und Erhebungstag zwischen 26% billiger bzw. um 31% teurer“, heißt es in einer Aussendung der Arbeiterkammer. 

Dass die Preise auch individuell – je nach User – differenzieren, dafür konnten in dieser Untersuchung keine Hinweise gefunden werden. (red)

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