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Egger Getränke fährt die Tourenzahl hoch © Christian Novacek (2)

Martin Forster, Jochen Danninger, Kathrin Golger, Matthias Stadler und Frank van der Heijden.

© Christian Novacek (2)

Martin Forster, Jochen Danninger, Kathrin Golger, Matthias Stadler und Frank van der Heijden.

Redaktion 13.03.2020

Egger Getränke fährt die Tourenzahl hoch

Die Inbetriebnahme der neuen Glasanlage für 25 Mio. Euro steigert die Kapazität um 60 Mio. Flaschen jährlich.

••• Von Christian Novacek

Glas ist ein sympathisches Gebinde und bei Glas in Mehrweg gehen Sympathie und Trend derzeit gut zusammen – siehe Milch in der Mehrwegglasflasche. Was Milch kann, sollten Limonaden schon lange können, dachte man sich jedenfalls bei Egger Getränke und nahm deshalb in der Vorwoche die neue Abfüllanlage in Unterradlberg/NÖ in Betrieb: „Wir haben hier 25 Mio. Euro investiert und können jetzt 60 Mio. Flaschen jährlich produzieren”, umreißt Martin Forster, Geschäftsführer Technik und kaufmännischer Leiter bei Egger Getränke, die frisch installierte Kapazität.

Die geht on top, also zusätzlich zu jährlich produzierten 400 Mio. Flaschen (hauptsächlich Bier). Und noch eine Einschätzung zu dem, was Egger hier mutig hingezaubert hat: 60 Mio. Flaschen entspricht der Menge, die in Glas-Mehrweg derzeit gesamt am Markt ist – sprich: Egger zieht hier eine starke Option auf die Zukunft. Dazu die Vertreterin der Eigentümerfamilie, Kathrin Golger: „Als Familienunternehmen denken wir in Generationen. Dieses Investment ermöglicht ein ressourcenschonendes und nachhaltiges Angebot in der heimischen Getränkelandschaft.”

Dem Konsumenten verpflichtet

Auch der Neo-Geschäftsführer für Verkauf und Marketing, Frank van der Heijden, kann dem Denken in Generationen einiges abgewinnen: „Das ist das Schöne an eigentümergeführten Unternehmen, dass wir hier nicht nur auf die Quartalsentwicklung schauen, sondern langfristig etwas machen, einfach weil es richtig ist.”

Der ehemalige Coca-Cola-Manager stützt sich in seiner Argumentation auf 91% der Österreicher, die mehr Mehrweg wollen. „Die Konsumenten haben Mehrweg vermisst”, folgert er und erinnert an evidente Vorteile der Verpackung: Glas nimmt nichts auf, gibt nichts ab und kann dank seiner glatten Oberfläche vergleichsweise einfach und mit deutlich wenig Reinigungsmitteleinsatz gereinigt werden.
Die vergleichsweise schweren Glasflaschen zu tragen, sei letztlich ein Beitrag des Einzelnen, auf die Umwelt zu achten, ergänzt Forster.

Österreichweit bei Spar

Seit dieser Woche sind Radlberger Limö, Granny’s Apfelsaft und Unkraut in der 1 l-Glas-Mehrwegflasche bei Spar österreichweit (vorwiegend: Interspar und Eurospar) erhältlich; mit weiteren Händlern laufen Gespräche. Auch die Gastronomie ist Thema.

Begleitet wird die Einführung durch eine mehrteilige Kampagne, bei der in Anlehnung an den jahrelangen Werbespruch der Marke Radlberger die Glas-Mehrwegflasche mit den Worten „Glasklar: So geht Sommer heute” inszeniert wird.
State of the Art in Sachen Verpackung ist auch die 6er-Kiste: Durch den Verzicht auf das Markenbranding kann sie für Lohnfüllung und Handelsmarken eingesetzt werden. Denn, so van der Heijden: „Wir haben aktuell jede Woche jemanden im Haus, der unsere Anlage gern bespielen möchte.” Schließlich ist die Lohnabfüllung ebenso ein starkes Standbein bei Egger.

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