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Fleischer-KV: Ringen um 1.500-Euro-Mindestlohn im Fleischergewerbe © APA / helmuth Fohringer
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Redaktion 24.09.2019

Fleischer-KV: Ringen um 1.500-Euro-Mindestlohn im Fleischergewerbe

Die Lohnverhandlungen der Gewerkschaft Pro-GE für die rund 13.000 Arbeitnehmer in der österreichischen Fleischindustrie und im Fleischergewerbe gingen Montagmittag in die mittlerweile fünfte Verhandlungsrunde.

WIEN. Dass die vierte Runde scheiterte, ist aus Sicht der Gewerkschaft "dem enttäuschenden Lohnangebot der Arbeitgeber und an der Bezahlung von Umziehzeiten" gescheitert.

Die Gewerkschaft fordert Lohnerhöhungen von mindestens 2,8 Prozent. Die Arbeitgeber bieten derzeit laut den Arbeitnehmervertretern 2,3 Prozent und verweisen auf den Preisdruck des Handels. "Wir hoffen, dass wir morgen zusammenkommen. Sollte es morgen keine Bewegung geben, müssen wir unser Vorgehen verschärfen. Dann müssen wir den ÖGB informieren. Streik ist die letzte Möglichkeit", sagte PRO-GE-Verhandlungsleiter Erwin Kinslechner am Sonntag im Gespräch mit der APA.

Kinslechner erläuterte, dass seine Branche darunter leide, dass Fleisch oft als Lockangebot der Supermärkte diene, um Kunden in ihr Geschäft zu locken. "Dass die Beschäftigten für den Preiskampf im Handel zahlen sollen, ist absolut inakzeptabel."

Arbeiter im Fleischergewerbe haben derzeit lediglich einen Mindestlohn von 1.400 Euro. Es ist einer der letzten Bereiche, in denen Menschen in Österreich weniger als 1.500 Euro brutto verdienen. Daher soll dieser Wert auch im Fleischergewerbe auf 1.500 Euro steigen, fordert Kinslechner. Dafür sei in diesem Bereich eine Steigerung von 7,14 Prozent nötig.

Der zweite Streitpunkt der KV-Verhandlungen betrifft laut dem Gewerkschafter die Umsetzung eines OGH-Urteils, wonach Umziehzeiten als Arbeitszeiten abzugelten sind. Die Arbeitgeberseite habe diese Bezahlung der Umkleidezeit der Lohnerhöhung gegenrechnen wollen. "Das ist klarerweise nicht sehr zielführend", kommentiert Kinslechner. "Wir werden sicher nicht zulassen, dass den Arbeiterinnen und Arbeitern mit einer Hand ausbezahlt wird, was ihnen mit der anderen aus der Tasche gezogen wird. Die Betriebsversammlungen in den letzten Wochen geben uns für die nächsten Verhandlungen enormen Rückenwind." (red)

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