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Frauen mögen Franchise © medianet/Joe Haider

Barbara Rolinek

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Barbara Rolinek

Redaktion 19.10.2018

Frauen mögen Franchise

In Österreich gibt es derzeit rund 440 Franchise-Systeme. Vor allem bei Frauen erfreut sich das Geschäftsmodell starker Beliebtheit.

WIEN. Franchising liegt im Trend: In Österreich gibt es derzeit rund 440 Franchise-Systeme. Betrachtet man die Geschlechterverteilung in der Franchise-Wirtschaft, so sind diese Geschäftsmodelle vor allem bei Frauen sehr beliebt.

„Die österreichische Franchise-Szene ist sehr stark frauendominiert, denn 59 Prozent der Mitarbeiter und 43 Prozent der Führungskräfte sind in der Franchise-Szene weiblich. Das ist ein signifikant höherer Anteil als in der Gesamtwirtschaft”, erläutert dazu der Präsident des Österreichischen Franchise- Verbandes (ÖFV) Andreas Haider – der das System übrigens im Lebensmitteleinzelhandel mit Unimarkt seit Jahren routiniert umsetzt.

Dass die Branche eine starke Frauenquote aufweist, liegt zum einen daran, dass Franchising im Dienstleistungssektor und im Handel betrieben wird – also in traditionellen Frauenberufen. Hinzu kommt, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie einfacher gestaltet werden kann. Die Nutzung eines bestehenden Geschäftskonzepts, einer bekannten Marke und des vorhandenen Know-hows sind weitere Vorteile, die den Weg in die Selbstständigkeit erleichtern. Dadurch minimiert sich das Risiko des Scheiterns. Viele Anfangsfehler können vermieden werden.

Erfolgreiche Franchiser

Eine aktuelle Studie der Universität Münster zeigt, dass Franchise-Gründer erfolgreicher sind als Gründer mit einer eigenen Gründungsidee. Grund dafür könnte sein, dass Unternehmer mit eigenem Konzept das Angebot ihres Unternehmens erst bekannt machen müssen. Franchise-Nehmer hingegen profitieren von Beginn weg von einer etablierten Marke. Weiters arbeiten sie in bestehenden, erprobten Strukturen – und können dieserart sofort Umsätze generieren. „Sein eigener Chef zu werden, ist mit viel Risiko verbunden. Natürlich ist man auch im Franchising vor dem Scheitern nicht gefeit, aber man hat die Möglichkeit, auf Unterstützung zurückzugreifen und profitiert von der Stärke des Systems. Ich denke, das ist ein weiterer Grund, warum sich sehr viele Frauen für Franchising entscheiden”, erläutert die Generalsekretärin des ÖFV, Barbara Rolinek.

Qualitätssicherung

Der ÖFV ist Repräsentant der österreichischen Franchise-Wirtschaft. Als integrativer Motor der Franchise-Szene vertritt der Verband die Interessen seiner Mitglieder in der Öffentlichkeit und forciert den Austausch mit Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit, um die nachhaltige Qualitätssicherung im Franchising zu fördern.

Diese wird weiters durch den ÖFV-System-Check unterstützt, zu welchem sich alle ordentlichen Mitglieder mindestens einmalig verpflichten. Nach Absolvierung des Checks darf das ÖFV-Siegel „Geprüftes Mitglied” getragen werden. Das wiederum repräsentiert nicht nur die hohe Qualität des Systems, es steht darüber hinaus für eine hohe Franchise-Partner-Zufriedenheit – und birgt somit Vorteile bei der Suche nach neuen Franchise-Partnern. Zudem vernetzt der Verband Franchise-Geber mit Franchise-Interessenten und stellt seinen Mitgliedern ein umfassendes Experten-Netzwerk zur Verfügung. (red)


Zum Thema Franchise wird am 2.11. der
medianet ein Dossier beigelegt. Weiters erscheint am 23.11. in retail ein Franchise- Themenschwerpunkt.

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