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Giganten-Duell: H&M versus Zara © H&M

Gut aufgestellt Zu H&M gehören die Vertriebslinien COS, & Other Stories und Monki. Auch Zara besitzt weitere Vertriebslinien, etwa Pull&Bear, Bershka und Massimo Dutti.

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Gut aufgestellt Zu H&M gehören die Vertriebslinien COS, & Other Stories und Monki. Auch Zara besitzt weitere Vertriebslinien, etwa Pull&Bear, Bershka und Massimo Dutti.

Redaktion 25.10.2018

Giganten-Duell: H&M versus Zara

Marktforscher RegioData hat Struktur und Strategien der beiden Modelabels unter die Lupe genommen.

WIEN. Seit Jahren liefern sich die beiden Moderiesen H&M und Zara ein enges Kopf-an-Kopf Rennen. Ihre Filialen sind nahezu flächendeckend in Europa zu finden – RegioData hat nun analysiert, wer wo warum die Nase vorn hat.

H&M hat mehr Geschäfte, mit 2.991 sogar mehr als doppelt so viele wie Zara. Der spanische Bekleidungseinzelhändler zählt 1.219 Stores, ist aber in mehr europäischen Ländern vertreten – 45 sind es genau, im Vergleich zu 34 bei H&M. Einschränkung: Zara hat in acht Ländern jeweils nur einen Store. H&M deckt seine Länder hingegen mit mehr Filialen pro Land ab. Die größten Märkte von H&M sind Deutschland, Großbritannien und Frankreich. Zara gibt's am häufigsten im Heimatland Spanien, Frankreich und Italien. Zaras Filialen haben in Spanien größere Verkaufsflächen als in den restlichen europäischen Ländern. Ausgerechnet diese Standorte werden reduziert: Waren es 2013 noch 332 Standorte in Spanien, so sind es 2017 nur mehr 306.

Billig, aber anders

Sowohl H&M als auch Zara werden von den Konsumenten als Billiglabel gesehen. Prinzipiell sind die Strategien aber unterschiedlich: H&M legt Wert auf klassische Werbekampagnen und hat sich überdies mit nachhaltiger Kleidung aus recycelten Stoffen und Bio-Baumwolle einen Namen gemacht. Zara setzt stark auf Trends: Die Warenpalette wird rasch gewechselt, auf Kundenbedürfnisse prompt reagiert.

Beide Unternehmen konnten 2017 ein Umsatzplus verbuchen. Zara erwirtschaftete einen Nettoumsatz von insgesamt 25,3 Mrd. € (+8,6%) und konnte den Gewinn zuletzt kräftig steigern. Auch H&M konnte Umsatzzuwächse generieren, allerdings fallen diese von Jahr zu Jahr geringer aus. Auch der Gewinn ist geringer als in den Jahren zuvor. Während das Unternehmen von 2014 auf 2015 noch +19,41% Wachstum für sich verbuchen konnte, waren es von 2016 auf 2017 nur mehr +4,13%. 2017 erwirtschaftete der Konzern einen Nettoumsatz von 18,9 Mrd. €.

H&M mit Expansionsstopp?

H&M hat international mit mehreren Herausforderungen zu kämpfen: Einerseits konnte das Unternehmen laut eigenen Angaben das Sortiment nicht rasch genug auf das geänderte Käuferverhalten anpassen, weshalb Ware in den Regalen liegen blieb und sich Kundenschwund bemerkbar machte. Auch ist das Filialnetz des Unternehmens in einigen Ländern bereits so stark ausgeweitet, dass es seine stationäre Wachstumsgrenze erreicht. Jede zusätzliche Neueröffnung bedeutet de facto Eigenkonkurrenz. Ergo will H&M heuer noch 170 Filialen europaweit schließen. (red)

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