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Hofers Mission gegen Lebensmittelverluste © Hofer
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Redaktion 07.08.2019

Hofers Mission gegen Lebensmittelverluste

Reduktion durch exakte Mengenplanung, hohe Warendrehung und kurze Transportwege.

SATTLEDT. Etwa ein Drittel aller produzierten Lebensmittel geht jährlich auf dem Weg vom Feld zum Teller verloren, warnt die Umweltschutzorganisation WWF. Es handle sich dabei in Österreich um etwa 577.000 Tonnen, die jedes Jahr als Abfall enden. Lebensmittelhändler Hofer hat sich den Kampf gegen Lebensmittelverluste auf die Fahnen geschrieben und will für „einen behutsamen Umgang mit Rohstoffen und eine verantwortungsvolle Herstellung von Produkten“ stehen. Der Diskonter hat nun Einkaufspolitien für „relevante Themenfelder, Produktgruppen und Rohstoffe - wie z. B. Tierwohl, Kaffee, Kakao oder Palmöl - Einkaufspolitiken erarbeitet, die für Lieferanten und Geschäftspartner einen verbindlichen Handlungsrahmen darstellen“, wie es in einer Aussendung heißt. Nun hat man eine Politik zur Vermeidung von Lebensmittelverlusten veröffentlicht.

Hofers Vorsätze
Als Unternehmensphilosophie wird eine Ausrichtung auf „höchste Effizienz, punktgenaue Mengenplanung und hohe Warendrehung“ ausgegeben, wodurch Lebensmittelverschwendung auf ein Minimum reduziert werden soll. Mit effizienter Logistik und kurzen Transportwege will man eine lange Haltbarkeit bei gleichzeitiger Frische der Produkte sicherstellen. Alle Filialen werden täglich mit Obst und Gemüse beliefert, zudem wird auf regionale Beschaffung geachtet. Die Kombination der Erfahrung der Filialleiter und dem Einsatz eines IT-basierten Warenwirtschaftssystems sollem einen optimalen Warenbestand garantieren. Restmengen sollen kurz vor Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums mit einem Sticker gekennzeichnet und preisvergünstigt angeboten werden.

Backbox
Einen kritischen Faktor stellt auch das eigene Brot- und Backwarensystem, die „Backbox“, dar. Hier setzt die Kette auf bedarfsgerechtes Backen: Am späteren Nachmittag sollen nur noch einzelne Bleche befüllt werden, um der Kundshcaft bis Ladenschluss frisches Brot und Gebäck anbieten zu können und gleichzeitig darauf zu achten, dass nur Kleinstmengen übrigbleiben. Brot vom Vortag wird preisreduziert angeboten. Um Lebensmittelverluste in der vorgelagerten Lieferkette zu verringern, bekennt sich Hofer dazu, „auch Obst und Gemüse mit Schönheitsfehlern“ anzubieten, das ansonsten nicht in den Handel gelangen würde. Dadurch würden lokale Erzeuger gestärkt und mögliche wirtschaftliche Verluste durch Umwelteinflüsse wie z. B. Extremwetterereignisse verringert.

Überschüsse werden gespendet
Bereits seit 2017 spenden sämtliche Hofer-Filialen nicht verkaufte Lebensmittel an karitative oder gemeinnützige Einrichtungen wie den Verband der österreichischen Tafeln, Caritas, Soma & Partner und Vinzi Märkte. Alle Lebensmittel, die zu Hofer in den Verkauf kommen, werden laufend getestet und verkostet, um eine gleichbleibend hohe Qualität zu gewährleisten und das Sortimentsangebot stets an die Bedürfnisse der Kunden anzupassen. Produktmuster, die nicht verzehrt werden, spendet Hofer an den Verein pro mente. Lebensmittel, die weder verkehrs- noch verzehrfähig sind, werden gemäß Unternehmensrichtlinie an Landwirte, Futtermittelproduzenten oder Entsorgungsunternehmen zur Weiterverwertung abgegeben, sodass sie zur Erzeugung von Futtermitteln dienen. (red)

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