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Ja! Natürlich steht gutes Essen jetzt hoch im Kurs! © Ja! Natürlich
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Redaktion 04.12.2020

Ja! Natürlich steht gutes Essen jetzt hoch im Kurs!

Die Bio-Marke steuert gut durch die Krise und kooperiert mit Trendgastronomen wie Karma Food.

••• Von Christian Novacek

WIEN. Wie man unverzagt durch die Krise kommt, stellen Ja! Natürlich und der Gastronomiebetrieb Karma Food unter Beweis – im medianet retail- Interview mit Martina Hörmer und Simone und Adi Raihmann herrscht verhaltener, aber klar ausgesprochener Optimismus.

medianet: Wie performt die Marke Ja! Natürlich in 2020 und wo liegen die Erwartungen für 2021?
Martina Hörmer: Corona hat eine richtige Bio-Welle ausgelöst. Als Pionier in diesem Bereich erleben wir ja seit 26 Jahren den unaufhaltsamen Siegeszug von Bio aus einer Nische heraus in den Massenmarkt. Wir sind stolz, Teil davon zu sein und diesen Aufschwung mit möglich gemacht zu haben. Aber so dynamisch wie in den vergangenen Monaten hat sich die Nachfrage nach Bio-Produkten nie zuvor in so kurzer Zeit entwickelt. Wir verzeichnen bei Ja! Natürlich ein zweistelliges Wachstum in diesem Jahr.

medianet: Glauben Sie, dass dieser Trend nachhaltig ist?
Hörmer: Dieser Trend flacht überhaupt nicht ab. Ich bin optimistisch, dass dieses Mindset der Menschen auch im kommenden Jahr weiter anhält und dass der höchste Anspruch an Herkunft, Transparenz und Qualität, für den wir stehen, bei den Konsumentinnen und Konsumenten diesen großen Stellenwert behalten wird.

medianet: Trendgemäß ist auch die Kooperation von Ja! Natürlich mit Karma Food. Wie würden Sie aus der Sicht des Gastronomen das gute Karma bei dieser Kooperation beschreiben?
Simone Raihmann: Bei jeder Kooperation, die wir eingehen, machen wir natürlich einen Abgleich mit unseren zwölf Karma Laws, denn ein ähnliches Wertesystem zu haben, ist für uns immer entscheidend: Hoher Anspruch an Qualität, Saisonalität, Regionalität, Transparenz. Wir waren schon immer Fans von Ja! Natürlich, da es schön ist, zu wissen, woher die Produkte stammen und dass regionale Produzentinnen und Produzenten gefördert werden. Ja! Natürlich und Martina Hörmer haben da wirklich Pionierarbeit geleistet und es geschafft, Bio-Lebensmittel für die breite Masse zugänglich zu machen.

medianet: Wie gestaltet sich nun unter dem Begriff ‚Modern Food' die Partnerschaft zwischen Ja! Natürlich und Karma Food? Wo liegen die Vorteile für beide?
S. Raihmann: Der Karma-Gedanke spielt auch hier eine wichtige Rolle – es ist für uns ein stetiger Kreislauf aus Nehmen und Zurückgeben. Und genau diesen Ansatz verfolgt auch Ja! Natürlich von Beginn an. Modern Food bedeutet für uns ehrliches Essen, das nicht nur einem selbst, sondern auch der Umwelt guttut.
Adi Raihmann: Die Partnerschaft mit Ja! Natürlich ist da überaus spannend für uns. Wir lieben es, mit regionalen, saisonalen und heimischen Lebensmitteln zu experimentieren und neue Kombinationen bzw.Zubereitungsmethoden in die Kreationen einfließen zu lassen. Das Resultat sind schnelle Rezepte mit einem gewissen Twist. Unsere Community schätzt die Rezeptinspirationen sehr und freut sich, beim nächsten Einkauf genau diese Produkte im Supermarkt zum Nachkochen wiederzufinden.

medianet: Und wie sieht das aus der Ja! Natürlich-Perspektive aus?
Hörmer: Zwischen der Philosophie vom Karma und dem Konzept von Bio gibt es einfach einen Gleichklang; beide Überzeugungen gehen davon aus, dass unser Handeln Folgen hat – für uns, die Mitmenschen und die gesamte Umwelt. Deshalb hat Bio in der Karma-Küche denke ich einen Fixplatz, aber dazu kann das Team mehr sagen. Für Ja! Natürlich gesprochen: Bio und Nachhaltigkeit generell werden heute von den jungen Menschen mit einem positiven Lebensgefühl gleichgesetzt. Diese Trends haben längst nichts mehr von Verzicht oder schlechtem Gewissen, sondern Bio macht Spaß, ist ästhetisch und genussorientiert. Die aktuelle ‚Modern Food'- Produktrange ist Ausdruck dieser Konsumentenstimmung.

medianet: Wie wirkt sich das auf die Produktrange aus?
Hörmer: Wir haben eine Vielzahl bestehender Produkte in neues Gewand verpackt, das dem ästhetischen Anspruch einer jungen Zielgruppe gerecht wird, und bringen gleichzeitig neue Produkte wie Hanfmehl oder Skyr, die ganz dem Zeitgeist entsprechen. Kooperationen mit innovativen, urbanen Köchen und Gastronomen wie dem Team von Karma Food sind da sehr inspirierend. Die Partnerschaft hilft gleichzeitig, die Marke in der Zielgruppe der jungen Hippen noch stärker zu verankern. Wir kennen uns schon länger, und die gegenseitige Wertschätzung ist, wie ich glaube, sehr groß und die Partnerschaft macht immer Freude!

medianet: Die Freude dürfte aktuell aufgrund des zweiten Lockdowns in der Gastronomie etwas getrübt sein – wie haben Sie sich der Herausforderung gestellt?
S. Raihmann: Der Gastro-Lockdown stellt uns so wie auch alle anderen Gastronomen vor enorme Herausforderungen. Vor allem, weil es bereits der zweite Lockdown dieses Jahr ist. Aber in solchen Situationen gilt es, einen klaren Kopf zu bewahren und neue Möglichkeiten und Lösungen für sich zu erkennen. Wir haben angefangen, weiterhin online mit unseren Kundinnen und Kunden in Verbindung zu bleiben und ihnen Erlebnisse zu bieten, die ihren Lockdown-Alltag vereinfachen, ihnen ein Stück Normalität zurückgeben oder sie schlichtweg aufheitern.
A. Raihmann: Zu unseren Lockdown-Initiativen gehören unter anderem unser spezieller Indian Mama Punjabi Kitchen Indian Dinner Pick Up, Karma Care- Pakete für zu Hause, Quarantäne Karma Kitchen-Kochvideos oder auch ein Karma Selfcare Club-Online Event. Das operative Geschäft mussten wir zurückfahren, da unsere Filialen sehr von ausgelasteten Büros abhängen und Zeiten einer Homeoffice-Pflicht ein Großteil der Stammkundinnen und Kunden wegfallen.
S. Raihmann: Aber auch wenn einige Standorte leider derzeit nicht geöffnet haben, heißt dies für uns keineswegs Stillstand. Bereits während dem ersten Lockdown haben wir einen Webshop gestartet und unser Produktsortiment stetig weiterentwickelt. Wir arbeiten bereits an einem weiteren Kochbuch und suchen uns neue schöne Projekte, die wir trotz der aktuellen Einschränkungen realisieren können.

medianet:
Wie reagiert die Marke Ja! Natürlich auf die Pandemie? Darf man die derzeit propagierten Superfoods als Antwort darauf verstehen?
Hörmer: Im Mittelpunkt stehen für uns immer die Wünsche und Bedürfnisse unserer Konsumentinnen und Konsumenten. Nachdem klar war, dass Corona uns noch eine Zeit lang begleiten wird, haben wir uns die Frage gestellt, was die Menschen brauchen, um gut durch den Herbst und Winter zu kommen. Wie können wir sie mit unseren Mitteln bestmöglich unterstützen? Ja! Natürlich setzt daher aktuell auf stärkende Lebensmittel mit positivem gesundheitlichem Zusatznutzen, unter anderem auf Superfood aus Österreich wie Chia, Buchweizen, Rote Rüben Saft, Ingwer aus heimischem Anbau oder – jetzt ganz neu – auch Kurkuma aus dem Burgenland, um nur einige der Innovationen zu nennen.

medianet: Eine Gemeinsamkeit, die ich bei Karma Food und Ja! Natürlich verorte, ist die Konsequenz in der Herangehensweise an den Qualitätsanspruch. Wird dieser Qualitätsanspruch durch die Coronakrise eher behindert oder befördert und warum?
Hörmer: Durch die aktuell höhere Aufmerksamkeit für Gesundheit und Umwelt einerseits, aber sicher auch, weil die Menschen nicht so viel in Restaurants und für Reisen ausgeben und dieses gesparte Geld in Lebensmittel von besserer Qualität investieren, hat sich bei vielen ein neues Bewusstsein entwickelt, das in weiten Teilen auch Corona zu ‚verdanken' ist. Dass es umgekehrt durch die wirtschaftlichen Folgen von Corona auch viele Menschen gibt, die noch mehr aufs Geld schauen müssen als vor der Krise, ist natürlich ebenso unbestritten, ich möchte da nichts beschönigen. Aber ich wage die Behauptung, dass auch diese Konsumentinnen und Konsumenten einen Qualitätsanspruch haben und wo immer möglich die Qualität prüfen und hinterfragen. Und auch viele Familien mit kleinen Budgets kaufen Ja! Natürlich, das zeigen uns auch die Zahlen.
S. Raihmann: Der hohe Qualitätsanspruch ist definitive eine starke Gemeinsamkeit. Wir stellen für uns fest, dass es in den letzten Jahren eine stetige Weiterentwicklung des Qualitätsbewusstseins gibt. Diese wird durch die aktuelle Coronakrise sehr stark befördert. Speziell die Unternehmen, die immer schon auf Qualität gesetzt haben, kommen tendenziell besser durch die Krise. Wir denken auch, dass Transparenz und Fairness noch mehr an Bedeutung gewinnen werden.

medianet: Während der LEH in der Krise gute Umsätze machen kann, kämpft die Gastronomie ums Überleben. Lässt Sie das am guten Karma der Situation zweifeln?
S. Raihmann: Die aktuelle Situation ist gewiss sehr herausfordernd. Wir sind aber davon überzeugt, dass das eine Momentaufnahme ist. Die Gastgärten der Stadt werden sich nächstes Frühjahr bestimmt bald wieder mit Gästen füllen. Man wird wieder in einem Café sitzen und Zeitung lesen können. Derzeit ist es nur wichtig, das Bestmögliche aus der aktuellen Situation zu machen.

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