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Jeff Bezos behält Kontrolle über Amazon AFP Jim Watson

Jeff Bezos

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Redaktion 08.04.2019

Jeff Bezos behält Kontrolle über Amazon

Vom reichsten Mann der Welt geschieden: Das neue Leben von Frau Bezos.

SEATTLE. Amazon-Chef Jeff Bezos und seine Ex-Ehefrau MacKenzie Bezos haben sich im Zuge ihrer Scheidung auf die Aufteilung ihres gemeinsamen Vermögens geeinigt. Jeff Bezos behält die Kontrolle über den Online-Riesen. Seine Ex-Frau MacKenzie Bezos gab am Donnerstag über Twitter bekannt, dass er im Rahmen der Trennung 75 Prozent der gemeinsamen Aktien und alle Stimmrechte erhält.

Er behält damit die Kontrolle über Amazon und bleibt wohl reichster Mensch der Welt, sie wird viertreichste Frau - und gibt weiter nicht viel von sich preis. Das Twitter-Profil von MacKenzie Bezos ist übersichtlich. Die 48-Jährige ist dem Kurznachrichtendienst gerade erst beigetreten - in der Nacht zum Freitag verschickte sie ihre allererste Nachricht. "Ich bin dankbar, den Prozess der Auflösung meiner Ehe mit Jeff beendet zu haben", heißt es da. Jeff ist Amazon-Chef Jeff Bezos, mit dem MacKenzie 25 Jahre verheiratet war und vier Kinder hat.

Im Jänner hatten die beiden ihre Trennung verkündet, jetzt sind die Details der Superlativ-Scheidung durch: Sie sei zufrieden mit der Regelung, Jeff 75 Prozent der Amazon-Aktien zu überlassen und zusätzlich die Stimmrechte ihrer Papiere an ihn abzutreten, schreibt MacKenzie Bezos. Auch die Beteiligungen an der "Washington Post" und der Raumfahrtfirma Blue Origin gehen demnach an ihren 55 Jahre alten Ex-Mann. Damit behält er die Kontrolle über Amazon - und bleibt mit am Freitag geschätzten rund 110 Milliarden Dollar (98 Mrd. Euro) reichster Mensch der Welt. Sie wird dem Milliardärs-Ranking Bloomberg Billionaires zufolge mit einem geschätzten Vermögen von rund 36 Milliarden Dollar (32 Mrd. Euro) zur viertreichsten Frau der Welt.

Per Twitter betonen die Ex-Eheleute ihre Harmonie. "Ich freue mich auf die nächste Phase als gemeinsame Eltern und Freunde", schreibt MacKenzie Bezos. Ihr Ex-Mann geht noch weiter. Er leitet ihre Nachricht an seine rund 885.000 Follower auf Twitter weiter, folgt ihrem Profil - er folgt sonst keinem anderen Twitter-Profil - und schickt seine eigene Nachricht hinterher. Er sei "dankbar" für MacKenzies "Unterstützung und ihre Nettigkeit", schreibt Jeff Bezos. "Sie war eine außerordentliche Partnerin, Verbündete und Mutter. Sie ist einfallsreich, brillant, liebevoll - und ich weiß, dass ich in Zukunft immer von ihr lernen werde."

Jeff Bezos hat wohl allen Grund, dankbar zu sein, denn Beobachtern zufolge hätte MacKenzie Bezos deutlich mehr bekommen können. Laut Rechtsprechung im US-Bundesstaat Washington, wo das Paar seinen Hauptwohnsitz hatte, hätte ihr demnach die Hälfte des Vermögens zugestanden - was auch an den Finanzmärkten ein wichtiges Thema war. Denn rein theoretisch hätte sie die Aktionärsverhältnisse beim weltgrößten Onlinehändler Amazon ziemlich durcheinanderbringen können. (APA/dpa/Reuters) 

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