WIEN. Die Bundesregierung hat sich auf die Eckpunkte des Doppelbudgets 2027/28 geeinigt und den Pfad präsentiert. Von Seiten des Handels gibt es dafür Lob und Kritik: Besonders die Senkung der Lohnnebenkosten um einen Prozentpunkt ab 2028 wird als lange geforderte Maßnahme ausdrücklich begrüßt – die WKÖ ortet etwa „ein starkes Signal für mehr Wettbewerbsfähigkeit und ein wichtiger Schritt zur spürbaren Entlastung der Betriebe“, der HV spricht von einem „positiven Impuls“ – kritisiert aber, dass die Entlastung nicht schon früher greift.
Fortschritt bei Betreuung
„Für den Handel mit seinen 605.000 Beschäftigten ist die Senkung der Lohnnebenkosten ein zentraler und längst überfälliger Schritt. Entscheidend ist jedoch eine rasche Umsetzung ohne gegenläufige steuerliche Belastungen“, holt HV-Geschäftsführer Rainer Will aus. Die Senkung komme „sehr spät“: Viele Betriebe stünden aktuell „unter massivem Druck – sie brauchen jetzt spürbare Entlastung und nicht erst in zwei Jahren“, so der Handelssprecher. Lobend hebt Will zudem die geplanten Investitionen in Kinderbetreuung und Arbeitsmarkt hervor: „Bessere Kinderbetreuung erleichtert den Alltag unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ganz konkret und verbessert gleichzeitig die Verfügbarkeit von Arbeitskräften.“
Gegenfinanzierung offen
Die geplante Anhebung der Körperschaftssteuer wertet Will als „klaren Standortnachteil für beschäftigungsintensive, größere Firmen.“ Die Senkung der Lohnnebenkosten dürfe nicht „durch neue Belastungen neutralisiert werden“, während man weiter „auf echte Strukturreformen“ warte. Denn: Zentrale Fragen zur Gegenfinanzierung seien ebenso ungeklärt wie zur strukturellen Ausgabensanierung. Nur konsequente Reformen würden „langfristig echte Spielräume für Entlastungen und Wachstum“ schaffen. (red)
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