Mehr Steuereinnahmen trotz Absatzrückgang: Was der „JTI-Tabakmarkt-Report 2025“ über Markt und Monopol zeigt
© mn
Silvia Polan
RETAIL Redaktion 16.02.2026

Mehr Steuereinnahmen trotz Absatzrückgang: Was der „JTI-Tabakmarkt-Report 2025“ über Markt und Monopol zeigt

Der österreichische Tabakmarkt schrumpft, liefert dem Staat aber mehr Geld.

WIEN. Laut „JTI-Tabakmarkt-Report 2025“ stiegen die Einnahmen aus der Tabaksteuer im Vorjahr um 50 Mio. Euro auf 2,18 Mrd. Euro, obwohl der Zigarettenabsatz um rund 4% zurückging JTI Einstieg JTI Interview langfassung Silvia Polan, Director Public Affairs & Communication bei JTI Austria, beschreibt die Entwicklung nüchtern: „Wir sehen einen Markt, der strukturell rückläufig ist, zumindest im klassischen Zigarettensegment. Gleichzeitig bleiben die Steuereinnahmen hoch.“ Steueranpassungen und Preisentwicklungen hätten dazu geführt, dass das Aufkommen trotz sinkender Mengen steigt. Tabak- und Nikotinprodukte seien Teil budgetärer Konsolidierungsmaßnahmen.

Der langfristige Trend liegt bei einem Rückgang von 1 bis 1,5% pro Jahr, 2025 fiel das Minus mit rund 4% deutlich stärker aus. Ein Teil davon sei echter Konsumrückgang, ein Teil Konsumverschiebung ins Ausland. Der Anteil nicht im Inland versteuerter Zigaretten stieg von 11,7% auf 13%. Dabei handle es sich überwiegend um legale Einkäufe im EU-Ausland, nicht primär um illegalen Handel. Gefälschte Ware liege bei rund 0,5%.

Rahmen dieser Entwicklung bleibt das österreichische Tabakmonopol, dessen Wurzeln bis 1784 zurückreichen. Das Produktionsmonopol wurde mit dem EU-Beitritt aufgegeben, das Vertriebsmonopol blieb. Trafiklizenzen gehen bevorzugt an Personen mit mindestens 50% Behinderungsgrad. Die gesetzlich geregelte Handelsspanne beträgt 53% vom Nettowert und liegt im europäischen Vergleich an der Spitze.

Gleichzeitig schrumpft das Netz von rund 4.500 auf etwa 4.300 Trafiken. Gründe sind Nachfolgefragen und wirtschaftlich schwächere Standorte. Um die Nahversorgung zu sichern, werden Lizenzen teils an andere Verkaufsstellen vergeben.
Regulatorisch wird das System ausgeweitet. Ab April 2026 werden Nikotinbeutel in das Monopol integriert, für E-Liquids gilt ein eigenes Lizenzmodell. „In Österreich gibt es einen breiten Konsens, dass dieses Modell Stabilität bietet – sowohl für die Marktordnung als auch für das Steueraufkommen“, so Polan.

Der Report zeichnet damit das Bild eines Markts im Wandel: sinkende Mengen, stabile bis steigende Einnahmen und eine Politik, die auf Regulierung und Monopolarchitektur setzt statt auf Liberalisierung.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL