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Nöm setzt sich in Szene und macht Lust auf mehr © Nöm
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Redaktion 07.05.2021

Nöm setzt sich in Szene und macht Lust auf mehr

Nöm-Marketingleiterin Veronika Breyer über Redesign, Proteinprodukte und das rePET-Sortiment.

••• Von Daniela Prugger

BADEN. Bewusste Ernährung ist kein kurzfristiger Modetrend, sondern ein grundlegender Werte­wandel in unserer Gesellschaft, den auch die Nöm AG umzusetzen weiß. Als Nr. 1-Proteinmarke Österreichs beschränkt sich das Unternehmen nicht mehr nur auf den Bereich MoPro, so Marketingleiterin Veronika Breyer. Milch bleibt aber das Kerngeschäft – und erhält im Zuge einer Modernisierung einen neuen Look.


medianet: Welche Strategie steckt hinter dem Redesign der Nöm-Basisprodukte?
Veronika Breyer: Zwei Themen waren in der Designfindung für uns ausschlaggebend: Zum einen möchten wir unseren Konsumenten eine bessere Orientierung am oft sehr fragmentierten, überfüllten Regal geben und arbeiten mit ganz klaren, großflächigen Farben und unserer seit über zehn Jahren etablierten nöm-Typo als starkes Element zur Wiedererkennbarkeit. Zum anderen möchten wir durch Genussbotschaften und moderne Foodshots am Packungsfacing wieder mehr Lust auf die Produkte machen. Ein klares Bild am Regal ist essenziell – ganz nach dem Motto: Weniger ist mehr.

medianet:
Derzeit wird auch das rePET-Sortiment ausgebaut. Warum setzt Nöm weiterhin auf rePET?
Breyer: Wir haben nicht nur am Design gearbeitet, sondern auch das Sortiment modernisiert und die Gebinde nachhaltig optimiert. 2019 haben wir die erste Milchflasche aus 100 Prozent rePET auf den Markt gebracht, die darüber hinaus auch noch voll recyclebar ist. Damit sind wir sehr erfolgreich, und die Akzeptanz in unserem Kernmarkt liegt hier 50 Prozent über Glas-Mehrweg. Mir ist bewusst, dass Nachhaltigkeit ein komplexes Thema ist und je nach Standort die Daten ein anderes Bild in der Ökobilanz ergeben können. Die Ressourcen bei der Glasproduktion, der ineffiziente Transport mit schwer beladenen Lkws, die wasserintensive Reinigung mit Chemikalien sowie die Gefahr von Glasbruch in einer Lebensmittelproduktion waren vor Jahren Beweggründe der Molkereien, dieses System einzustellen. Nöm möchte lieber zukunftsorientiert arbeiten und setzt sich hier selbst hohe Ziele, um nachhaltig zu wirtschaften. Wir haben heuer bereits das gesamte PET-Sortiment auf mindestens 50 Prozent Recyclinganteil gehoben.

medianet:
Welche Erklärungen finden Sie für den klar erkennbaren Wachstumstrend im Proteinbereich?
Breyer: Mit der Sicherheit, seinem Körper etwas Gutes zu tun, greifen Konsumenten gern auf Milchprodukte zurück und schätzen das Angebot mit dem Mehr an Eiweiß. Daher werden wir als Nr. 1-Proteinmarke Österreichs auch in anderen Segmenten Fuß fassen. Wir verstehen uns als Anbieter von modernen Produktlösungen und als Brandbuilder. Dabei beschränken wir uns auch nicht auf die MoPro – seit Kurzem ist unter der Marke nöm Pro ein Proteinriegel erhältlich. Zudem sind wir gerade dabei, unsere Vertriebskanäle zu erweitern, nöm Pro ist derzeit ausschließlich im LEH gelistet.

medianet:
Welche zusätzlichen Trends beobachten Sie derzeit?
Breyer: Functional Food, welches einen Mehrwert für einen gesunden Ernährungsstil verspricht, ist weiter absolut im Trend. So bleibt auch der Proteintrend weiter ein starkes Thema, der sich noch weit über die Grenzen des Kühlregals erstrecken wird. Zudem sind natürliche Produkte, möglichst fettarm und zucker­reduziert, wieder spannend.

medianet:
Nöm steht auch für Convenience, für funktionales Food für all jene, die ständig unterwegs sind. Wie hat sich die Nachfrage in diesem Bereich seit der Pandemie verändert?
Breyer: Der To-Go-Bereich und alle weiteren Impulsprodukte haben krisenbedingt stark gelitten, werden sich aber, sobald sich die Konsumenten aus dem Homeoffice und der Kurzarbeit wieder auf den Weg zur Arbeit machen dürfen, erholen. Die Situation um Corona hat aber gezeigt, dass für viele Konsumenten das Thema Regionalität und Vertrauen in die Marke stärker in den Vordergrund rückt.

medianet:
Mit dem Sortiment ‚nöm für mich' setzt Nöm neue Akzente. Welche Rolle spielt Gesundheit bei der Entwicklung neuer Produkte?
Breyer: Es war wohl noch nie so wichtig, achtsam mit sich selbst umzugehen sowie Körper und Geist im Einklang zu halten. Unter dem Markendach ‚nöm für mich' bündeln wir die Themen wie Natürlichkeit, achtsame Ernährung und Genuss. Damit sind wir am Puls der Zeit, und ich sehe hier noch viel Potenzial für langfristiges Wachstum und weiteren Sortimentsausbau.

medianet:
Wie laufen die Geschäfte in den ersten Monaten des zweiten Pandemie-Jahres?
Breyer: Sowohl das Markengeschäft im Inland als auch das Exportgeschäft sind heuer gut angelaufen. Wir konnten erfolgreich Neuprodukte in den Märkten platzieren und sind zufrieden. Der boomende Out-of-Home-Konsum hat sich in die heimischen Privathaushalte und somit in den LEH verlagert. Generell haben wir bei Nöm die Covidkrise auch als Chance verstanden, uns gut für die Zukunft aufzustellen, und hoffen, dass sowohl die Konsumenten, als auch der Handel langfristig die Stärke der heimischen Lebensmittelproduzenten sehen.

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