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Österreich ist für Sports Direct weiterhin ein schwieriges Pflaster © APA/AFP/Tolga Akmen
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Redaktion 10.02.2020

Österreich ist für Sports Direct weiterhin ein schwieriges Pflaster

Der Markteinstieg in Österreich war bisher ein finanzielles Debakel: Negatives Eigenkapital bei 116 Mio. Euro, weniger Mitarbeiter und Filialen im Geschäftsjahr 2018/19, jedoch mehr Gewinn.

WIEN. Der Schrumpfkurs beim Diskonter Sports Direct ist hierzulande auch im vergangenen Geschäftsjahr 2018/2019 weitergegangen. Weniger Filialen und sinkende Personalkosten haben der Österreich-Tochter zum dritten Mal seit der Sport-Eybl-Übernahme im Jahr 2013 einen kleinen Gewinn beschert. Der Markteinstieg ist bisher aber ein finanzielles Debakel: Das negative Eigenkapital lag bei rund 116 Mio. €.

Sports Direct Austria kann aber auf die finanzielle Unterstützung der britischen Mutter zählen. Der Fortbestand ist nach eigenen Angaben gewährleistet. Die Sportkette schloss in Österreich zwei Standorte und verfügte per Ende April 2019 noch über 26 Filialen von einst 50, geht aus dem kürzlich veröffentlichen Jahresabschluss im Firmenbuch ("WirtschaftsCompass") hervor. Der seit 2017 in Österreich aktive norwegische Händler XXL Sport sicherte sich mehrere Sports-Direct-Standorte.

Die Mitarbeiterzahl sank von 1.053 auf 877 Personen. Unter den alten Eigentümern – der Gründerfamilie Eybl – lag der Personalstand bei knapp 2.200 Mitarbeitern im Jahr 2012. Der Jahresgewinn von Sports Direct Austria lag 2018/19 bei 1,2 Mio. €, nach einem Gewinn von 323.000 € im Jahr davor. Der Umsatz ging aufgrund der Filialschließungen von 105 Mio. auf 97 Mio. € zurück. Zum Vergleich: Die Sportkette war bis zum Verkauf an Sports Direct als Marktführer in Österreich unterwegs, im Geschäftsjahr 2010/11 lag der Umsatz von Sport Eybl/Sports Experts noch bei knapp 338 Mio. €, seitdem ging es umsatzmäßig steil bergab.

Sports Direct hatte bisher mit seinem Konzept – hoher Eigenmarkenanteil und Diskonterpreise – wenig Erfolg in Österreich und adaptierte zuletzt das Sortiment: "Der Wandel der Konzernstrategie zu einem höheren Fremdmarkenanteil, mehr Premiumprodukten und strategischen Partnerschaften mit Markenlieferanten, die Verstärkung der Vertriebskonzentration auf größere Flächen (Flagshipstores) und die Entwicklung einer besser an lokale Key-Märkte angepasste Marktbearbeitung stimmen uns optimistisch und werden mittel- und langfristig auch zu einer Steigerung der Umsätze in Österreich führen", schreibt das Unternehmen in seinem Lagebericht. Die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen inklusive weitere Kostensenkungen würden das Ergebnis "zukünftig entlasten". (APA)

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