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Online-Voting über Schoko-Pudding © Rewe International (2)

ZuckerfreiReha-Trainer Austria Wien, Christian Puchinger, Vorstand Rewe International AG, Marcel Haraszti, und Tormann Austria Wien, Robert Almer.

© Rewe International (2)

ZuckerfreiReha-Trainer Austria Wien, Christian Puchinger, Vorstand Rewe International AG, Marcel Haraszti, und Tormann Austria Wien, Robert Almer.

christian novacek 18.05.2018

Online-Voting über Schoko-Pudding

Billa, Merkur und Adeg sagen dem Zuviel an Zucker in einer gemeinsamen Aktion den Kampf an.

••• Von Christian Novacek

WIEN. Das Thema passt gut zur Rewe-Nachhaltigkeitsstrategie, und bei Mitbewerbern und Konsumenten ist es heute bestens verankert: die Zuckerreduktion. Zucker, das neue Böse, soll jetzt bei Rewe-Eigenmarken reduziert werden – und das auf durchaus originelle Weise: Seit 17. Mai können Kunden von Billa, Merkur und den teilnehmenden Adeg-Kaufleuten auf www.wenigerzucker.at darüber abstimmen, wie süß der Eigenmarken-Schoko-Pudding sein soll. Vier süße Grade stehen zur Debatte, das (wirklich süße) Original und die Reduktionsvarianten mit minus 20, 30 und 40 Prozent. Das Probierset ist zum Preis von 1 € wohlfeil und bietet zumindest im seriellen Genuss ausreichend Zuckerschub.

Der favorisierte Zuckergehalt wird dann entsprechend berücksichtigt, denn, so Rewe International-Vorstand Marcel Haraszti: „Wir können und wollen unsere Kundinnen und Kunden aber nicht bei ihrer Ernährung bevormunden. Sondern wir wollen mit einem Augenzwinkern und Humor positive, genussvolle Anreize für eine bewusste Ernährung und ein neues Geschmacksempfinden bieten – darüber können unsere Kunden nun selbst entscheiden.”

Sieger zieht ins Regal ein

Ziel der Aktion ist mithin, jenes Produkt ins Sortiment aufnehmen zu können, das für möglichst viele bewusste Ernährung mit Genuss am besten vereint. Bis Ende Juli sollte der Abstimmungssieger dann in den Kühlregalen zu finden sein.

Bemerkenswert an der Aktion ist ebenfalls, dass drei Rewe-Vertriebsschienen eine Aktion starten. „Jede unserer Marken ist für sich genommen schon sehr stark. Aber wenn wir unsere Kräfte bündeln, können wir noch deutlich mehr bewegen”, sagt dazu Haraszti und verweist darauf, dass diese Bündelung von Marketingmaßnahmen künftig öfters passieren könnte.

Offensive bei 200 Eigenmarken

Nachdem ein Produkt das Problem Zucker (89% der Frauen und 81% der Männer überschreiten die maximale Zufuhrmenge von Zucker) nicht gänzlich in den Griff bekommen wird, denkt Rewe daran, den Zuckergehalt in den nächsten Jahren bei 200 Eigenmarken drastisch zu reduzieren. Warum das so lange dauert? „Das ist ein sehr aufwendiger Prozess”, betont Haraszti. Denn letztlich geht es auch darum, dass der Geschmack mit dem Zucker nicht mit verloren geht.

Abgesehen vom Eigenmarkenbereich ortet der Rewe Österreich-Chef auch in der Markenartikelindustrie ein Umdenken: „Viele Produzenten beschäftigen sich mit dem Thema”, so Haraszti. Der Rewe-Einkauf stehe mit diesen in regem Kontakt.

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