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Pfeiffer überhob sich mit Zielpunkt APA Herbert Pfarrhofer
APA Herbert Pfarrhofer

Redaktion 30.11.2015

Pfeiffer überhob sich mit Zielpunkt

Vom Handelsimperium bleibt nicht viel übrig

Traun. Vom oberösterreichischen Handelsimperium Pfeiffer bleibt nach der Pleite von Zielpunkt und dem Verkauf des Großhandelsgeschäfts C+C Pfeiffer nicht viel übrig. Mit einem Schlag verliert das Unternehmen nahezu 1 Mrd. € an Umsatz. "Pfeiffer als nationaler Anbieter im Lebensmitteleinzelhandel ist Geschichte", sagte demgemäß Georg Pfeiffer am Sonntag im ORF.

1862 startete Pfeiffer mit einem Kolonialwaren-Import in Linz und wurde bald für die Kaufleute Großhändler. In 150 Jahren mauserte sich der Betrieb zu einer Handelsgruppe mit 6.700 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 1,3 Mrd. € (2014).

Vor drei Jahren leitete Georg Pfeiffer die Übernahme von Zielpunkt ein. Erst beteiligte sich Pfeiffer mit einer laut Branchenkenner etwas eigenwilligen Konstruktion zu lediglich 24,9 Prozent an der Supermarktkette, im März 2014 übernahm er Zielpunkt zu 100 Prozent. Im Vorjahr hat das Familienunternehmen den Sprung in die Top Ten der 250 größten oberösterreichischen Unternehmen geschafft. Doch der Plan, sich mit Zielpunkt, Unimarkt und Nah&Frisch neben den Einkaufsriesen Rewe, Spar, Hofer am heimischen Lebensmittelmarkt als dritte Macht zu etablieren, scheiterte.

Zudem trennt sich Pfeiffer vom Filetstück der Gruppe, dem Großhandel, der bekanntlich an den Schweizer Handelsriesen Coop geht. Dadurch verliert der Konzern eine halbe Mrd. € Umsatz. In der Pressekonferenz in Linz kündigte Pfeiffer an, jetzt im Einzelhandel den "Turbo bei der Expansion zünden zu wollen". Die Sanierung der angeschlagenen Zielpunkt-Kette liege auch über Plan, meinte er noch wenige Wochen vor der Insolvenzanmeldung.

Das Handelsreich der Pfeiffers ist aber auch im Einkaufszentren-Geschäft gut verankert: Mutter Maria und Georgs Schwester Birgit besitzen mehr als 50 Prozent der Anteile an der (gut gehenden) PlusCity in Pasching bei Linz. Weiters ist die Familie auch beim Lentia-Einkaufszentrum in Linz dabei. Bei einem anderem Projekt des PlusCity-Geschäftsführers Ernst Kirchmayr waren die beiden Pfeiffer-Frauen ebenfalls an Bord: Bei der Shopping Center Westgate Beteiligung GmbH in Zagreb. Das Privatvermögen der Familie soll laut Trend 770 Mio. € betragen.

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