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Rakuten liefert aus der Luft © Rakuten

Amazon-Konkurrent Rakuten machte den ersten kommerziellen Einsatz mit Drohne.

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Amazon-Konkurrent Rakuten machte den ersten kommerziellen Einsatz mit Drohne.

Redaktion 29.04.2016

Rakuten liefert aus der Luft

In Tokio wurde die erste kommerzielle Lieferung per ­Drohne vorgestellt. Im Paket, das an einem Golfplatz zugestellt ­wurde, waren Wasser, ein Hamburger und Golfbälle.

WIEN/TOKIO. Darüber, dass Drohnen bald unsere Bestellungen ausliefern könnten, wird vielfach spekuliert. Bevor das möglich ist, müssen noch rechtliche Rahmenbedingungen festgesteckt werden, da Drohnen, wie sich erst kürzlich herausgestellt hat, alles andere als ungefährlich sind. Erst vor wenigen Tagen kollidierte eine Passagiermaschine der British Airways beim Anflug auf den Flughafen London-Heathrow mit einer ferngesteuerten Drohne; der Vorfall ging zum Glück glimpflich aus.

Die Zukunft aus der Luft

Unbemannte Luftfahrt gilt als zukunftsträchtiger Markt für kommerzielle Anwendungen, und Konzerne wie Amazon, Walmart, Alibaba oder die Deutsche Post experimentieren mit Drohnen zur Warenauslieferung.

Der US-Internethändler Amazon hat für seinen Lieferdienst Prime Air ein eigenes unbemanntes Fluggerät (Unmanned Aerial Vehicle, UAV) entwickelt und patentiert. Derzeit wartet Amazon noch auf die lang ersehnte Genehmigung für Drohnen-Tests, die noch auf sich warten lässt. So kommt es, dass die erste Tour nicht der Onlineriese Amazon, sondern sein Konkurrent Rakuten machte und damit den ersten kommerziellen Einsatz einer Drohne vorgestellt hat.

Wasser, Golfbälle und Hamburger

Auf einem Golfplatz nahe Tokio soll sich der Einsatz ereignet haben. Die Drohne lieferte ein Paket mit einer Flasche Wasser, Golfbällen und einem Hamburger ab. „Ich glaube, dass das der erste kommerzielle Einsatz einer Drohne ist. Sie ordern per Smartphone und Ihre Bestellung wird auf dem Golfplatz an Sie geliefert”, zitiert Euronews.com den Vorstandschef von Rakuten, Hiroshi Mikitani. Das Service heißt „Soraku” und soll derzeit noch auf Golfplätze beschränkt sein. Die Drohnen können bis zu zwei Kilogramm Gewicht tragen. Das Unternehmen hofft, sich bei den rechtlichen Einschränkungen in anderen Bereichen durchzusetzen und mit seinem Service expandieren zu können.

Auch bei Google wurde aus der Theorie schon Praxis: Das Unternehmen hat in Australien Päckchen aus der Luft abgeworfen, und selbst die Deutsche Post hat in Deutschland schon 2014 Medikamente per Drohne zur Nordseeinsel Juist geflogen. Auch der Onlinehändler Alibaba machte bereits 2015 erste Versuche und lieferte in Großstädten Tee aus der Luft aus.
Künftig sind vor allem Medikamentenzustellungen in schwer erreichbaren Gebieten mithilfe von Drohnen denkbar, ab Juli wird dies bereits im ostafrikanischen Ruanda der Fall sein. Dann liefert dort das ­Silicon-Valley-Start-up Zipline Medikamente und Blutkonserven zügig an Spitäler und Gesundheitszentren. (red)

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