RollAMA-Zahlen: Bio-Ausgaben erreichen neuen Höchststand
© AMA-Marketing/Buchwald
Barbara Riegler (Bio Austria), Jan Niessen, Christina Mutenthaler-Sipek (AMA-Marketing) 
RETAIL Redaktion 18.02.2026

RollAMA-Zahlen: Bio-Ausgaben erreichen neuen Höchststand

NÜRNBERG/WIEN. Im Rahmen der Biofach in Nürnberg hat die AMA-Marketing die aktuellen RollAMA-Daten für 2025 präsentiert. Die Zahlen zeigen steigende Ausgaben für Bio-Lebensmittel und einen neuen Höchstwert beim Bio-Anteil am Gesamtmarkt. Zugleich gewinnt regionales Bio weiter an Bedeutung, wie eine begleitende Motivanalyse unterstreicht.

Die Einkaufsmengen der heimischen Haushalte legten im Vorjahr um 2,3 Prozent zu, die Ausgaben stiegen um 6,5 Prozent. Im Durchschnitt gab ein Haushalt 2025 rund 360 Euro für Bioprodukte des RollAMA-Warenkorbs aus. Der wertmäßige Bio-Anteil erreichte mit knapp 12 Prozent ein All-Time-High. Nach der inflationsbedingten Kaufzurückhaltung der vergangenen zwei Jahre setzt sich damit der Wachstumskurs im Bio-Segment fort.

Zuwächse verzeichnen die meisten Warengruppen. Besonders deutlich fiel der Anstieg bei Mehl aus, wo der wertmäßige Bio-Anteil auf 30 Prozent kletterte. Auch bei Fleisch wurde ein neuer Höchstwert erreicht: Erstmals liegt der Bio-Anteil hier bei über acht Prozent. Während Rind- und Kalbfleisch sowie Hühnerfleisch zulegten, waren Schweine- und Putenfleisch leicht rückläufig.

Stadt-Land-Gefälle
Ein Blick auf die Käuferstruktur zeigt zudem Unterschiede zwischen Stadt und Land. In größeren Städten wird anteilsmäßig mehr Bio gekauft als in ländlichen Regionen. Für Konsumenten ohne direkten Bezug zur Landwirtschaft gewinnt Bio damit zusätzlich an Attraktivität.

Eine im Dezember 2025 durchgeführte Motivanalyse mit mehr als 1.500 Befragten bestätigt die hohe Relevanz von Bio im Alltag. Mehr als die Hälfte konsumiert zumindest einmal pro Woche Bioprodukte, 15 Prozent nahezu täglich, ein Drittel mehrmals wöchentlich. Als wichtigste Kaufmotive werden der Verzicht auf Chemie und Pestizide, eine natürliche Produktion sowie artgerechte Tierhaltung genannt. Für rund die Hälfte der Befragten ist ein regionales Bioangebot ein zentraler Kaufanreiz. Auch gesundheitliche Aspekte spielen eine wesentliche Rolle.

Regionalität weiter wichtig
Beim Einkauf selbst achten Konsumenten in erster Linie auf regionale Herkunft, daneben auf Frische und Qualität. Das AMA-Biosiegel dient 43 Prozent als wichtige Orientierungshilfe. Auffällig ist, dass beim Kauf von Bio stärker eigennützige Motive wie Gesundheit und Sicherheit dominieren, während bei regionalen Produkten ohne Bio-Bezug Umwelt- und Landwirtschaftsaspekte stärker im Vordergrund stehen. Insgesamt gehen die Studienteilnehmer davon aus, dass sowohl regionale als auch biologische Lebensmittel weiter an Bedeutung gewinnen werden.

„Die Zahlen zeigen sehr klar, dass Bio heute eine selbstverständliche Wahl ist – besonders dann, wenn Herkunft, Qualität und Vertrauen zusammenkommen“, sagt Christina Mutenthaler-Sipek, Geschäftsführerin der AMA-Marketing. „Unsere Aufgabe ist es, diese Werte sichtbar zu machen und Orientierung zu geben. Genau hier setzt die neue Kommunikationslinie für das AMA-Biosiegel an.“

Mega-Kampagne lief im Dezember an
Mit Dezember 2025 startete die bislang größte Kampagne für das AMA-Biosiegel. Die crossmediale Umsetzung umfasst Online-, TV-, Hörfunk- und Out-of-Home-Maßnahmen sowie Präsenz bei Musikstreaming-Diensten. Allein im Dezember wurden laut AMA-Marketing 126 Millionen Werbekontakte erzielt und 87 Prozent der Bevölkerung erreicht, bei durchschnittlich 19 Kontakten pro Person.

Auch im internationalen Kontext sieht sich Österreich gut positioniert. Jan Niessen, Professor für Strategische Marktbearbeitung in der Ökobranche, würdigte das Land im Rahmen eines Impulsvortrags als Vorreiter im Bio-Bereich und verwies auf die enge Verbindung von Bio-Landwirtschaft und professioneller Marktkommunikation. „Österreich zeigt uns in Europa, wie das Ziel von 25 Prozent Bio-Landwirtschaft mit starker Bio-Marketingperformance schon lange vor 2030 erreicht und sogar übertroffen werden kann“, so Niessen.

Auf der Biofach präsentierte sich die AMA-Marketing zudem mit einem neuen Standkonzept in Halle 6. Der Auftritt soll die Bio-Marketingstrategie weiter schärfen, Innovationen und Produktneuheiten stärker in Szene setzen und die Positionierung Österreichs als Bio-Pionier im internationalen Umfeld festigen. Im Fokus stehen qualitative Fachgespräche, nachhaltige Lead-Generierung und die langfristige Stärkung der Marke AMA-Biosiegel. (red)

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