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Sportliches Heimspiel für Intersport Österreich © Intersport Austria
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Redaktion 18.06.2021

Sportliches Heimspiel für Intersport Österreich

Der unter Thorsten Schmitz reorganisierte Verbund von Sporthändlern hat nun rein österreichische Eigentümer.

••• Von Christian Novacek

WIEN. "Wir können jetzt nachhaltig selbstständig agieren”, sagt Intersport-Geschäftsführer Thorsten Schmitz. Die Eigentümerstruktur der Sporthandelskette wurde nämlich neu geordnet: Intersport Deutschland überträgt seine österreichischen Genossenschaftsanteile zurück an die heimischen Intersport-Händler.

Das heißt: Die Intersport-Gruppe hierzulande agiert künftig selbstständig, bleibt der deutschen Gruppe aber freundschaftlich (und synergie-strategisch) verbunden.
Von mehr als 100 Händlern hierzulande stemmen die fünf größten – Harald Tscherne, Roman Winninger, Erhard Fischer, Reinhard Klier und Bernhard Pilz – rund 20% des Umsatzgewichts und die haben nun dem Geschäftsführer der alten Konstellation, Thorsten Schmitz, auch für neue sportliche Wege das volle Vertrauen ausgesprochen.
Was ist das Ziel der Rückübertragung in heimische Hände? „Wir gerieten damals, als Eybl Intersport die Gruppe verlassen hat, unter Druck”, erinnert sich Winninger, der im März in Wien einen neuen Flagship-Store in der Mariahilfer Straße eröffnet hat. „Wir hatten plötzlich um 60 bis 70 Prozent weniger Umsatz.” Da haben dann die deutschen Kollegen sehr geholfen – nicht zuletzt mittels Darlehen, das nunmehr zurückbezahlt ist.

Solide Zwischenlösung

Die wirtschaftliche Unterstützung sei allerdings von Beginn an (ab dem Jahr 2013) interimistisch angelegt gewesen. Und in den folgenden Jahren hat sich dann Intersport Österreich in der Verbundstruktur mit Tschechien, der Slowakei und Ungarn erfolgreich neu ausgerichtet. „Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt für die Rückübertragung”, so Winninger. Mit der anstehenden Transaktion wird die Intercontact Österreich GmbH, eine 100%ige Enkelgesellschaft der Intersport Deutschland eG, an die österreichischen Intersport-Mitglieder, vertreten durch die Premiumsport Service GmbH, verkauft. Die Premiumsport Service GmbH wiederum besteht aus den besagten fünf größten österreichischen Intersport-Händlern.


Händlergeführte Wurzeln

„Die gesamte Intersport-Österreich-Gruppe hat sich in den vergangenen Jahren wirtschaftlich sehr gut entwickelt. Die Verbundgruppe mit den mittlerweile 350 Standorten in vier Ländern ist durch die erfolgreiche Reorganisation hervorragend aufgestellt, um mit einer starken und eigenständigen Dienstleistungs-Zentrale in Wels weiter zu expandieren und nachhaltig über eine gesunde Händlerstruktur zu wachsen. Deshalb ist die Rückübertragung der Anteile nur folgerichtig. So wird sichergestellt, dass die Struktur wieder in Händen der österreichischen Händler ist. Damit stärken wir die unternehmerische Verantwortung in unserem Händlerverbund und geben ein klares Bekenntnis zu den händlergeführten Wurzeln, die die Intersport im Kern bis heute ausmachen”, erklärt dazu Knud Hansen, Aufsichtsratsvorsitzender der Intersport Deutschland eG.

Auch mit der neuen Eigentümerstruktur wird der Intersport-Verbund weiterhin länderübergreifend die Vorteile gemeinsamen Handelns nutzen. „Über gemeinsam erarbeitete Kooperationsvereinbarungen stellen wir sicher, auch zukünftig Synergien in den Kernprozessen rund um den Einkauf, unseren Intersport-Exklusivmarken, im Category Management, IT- und Omnichannel-Services zu realisieren”, führt Hansen weiter aus.
Dass nun anhand einer wenn auch noch so friedlich herbeigeführten Eruption kleinere Händler den Absprung wagen – diese Befürchtung sieht Thorsten Schmitz nicht: „Wir agieren nicht in einer Blackbox, sondern wir nehmen uns die Zeit, um Kollegen mitabzuholen.”

Intersport ist für alle da

Die Beratschlagungen für die neue Strategie werden somit breit ausgewälzt – jeder Händler ist aufgerufen, daran teilzunehmen. „Letztlich wird aber für alle evident sein, dass die Dienstleistungen durch den Verbund günstiger sind, als wenn das jeder auf eigene Faust macht.”

Den großen Strategiewechsel wird es allerdings nicht geben – dafür ist man bereits anhand des Konzepts „Best in Sports” zu gut unterwegs. Und auch im boomenden Onlinehandel hat Intersport die Krise gut genutzt, um sich breit (20.000 Artikel) und effizient aufzustellen.

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