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Toni’s Freilandeier flattern weiter © APA/dpa/Daniel Karmann

Re-Check Vier Tierschutzorganisationen (Vier Pfoten, Wiener Tierschutzverein, Verein gegen Tierfabriken, Humanitas) fungierten als Kontrollstelle von Toni’s Freilandeiern – von der Produktion über das Abpacken bis in die Lager und Regale der Supermärkte.

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Re-Check Vier Tierschutzorganisationen (Vier Pfoten, Wiener Tierschutzverein, Verein gegen Tierfabriken, Humanitas) fungierten als Kontrollstelle von Toni’s Freilandeiern – von der Produktion über das Abpacken bis in die Lager und Regale der Supermärkte.

Redaktion 15.12.2017

Toni’s Freilandeier flattern weiter

Das Unternehmen steht mit 10 Mio. Euro in der Kreide, die Schließung wurde aber abgewendet.

KNITTELFELD. Die Meldung mit der Pleite des Unternehmens im steirischen Knittelfeld kam völlig unerwartet: Toni’s Freilandeier ist pleite. Das hätten wohl die wenigsten vermutet, sind die Eier doch fast im gesamten österreichischen Einzelhandel zu finden. Am Mittwoch wurde dann teilweise Entwarnung gegeben: Die im Raum stehende Schließung des Unternehmens sei abgewendet, alle Anzeichen deuten auf eine positive Entwicklung des Unternehmens hin – und somit geht der Masseverwalter vorerst vom Fortbestand von Toni’s Freilandeier aus.

Toni’s Freilandeier können also im Weihnachtsgeschäft wie gewohnt an den Handel geliefert werden, Bauern und Mitarbeiter ihre Arbeit im Sinne der artgerechten Tierhaltung fortsetzen. Zuvor wurde allerdings Konkurs angemeldet: Der Betrieb sitzt auf einem Schuldenberg von 10 Mio. € – was fast einen Jahresumsatz ausmacht. Jedenfalls wurde am Dienstag, den 12. Dezember, vom KSV1870 bestätigt, dass die Toni’s Handels GmbH einen Konkursantrag beim Landesgericht in Leoben eingebracht hat. Von der Insolvenz sind rund 100 Gläubiger und 38 Arbeitnehmer, davon 14 Angestellte und 24 Arbeiter, betroffen. Alle wurden beim ­Frühwarnsystem des AMS zur Kündigung angemeldet. Die Oktober-Löhne und -Gehälter ­wurden laut AKV noch bezahlt.

Gescheiterte Übernahme

Die Ursachen der Insolvenz liegen in einer gescheiterten Betriebsübernahme, Umsatzeinbußen und einer gescheiterten außergerichtlichen Sanierung. Laut KSV haben „faktische Abnahmegarantien gegenüber Lieferanten in Verbindung mit Umsatzeinbußen, bedingt durch einen Strafprozess, sowie eine unkoordinierte Investitionspolitik, zu einem operativen und finanziellen Restrukturierungsbedarf geführt”.

Dass es schade wäre um den Betrieb, der den freien Auslauf im Grünen für sein Federvieh so hochgehalten hat, bestätigten viele positive und bestärkende Rückmeldungen von Konsumenten, die das Unternehmen in den letzten Tagen erreichten. Seit der Gründung 1988 war die Tätigkeit auf biologisches, transparentes Wirtschaften ausgerichtet. Fünf Biofreilandställe zählt der Betrieb und er steht in Kooperation mit 110 weiteren bäuerlichen Partnerbetrieben – Freiland und Biofreiland. (APA/red)

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