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Trend: Waldgärten © PantherMedia/vkyryl

Waldgärten sind nicht nur eine Nahrungsquelle für den Menschen, sondern auch für Vögel oder Insekten.

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Waldgärten sind nicht nur eine Nahrungsquelle für den Menschen, sondern auch für Vögel oder Insekten.

Redaktion 11.10.2019

Trend: Waldgärten

Früchte und Gemüse auf allen Ebenen: In Waldgärten kann auf mehreren Etagen geerntet werden.

BERLIN/POTSDAM. Gemeinschaftliches Gärtnern in der Großstadt liegt im Trend. Potsdamer Forscher wollen jetzt eine weitere Form etablieren: urbane Waldgärten. „Sie sind die Zukunft des Urban Gardening”, ist die Umweltwissenschafterin Jennifer Schulz von der Universität Potsdam überzeugt.

Auf einem Gelände im Süden Berlins, das derzeit vom Park „Britzer Garten” genutzt wird, will sie mit Freiwilligen einen rund 5.000 m² großen Waldgarten anlegen, bewirtschaften und das Projekt wissenschaftlich begleiten; weitere Städte sollen folgen.
„Ein Waldgarten besteht vorwiegend aus essbaren Pflanzen, die sich in mehreren Vegetationsschichten teilweise überlappen, ganz ähnlich der Struktur von Wäldern”, erklärt Schulz. Obst- und Nussbäume, Beerensträucher, Gemüse und Kräuter sollen langfristig miteinander angebaut und geerntet werden können. Was das Konzept unter anderem ausmache, sei die Langfristigkeit, sagt Schulz – sie plane für mindestens 30 Jahre. Außerdem vereine ein Waldgarten auf relativ kleiner Fläche viele Nutzpflanzen, die sich bei geschickter Planung gegenseitig bereichern und schützen.
Im heißen Sommer sorge das Blätterdach zudem für Schatten und Kühle – ein Plus in Zeiten des Klimawandels. Ein weiterer Vorteil: Durch abgestorbene Pflanzenteile entstehe eine dichte Humusschicht, welche die Bodenfeuchte halte. Außerdem seien Waldgärten Nahrungsquelle und Lebensraum für Insekten, Vögel und kleine Säugetiere. „Das Konzept kommt aus den Tropen, aber auch in Europa gibt es bereits Waldgärten”, so Schulz, die auch für die Internationale Gartenausstellung in Berlin-Marzahn 2017 einen solchen Garten angelegt hat.

Ökologische Grenzen

„Vielen Projekten, bei denen in Kisten und Hochbeeten gegärtnert wird, sind ökologische Grenzen gesetzt. Das Konzept der Waldgärten geht darüber hinaus und bietet die Möglichkeit, in den Boden zu gehen”, sagt Christa Müller, Vorstandsvorsitzende der Münchner Stiftung „Anstiftung”, die bundesweit urbane Gärten und ein Netzwerk dazu fördert. Waldgärten könnten helfen, eine gewisse Dauerhaftigkeit zu garantieren und die Flächen vor einer Bebauung zu schützen. (APA/dpa)

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