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Trinkt mehr Wasser! © Höhle der Löwen/Vox/MG/RTL D/Bernd Michael Maurer

In der Höhle In der deutschen Ausgabe von „Die Höhle der Löwen” konnte Martin Donald Murray (M.) mit seinen Geschäftspartnern Christoph Hermann (l.) und Thomas Henry Wieser (r.) die Jury und die Zuschauer von Waterdrop überzeugen.

© Höhle der Löwen/Vox/MG/RTL D/Bernd Michael Maurer

In der Höhle In der deutschen Ausgabe von „Die Höhle der Löwen” konnte Martin Donald Murray (M.) mit seinen Geschäftspartnern Christoph Hermann (l.) und Thomas Henry Wieser (r.) die Jury und die Zuschauer von Waterdrop überzeugen.

Gianna schöneich 30.11.2018

Trinkt mehr Wasser!

Martin Donald Murray möchte mit Waterdrop Plastikmüll vermeiden, Menschen zum Trinken animieren und überzeugte schon in der Höhle der Löwen.

Von Gianna Schöneich

WIEN. 1,5 l Wasser aus Getränken sollte eine erwachsene Person pro Tag zu sich nehmen. Für viele Menschen stellt dies allerdings eine große Challenge dar. Dabei braucht der Körper Flüssigkeit, um gesund zu bleiben. Martin Donald Murray möchte mit seinem Unternehmen Waterdrop den Getränkemarkt auf den Kopf stellen, Plastik reduzieren und die Menschen dazu bringen, mehr Wasser zu trinken.

Doch der Getränkemarkt wird von großen Playern wie Coca- Cola beherrscht – den Markt mit einem neuen Getränk zu erobern, ist unmöglich. Murray möchte sich den Giganten stellen, allerdings nicht mit einem neuen Getränk, sondern einer neuen Getränkekategorie: „Die beste Flüssigkeit, die es für den Menschen gibt, ist Wasser. Gleichzeitig brauchen viele Menschen aber etwas Geschmack in ihren Getränken, um zum Trinken angeregt zu werden. 2015 entstand die Idee, Wasser als eine Art Plattform zu nutzen, mit welcher Menschen Getränke nach ihren eigenen Wünschen kreieren können”, erzählt Murray.

Würfel rein und fertig

Die Idee, Wasser als Plattform zu nutzen, Plastik einzusparen und gleichzeitig die Menschen zum Trinken zu animieren, lässt Murray nicht mehr los. Er kündigt seinen Job, erfüllt sich seinen Traum und gründet das Unternehmen Waterdrop.

Bei Waterdrop handelt es sich um einen Microdrink. Frucht- und Pflanzenextrakte werden für diesen in Form eines kleinen Würfels komprimiert. Um das Getränk genießen zu können, braucht es nur frisches Wasser. Würfel rein und das fruchtige Getränk ist fertig. Was sich so simpel anhört, ist das Produkt einer zweijährigen Entwicklungszeit. Um eigene Getränke zu kreieren, werden Sirup, Pulver oder Brausetabletten benötigt. Doch jede der drei Möglichkeiten entspricht nicht den Vorstellungen von Murray. Als man mit den vorhandenen Lösungen nicht zufriedengestellt werden kann, lässt man eigens für Waterdrop spezielle Produktionsmaschinen und Geschmäcker entwickeln.
Heute können Konsumenten die kleinen Würfel in sechs verschiedenen Sorten bei Bipa, Merkur am Markt oder online unter www.waterdrop.com erwerben. Dabei setzt man auf außergewöhnliche Geschmäcker wie Limette, Boabab und Acerola.
„Wir nutzen die Technologie von Brausetabletten, verwenden aber eine ganz andere Rezeptur. Unsere Waterdrops kommen komplett ohne Konservierungsstoffe aus, eine Firma in Deutschland extrahiert aus Früchten Aromen und diese finden sich in den Drops wieder. Je nach Geschmack können die Konsumenten ihre Würfel auf weniger und mehr Wasser auflösen – umrühren muss man nicht”, so Murray.

In der „Höhle der Löwen”

2017 wird das Produkt gelauncht – sowohl mit zehn Pop-up-Stores, als auch Online experimentiert man viel. „Wir haben auf diese Weise Feedback zum Produkt, unserer Kommunikation, zu Geschmäckern und so weiter erhalten. Wir haben daraufhin das Produkt optimiert.” 2018 explodiert das Geschäft mit Waterdrop, und bei der deutschen Ausgabe von „Die Höhle der Löwen” überzeugt man nicht nur das Publikum.

Murray gewinnt Unternehmerin Dagmar Wöhrl als Investorin für Waterdrop. „Die Familie Wöhrl, das sind Vollblutunternehmer. Sie bauen gern neue Marken auf und sind nun Gesellschafter bei Waterdrop.”
Die Höhle der Löwen bringt Waterdrop eine starke Werbewirkung. Am Tag nach der Ausstrahlung greifen 200.000 Personen auf die Website zu, über 30.000 kaufen online die Produkte. „Wir haben eine sehr große Bekanntheit dank der Show erlangt und konnten unsere Community weiter ausbauen.” Allein auf Facebook gefällt 43.225 Personen das Unternehmen – die Kommentare dieser sind durchwegs positiv und viele schreiben davon, dank Waterdrop nun endlich mehr Wasser zu trinken.

Problematisches Plastik

Mittlerweile besitzt Waterdrop insgesamt sechs Stores in Österreich und Deutschland. Bisher konnte man 2018 4 Mio. € umsetzen und beschäftigt nun 18 Mitarbeiter. „Die Gesellschaft hat ein Bewusstsein für die Problematik von Plastik entwickelt, gleichzeitig ist das Streben nach Individualisierung groß – wir werden mit unserem Produkt diesen Gegebenheiten gerecht. ”

Bisher besitzt Waterdrop kein Vertriebsteam. Der Markt in Deutschland soll weiter ausgebaut und ganz Europa mittels Online-Shops erschlossen werden: „Kein anderes Getränk der Welt hat einen Online-Handel”, sagt Murray stolz „Herkömmliche PET-Flaschen wären für einen günstigen Versand viel zu schwer.”
Neben den Drops bietet Waterdrop noch viele weitere Produkte an – von Glasflaschen und Trinkgläsern bis hin zu Carry Kits. „Unser Produkt ist so interessant, weil es theoretisch für jeden ist”, sagt Murray. Die Hauptkäufergruppe ist weiblich und zwischen 25 und 55 Jahren alt. „Vor allem Frauen sind sich des Problems bewusst, zu wenig Wasser zu trinken. Außerdem kommt uns entgegen, dass Frauen ein besseres Gefühl für Design haben”, erklärt Murray.
Das Thema Design ist in der DNA von Waterdrop tief verankert. Hinter diesem steckt Mitgründer und Designer Christoph Hermann. Dieser war schon in London für Designer wie Ross Lovegrove tätig. „Für uns ist Design mehr als eine schöne Verpackung. Wir erschaffen mit unserem Design neue Konsumentenerlebnisse. Das beginnt bei der Haptik, geht über das Aussehen bis hin zur Nachhaltigkeit unseres Produkts”, so Murray. Bei Waterdrop steckt die Liebe im Detail. Jeder Strich sei genau durchdacht, jede Farbe genauestes ausgewählt.

Nachhaltigkeit im Fokus

Auch beim eigenen Produkt hat man ein besonders kritisches Auge auf die Verwendung von Plastik. Die Verpackung des kleinen Cubes besteht aus PET/DOC. Hierbei handelt es sich um den momentan nachhaltigsten Rohstoff, der die nötigen Barriereeigenschaften für den Würfel benötigt.

„Zehn Waterdrop-Verpackungen sind weniger Plastik als der Deckel einer herkömmlichen PET-Flasche.” Murray und sein Team beobachten weiterhin nachhaltige Kunststoffe und ihre Entwicklung: „Die Abschaffung von Wegwerfplastik durch die EU wird dazu führen, dass mehr Geld in die Entwicklung neuer Kunststoffe gesteckt wird. Wenn es eine nachhaltigere Verpackung für unseren Cube gibt, werden wir diese nutzen.”

Unendliche Möglichkeiten

2019 möchte Waterdrop mit vier neuen Produkten auf den Markt gehen und wieder Limited Editions der Trinkflaschen anbieten. Welche Dimensionen mit Waterdrop erreicht werden können, kann heute noch nicht vorhergesehen werden, doch die Möglichkeiten mit Waterdrop sind unendlich, erzählt Murray: „Wir haben eine neue Art des Getränkekonsums geschaffen. Wir sind sehr bewusst und bedacht in den großen Getränkemarkt eingetreten. Die Erweiterungsmöglichkeiten des Produkts sind extrem und wir haben schon jetzt für die nächsten zehn Jahre neue Konzepte auf den Schreibtischen liegen – von Heißgetränken, Tee bis hin zu Fitness und Sport ist vieles möglich.”

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