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Vögele-Chef rechnet nach Übernahme nicht mit Personal-Kahlschlag Vögele
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Redaktion 24.10.2016

Vögele-Chef rechnet nach Übernahme nicht mit Personal-Kahlschlag

Italienische Investorengruppe Sempione übernimmt Schweizer Modehändler.

PFÄFFIKON. Vögele-Chef Markus Voegeli rechnet nach der Übernahme der Schweizer Modekette durch die italienische Investorengruppe Sempione nicht mit einem Kahlschlag beim Verkaufspersonal. Vögele habe kein Problem bei der Verkaufsorganisation gehabt, sondern eher eines bei der Zentrale in Pfäffikon.

Das Unternehmen wolle möglichst vielen der über 6.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Perspektive bieten, sagte Voegeli am Montag in einem Interview mit dem Online-Portal "Cash". Wenn es einen Stellenabbau gebe, werde er vor allem in der zentralen Funktion in Pfäffikon stattfinden, nicht beim Verkaufspersonal.

Charles Vögele werde es noch einen Großteil des Jahres 2017 geben, sagte der Konzernchef weiter. Die Frühlings- und Sommerkollektionen seien bereits eingekauft. Im Verlauf des Jahres 2017 würden dann die Filialen auf den italienischen Modehändler OVS umgestellt. Der Hauptsitz bleibe aber in Pfäffikon.

Voegeli rechnet nicht damit, dass die Übernahme durch die italienische Investorengemeinschaft noch scheitern wird; es hänge aber von den Aktionären ab. Die Übernahme steht unter der Bedingung, dass den Käufern mindestens 70% der Aktien angedient werden. Die Angebotsfrist endet voraussichtlich am 16. November 2016.

Den von den Investoren gebotenen Preis von 5,89 € pro Aktie hält Voegeli für angemessen; er entspreche mehr oder weniger dem Aktienkurs der letzten Monate. Er sei auch vernünftig, wenn man ihn mit der tieferen Einschätzung von Analysten vergleiche. Charles Vögele könnte allein überleben, sagte der Konzernchef weiter, für das mittelgroße Unternehmen wäre es aber im europäischen Umfeld immer schwieriger geworden. Die Konkurrenz begegne dem mit Kostensenkungen oder Filialschließungen. Vögele habe mit OVS eine starke Marke, die auch in der Schweiz Erfolg haben könne.

Der Schweizer Markt sei bei den Preisen eine Insel. Dadurch sei sie für ausländische Modeketten sehr lukrativ, was einen großen Konkurrenzdruck erzeuge. Dazu wachse der Onlinehandel enorm, auch mit reinen Onlinehändlern. Diese verdienten zwar kein Geld, würden aber sehr aggressiv in den Schweizer Markt eindringen. Sie setzten in der Schweiz bereits einen dreistelligen Millionenbetrag um, erklärte Voegeli, das erschwere allen Modehändlern ihr Bestehen. (APA)

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