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Von Wien bis in die Wüste © Aida (2)

Süßes RosaDie markante Markenfarbe wählte der Aida-Gründer Josef Prousek aufgrund des Namens seiner Frau Rosa, mit der er ab 1913 in Wien die erste eigene Konditorei betrieb.

© Aida (2)

Süßes RosaDie markante Markenfarbe wählte der Aida-Gründer Josef Prousek aufgrund des Namens seiner Frau Rosa, mit der er ab 1913 in Wien die erste eigene Konditorei betrieb.

Anna Muhr 09.11.2018

Von Wien bis in die Wüste

Die Wiener Konditorei Aida feiert ihren 105. Geburtstag. Für die Zukunft stehen alle Zeichen auf Expansion.

••• Von Anna Muhr

WIEN. Als Zuckerbäcker auf Wanderschaft kam Josef Prousek zu Beginn des vorigen Jahrhunderts aus Nordböhmen nach Wien. Sein Wissen um das süße Handwerk erweiterte er in der Hauptstadt der k. u. k. Monarchie im Dienste der Konditorei Bonsaing & Söhne. Im Jahr 1913 übernahm er den Betrieb im 9. Bezirk zusammen mit seiner Frau Rosa und taufte ihn wenige Jahre später um.

Aida sollte sein Unternehmen fortan heißen – aufgrund einer Vorliebe für Verdis Oper, die Josef Prousek hörte, während er in der Staatsoper Mehlspeisen aus dem Bauchladen verkaufte. So beginnt die Geschichte der Konditorei-Kette, die heute mit ihrem rosa Schriftzug wie kaum eine andere zum Stadtbild von Wien gehört.

Donuts für die Alliierten

Ab Mitte der 20er-Jahre produzierte man Cremeschnitten, Topfengolatschen und Co. in privaten Wohnungen in der Wiener Porzellangasse. Vor dem Zweiten Weltkrieg betrieben die Prouseks bereits elf Aida-Filialen. Von dem Know-how der Belegschaft profitierten in der Nachkriegszeit dann die Alliierten: Für die Rote Armee wurden Torten gebacken, die Amerikaner bestellten Donuts und Eiscreme.

Die Wiener bekamen in der wiedereröffneten Filiale in der Wollzeile die erste Espresso-Maschine zu Gesicht – Aida wurde von der reinen Konditorei zum Kaffeehaus. Für Schlagobers und Zucker zum Kaffee gab es eine Flatrate für einen Schilling – ein Luxus in den Nachkriegsjahren.
Mit innovativen Ideen macht Aida auch heute noch Furore: Seit Ende August gehören Kuchen mit CBD-Öl, das aus der Hanfpflanze gewonnen wird und stresslösende Wirkung hat, zum Mehlspeisen-Sortiment.

Große Expansion geplant

Heute gibt es in Wien 30 Aida-Filialen (zwei als Franchise) mit rd. 400 Mitarbeitern, die laut eigenen Angaben für einen Jahresumsatz von 26 Mio. € stehen. Die Produktion (drei Tonnen Backwaren/Tag) ist seit 1974 in Floridsdorf angesiedelt und fest in Familienhand.

Aktuell wird Aida von Josef Prouseks Enkel Michael und dessen Frau geführt. Urenkel Dominik Prousek kümmert sich unter anderem um die Expansion. Und hat diesbezüglich einiges vor – im Juli wurde in Innsbruck die erste österreichische Filiale außerhalb Wiens eröffnet.
Das Unternehmen ist derzeit auf der Suche nach Standorten in der D-A-CH-Region. Weiter weg hat es schon geklappt: Es gibt bereits vereinzelt Aida-Filialen in Saudi Arabien, Katar und den Arabischen Emiraten.

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